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Sozialministerin begrüßt geplante Rücknahme der Elterngeld-Kürzung

Drese: „Familien brauchen Zeit, Unterstützung und Verlässlichkeit statt Leistungskürzungen“

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Stefanie Drese begrüßt, dass Bundesfamilienministerin Karin Prien die geplante Kürzung der Elterngeld-Bezugsdauer von 14 auf zwölf Monate zurücknehmen will. Ein entsprechender Referentenentwurf des Bundesministeriums geht nun in die Beratungen.

„Ich habe im Juli deutlich kritisiert, dass die Antwort auf sinkende Geburtenzahlen nicht die Kürzung von Leistungen für junge Eltern sein darf. Dass unsere Kritik aufgegriffen wurde, ist ein wichtiges Signal. Familien brauchen Unterstützung und Verlässlichkeit“, sagte Drese.

Der neue Entwurf sieht nun weiterhin bis zu 14 Monate Elterngeld vor. Künftig sollen vier Monate für jeden Elternteil reserviert sein, sechs weitere Monate können flexibel verteilt werden. „Eine gleichmäßigere Aufteilung der Betreuung stärkt die Partnerschaftlichkeit.

In Mecklenburg-Vorpommern nehmen allerdings seit Jahren nur rund 30 Prozent der Väter Elterngeldmonate in Anspruch. Das muss sich ändern“, betonte Drese. Ihr Appell an Väter und Arbeitgeber: „Nutzt die Zeit mit euren Kindern und ermöglicht diese Erfahrung auch im Berufsalltag. Gerade kleine Betriebe brauchen praktikable Lösungen – am Ende profitieren auch sie von motivierten Vätern.“

Positiv bewertet Drese die geplante Anhebung des Mindestbetrags von 300 auf 330 Euro und des Höchstbetrags von 1.800 auf 1.900 Euro. „Das ist richtig und überfällig. Wir müssen zugleich genau prüfen, wie sich die neue Berechnung auf Familien mit unterschiedlichen Einkommen auswirkt. Entscheidend ist, dass die Reform Eltern nicht zusätzlich belastet.“ Auch Alleinerziehende sollen weiterhin bis zu 14 Monate Elterngeld beziehen können. Ihre besondere Verantwortung für Betreuung und Alltag müsse berücksichtigt werden.

Drese zum Welt-Schlaganfalltag: Symptome erkennen, Leben retten

Zum Welt-Schlaganfalltag informiert Drese über die Bedeutung frühzeitiger Symptomerkennung, die Schlaganfallversorgung in MV und Hilfsangebote für Angehörige.

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern leben fast 2,2 Prozent der Bevölkerung mit den Folgen eines bis zu zehn Jahre zurückliegenden Schlaganfalls und damit über den bundesweiten Durchschnitt von 1,84 Prozent. Das entspricht in etwa 28.300 Menschen, darunter 15.800 Männer und 12.500 Frauen, deren Leben sich durch einen ischämischen Schlaganfall oder eine Hirnblutung oftmals nachhaltig verändert hat., erklärte die geschäftsführende Gesundheitsministerin Stefanie Drese heute anlässlich des Welt-Schlaganfalltages.

„Umso wichtiger ist es, dass die Betroffenen möglichst umfassend und kompetent behandelt werden, um bleibende Schäden zu vermeiden“, sagte Drese. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es hierfür neun eigens zertifizierte Spezialstationen, auch Stroke Units genannt, die in besonderem Maße auf diese Behandlung eingestellt sind und auch komplexe diagnostische und therapeutische Maßnahmen vornehmen können, etwa zum Lösen oder Entfernen eines Blutgerinnsels. Hinzu kommen Krankenhäuser mit telemedizinisch vernetzter Stroke Unit. An allen Standorten werden die Betroffenen von multidisziplinären Ärzteteams und neurologisch geschulten Pflegekräften engmaschig begleitet.

Diese Versorgungskette könne aber nur dann anlaufen, wenn die Symptome eines Schlaganfalles auch als solche erkannt werden, verdeutlichte Drese und warb zum Aktionstag dafür, sich mit dem sogenannten FAST-Test vertraut zu machen. „Dabei stehen die englischen Begriffe Face (Gesicht), Arms (Arme), Speech (Sprache) und Time (Zeit) für vier entscheidende Schritte. Betroffene sollen lächeln, beide Arme heben und einen einfachen Satz nachsprechen. Treten dabei Auffälligkeiten auf, selbst wenn diese nach kurzer Zeit wieder nachlassen, wählen Sie umgehend die 112“, so Drese weiter.

Bestätige sich die Diagnose, so reichen die Folgen eines Schlaganfalls teils weit über den Krankenhausaufenthalt hinaus. Manche Betroffene müssen grundlegende Fähigkeiten neu erlernen, mit körperlichen Einschränkungen umgehen oder ihre berufliche und private Lebensplanung verändern. Auch Angehörige stehen häufig vor großen Herausforderungen, wenn sie bei der Pflege, im Alltag oder bei der Organisation der weiteren Versorgung unterstützen.

„Dass das diesjährige Motto des Aktionstages ‚Ein Schlaganfall trifft nie einen Menschen allein‘ laute und diese Leistung in den Mittelpunkt rücke, sei deshalb enorm wichtig, so Drese. „Ganz oft werden Angehörige zur wichtigsten Stütze, begleiten Betroffene durch schwierige Zeiten und setzen sich innerhalb kürzester Zeit mit dem Krankheitsbild auseinander, um bestmöglich unterstützen zu können. Das verdient Anerkennung und Dank“, hob sie hervor.

Gleichzeitig dürften die Belastungen, die mit dieser Verantwortung einhergingen, nicht unterschätzt werden. „Wer einen nahestehenden Menschen unterstützt oder pflegt, muss nicht alles allein bewältigen. Es ist wichtig, dass Angehörige auch auf ihre eigenen Kräfte achten und wissen, wo sie Beratung und Entlastung finden können“, so die Ministerin.

Eine wichtige Anlaufstelle seien die 19 Pflegestützpunkte in Mecklenburg-Vorpommern. Sie beraten Pflegebedürftige und ihre Angehörigen kostenfrei und unabhängig, etwa zu Leistungen der Pflegeversicherung, zu Unterstützungs- und Entlastungsangeboten sowie zur Organisation der häuslichen Pflege. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort helfen Ihnen gern dabei, passende Angebote zu finden und die nächsten Schritte zu planen, damit die Betroffenen auch nach einem Schlaganfall den Weg zurück in den Alltag finden.“

Land hat Anzahl an Klassenfahrten erhöht

Oldenburg: In der Grundschule und in der Orientierungsstufe wird es jeweils eine zusätzliche Fahrt geben

Schwerin – Schülerinnen und Schüler in Mecklenburg-Vorpommern können während ihrer Schullaufbahn an zwei zusätzlichen Klassenfahrten teilnehmen. „Sie unternehmen somit drei Klassenfahrten anstatt einer Fahrt. Im kommenden Jahr wird es in der Grundschule und in der Orientierungsstufe eine zusätzliche Fahrt geben. Bislang waren diese Fahrten nur in Ausnahmefällen möglich“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Unternehmungen im Klassenverband stärken das soziale Miteinander. Sie ermöglichen Kindern und Jugendlichen wichtige Erfahrungen. Diese Erlebnisse stärken wir.“

„Ich freue mich, dass es uns gelungen ist, für das Jahr 2027 alle Klassenfahrten zu genehmigen, die den Voraussetzungen entsprechen“, so die Bildungsministerin weiter. „Das ist möglich, weil wir im kommenden Jahr das Budget für die Reisekosten der Lehrkräfte noch einmal erhöht haben. Das ist eine große Kraftanstrengung.“ Insgesamt handelt es sich um ca. 1.500 Fahrten. Im Jahr 2027 stehen dafür insgesamt 1,7 Millionen Euro bereit. In diesem Jahr sind es 1,2 Millionen Euro. Davor waren es jährlich 968.500 Euro. „Reisen und Unterkünfte sind teurer geworden. Mit einem erhöhten Budget tragen wir der Kostensteigerung Rechnung.“

Zudem erhalten die Schulen früher die Genehmigungen für die Schulfahrten. Bisher mussten Klassenfahrten bis zum 15. November eines jeden Jahres für die Schulfahrten-Jahresplanung eingereicht werden. „Diese Frist haben wir auf Anfang Oktober vorgezogen. Damit haben die Schulen mehr Planungssicherheit und einen größeren Planungsvorlauf“, erläuterte die Ministerin.

Die Verwaltungsvorschrift „Durchführung von Schulwanderungen und Schulfahrten an öffentlichen, allgemein bildenden und beruflichen Schulen“ regelt die organisatorischen Rahmenbedingungen. Sie sieht vor, dass Schulfahrten in der Grundschule in der Regel in Mecklenburg-Vorpommern stattfinden. Schulen, die sich in Nachbarschaft zu Brandenburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein befinden, können auch Fahrten in das Nachbarland unternehmen.

Viele Grundschulklassen besuchen die Jugendherbergen und Schullandheime im Land. Sie unternehmen beispielsweise Fahrten nach Dreilützow oder Dümmer. In der Orientierungsstufe konzentrieren sich die Fahrten auf die norddeutschen Bundesländer, einschließlich Brandenburg und Berlin. Binz auf Rügen oder Waren/Müritz sind gefragte Reiseziele in Mecklenburg-Vorpommern. In den höheren Jahrgangsstufen sind die Schulklassen auch deutschlandweit oder im europäischen Ausland unterwegs. Im kommenden Jahr zählen zum Beispiel Unternehmungen in Köln, Dresden, London oder Prag dazu.

Neu ist auch, dass Besuche von KZ-Gedenkstätten in Verbindung mit einer Klassenfahrt gefördert werden können. Gleiches gilt bei Besuchen von Gedenkstätten und -orten für Opfer der jüngeren deutschen Geschichte und zu Stätten des natur- und kulturhistorischen Erbes. „Klassenfahrten sind schulische Veranstaltungen und haben ein pädagogisches Ziel. Wenn Schulen während der Fahrt auch eine Gedenkstätte besuchen, begrüßen wir das und unterstützen das Engagement. Deswegen haben wir die Regelungen angepasst“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg.

Rostocker Pflegestützpunkte feiern 15-jähriges Bestehen

Staatssekretärin Grimm: „Gute Beratung ist Voraussetzung für die Stärkung der häuslichen Pflege“

Rostock – Gute Pflege beginnt mit guter Beratung. Wer plötzlich Pflege organisieren muss, braucht schnell Klarheit über Ansprüche, Unterstützungsmöglichkeiten und die nächsten Schritte.

„Ob Pflegebedürftige möglichst lange selbstbestimmt zu Hause leben können und Angehörige nicht an ihre Belastungsgrenzen geraten, hängt entscheidend davon ab, ob sie rechtzeitig die passende Hilfe finden“, sagte Sozial-Staatssekretärin Sylvia Grimm am Mittwoch bei der Festveranstaltung zum 15-jährigen Bestehen der Rostocker Pflegestützpunkte. Genau hier setzt die Arbeit der mittlerweile 19 Pflegestützpunkte im Land an: mit einer Pflegeberatung etwa zu Pflegegraden und Leistungsansprüchen, die kostenlos, unabhängig und an den konkreten Bedürfnissen der Menschen ausgerichtet sein.

„Die Expertinnen und Experten in den Pflegestützpunkten schauen nicht zuerst darauf, welcher Anbieter eine Leistung erbringt, sondern darauf, was ein Mensch tatsächlich braucht. Sie helfen, Angebote zu finden, Ansprüche zu verstehen und Unterstützung zu organisieren“, so Grimm.

Wie wichtig dieses Angebot ist, zeigt die Entwicklung der Beratungszahlen: Innerhalb von zwei Jahren stieg die Zahl der Beratungen an den beiden Rostocker Standorten von 4.850 im Jahr 2023 auf 5.922 im vergangenen Jahr – ein Plus von rund 22 Prozent. „Hinter jeder Beratung stehen Menschen und Familien, die Antworten auf drängende Fragen suchen“, betonte die Staatssekretärin.

Der Pflegestützpunkt Rostock Nord nahm am 25. Juni 2011 als dritte Einrichtung dieser Art in Mecklenburg-Vorpommern seine Arbeit auf. 2013 kam die Außenstelle in der Südstadt hinzu. Die Pflegestützpunkte in Mecklenburg-Vorpommern sind die erste Anlaufstelle für Pflegebedürftige, ältere Menschen und ihre Angehörigen bei allen Fragen rund um die Pflege.

Grimm verdeutlichte, dass die Beratungsstellen im Land weiter gestärkt und die regionalen Hilfsangebote besser miteinander verzahnt werden. „Wenn Land, Pflegedienste, Pflegekassen, Kommunen, medizinische und soziale Einrichtungen sowie ehrenamtliche Unterstützungsangebote gut zusammenarbeiten, kommt die Hilfe verlässlich an. Gute Pflege entsteht, wenn die verschiedenen Angebote ineinandergreifen. Die Pflegestützpunkte sind dabei eine wichtige Schaltstelle sein. Unser Anspruch muss sein, Pflegebedürftige und ihre Angehörigen nicht nur zu beraten, sondern ihnen dabei zu helfen, tragfähige Lösungen für ihren Alltag zu finden“, betonte Grimm.

Backhaus warnt erneut vor der Geflügelpest

Schwerin – Nachdem im Nachbarland Schleswig-Holstein in mehreren Beständen die Geflügelpest ausgebrochen ist und auch positive Befunde bei Wildvögeln vorliegen, mahnt Agrarminister Dr. Till Backhaus zu erhöhter Vorsicht.

„Bereits in der vergangenen Woche hatte ich auf die drohende Gefahr durch die aviäre Influenza (AI) hingewiesen. Die Nachweise von Geflügelpest bei Haus- und Wildvögeln in Schleswig-Holstein zeigen eindringlich, dass das Virus da ist und jederzeit mit Einträgen in die Bestände gerechnet werden muss.

Ich bleibe daher dabei: Die Biosicherheitsmaßnahmen sind unbedingt einzuhalten und ggf. zu verbessern. Und wenn irgend möglich, sollte Geflügel möglichst jetzt geschlachtet werden,“ so Minister Backhaus.

Geflügelhalter, die Auffälligkeiten – zum Beispiel vermehrte Todesfälle oder eine verminderte Futter- und Wasseraufnahme sowie Leistungsabfall – in ihrem Bestand bemerken, sollten sich umgehend beim zuständigen Veterinäramt melden.

Krankenhausreform in Mecklenburg-Vorpommern

Versorgung in der Fläche sichern, Qualität stärken

Güstrow – Die Krankenhausreform geht in Mecklenburg-Vorpommern in die entscheidende Phase. Bei der 4. Kommunalen Krankenhauskonferenz am Montag in Güstrow hat Gesundheits-Staatssekretärin Sylvia Grimm vor Bürgermeistern und weiteren kommunalen Amts- und Mandatsträgern über den Stand der Umsetzung, die Weiterentwicklung der Krankenhausplanung und die anstehende Zuweisung der Leistungsgruppen informiert. Ziel des Landes ist es nach Angabe von Grimm, die wohnortnahe Grund- und Notfallversorgung zu sichern, die Behandlungsqualität zu verbessern und alle 37 Krankenhausstandorte zu erhalten.

„Wir wollen einen Strukturwandel mit Verantwortung: eine wohnortnahe Grund- und Regelversorgung, die für die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern auch im Notfall gut erreichbar bleibt. Gleichzeitig müssen wir spezialisierte Behandlungen dort bündeln, wo die notwendige Erfahrung und Ausstattung vorhanden sind. Beides gehört zusammen: gute Qualität und verlässliche Versorgung in der Fläche“, sagte Grimm.

Mit dem im Oktober 2025 in Kraft getretenen Landeskrankenhausgesetz, dem neuen Krankenhausplan und den ergänzenden Rechtsverordnungen hat das Land wichtige Grundlagen für die Reform geschaffen. Die Krankenhausplanung berücksichtigt künftig systematischer, welche medizinischen Leistungen regional benötigt werden, wie gut Krankenhäuser erreichbar sind und wie sich die Versorgung angesichts des demografischen Wandels entwickeln wird, so Grimm.

Ein Schwerpunkt der Konferenz war die erstmalige Zuweisung der Leistungsgruppen. Sie legt fest, welche medizinischen Leistungen ein Krankenhausstandort künftig anbieten darf. Grundlage sind sowohl der regionale Versorgungsbedarf als auch die Erfüllung der Qualitätsanforderungen, etwa bei Personal, Fachabteilungen und technischer Ausstattung.

Grimm betonte, dass die Leitlinie der Zuweisung klar ist: 22 Leistungsgruppen der Grund- und Regelversorgung decken rund 80 Prozent aller vollstationären Fälle in Mecklenburg-Vorpommern ab. Die übrigen 37 Leistungsgruppen betreffen spezialisierte Leistungen, auf die rund 20 Prozent der stationären Fälle entfallen. Die Zahl der Leistungsgruppen allein sage deshalb wenig darüber aus, wie wichtig ein Krankenhaus für die Versorgung seiner Region ist. „Nicht jedes Krankenhaus wird künftig jede beantragte Leistungsgruppe erhalten. Entscheidend ist aber, was die Menschen tatsächlich brauchen und wie wir die Versorgung insgesamt regional absichern“, erklärte Grimm.

Eine besondere Bedeutung hat für Mecklenburg-Vorpommern die im Krankenhausfinanzierungsgesetz verankerte gesetzliche Ausnahmeregelung für Flächenländer. Danach können Leistungsgruppen auch dann zugewiesen werden, wenn einzelne Qualitätskriterien nicht erfüllt sind – sofern dies für die Sicherstellung der flächendeckenden Versorgung zwingend erforderlich ist.

Das Land will diese Möglichkeit gezielt nutzen, um insbesondere die wohnortnahe Grund- und Notfallversorgung nicht durch starre Vorgaben zu gefährden. Bis zum Jahresende können solche Ausnahmen im Benehmen mit den Krankenkassen erfolgen. Ab 2027 ist dafür grundsätzlich deren Einvernehmen erforderlich. Die Ausnahmen sollen befristet eingesetzt werden, damit notwendige Qualitätsstandards perspektivisch erreicht werden.

„Wir dürfen die Versorgung im ländlichen Raum nicht allein nach starren Zahlen organisieren. Wenn eine Leistung für die Menschen vor Ort unverzichtbar ist, müssen wir die besonderen Bedingungen unseres Landes berücksichtigen. Diese von uns gegenüber dem Bund hart erkämpften Ausnahmen sind ein gezieltes Instrument, um Versorgung zu sichern und gleichzeitig die Qualität weiterzuentwickeln“, so Grimm.

Die Staatssekretärin erklärte, dass das Land die Anträge der Krankenhäuser entgegengenommen hat und die Prüfungen durch den Medizinischen Dienst abgeschlossen sind. Nach den Abstimmungen mit den Krankenkassen und weiteren Planungsbeteiligten beginnt Mitte November die Anhörung der Krankenhäuser. Anschließend sollen die Entscheidungen finalisiert und die Bescheide noch im Dezember versandt werden. Die neuen Leistungsgruppenzuweisungen sollen zum 1. Januar 2027 wirksam werden.

Grimm: „Die Entscheidungen werden die Krankenhauslandschaft in Mecklenburg-Vorpommern langfristig prägen. Deshalb prüfen wir sorgfältig, wo Leistungen gebraucht werden, welche Qualitätsanforderungen erfüllt sind und wo Ausnahmen notwendig sind. Die Reform muss am Ende zweierlei leisten: bessere Behandlungsqualität und eine verlässliche medizinische Versorgung für die Menschen im ganzen Land.“

Mehr als 30 Bildungsabschlüsse im Justizvollzug

Justizministerin Jacqueline Bernhardt: „Qualifizierung ist ein wichtiger Baustein der Resozialisierung von Gefangenen.“

Bützow – In der JVA Bützow haben drei Gefangene ihre Tischlerausbildung erfolgreich abgeschlossen. Sie runden damit das Bildungsjahr 2025/2026 in den Justizvollzugsanstalten Bützow und Neustrelitz ab. Insgesamt haben im Sommer 30 Gefangene Abschlüsse der mittleren Reife, der Berufsreife und auch Berufsausbildung erhalten.

Die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt: „Ein Bildungsabschluss ist eine Grundlage für ein Leben ohne neue Straftaten. Allen an der Ausbildung beteiligten Lehrerinnen und Lehrer der Volkshochschule und den begleitenden Bediensteten in den Justizvollzugsanstalten danke ich. Ihre Arbeit ist ein stabiler Baustein der Resozialisierung und des Opferschutzes.“

Die Ausbildungsmaßnahmen werden unter anderem kofinanziert von der Europäischen Union mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds Plus. In der JVA Neustrelitz haben drei Gefangene erfolgreich ihren Abschluss der Berufsausbildung in der Küche geschafft. Sechs junge Männer haben die Berufsreife bzw. einen Berufsabschluss erreicht.

Ein weiterer Gefangener hat seine Schweißerprüfbescheinigung erhalten. Darüber hinaus wurden 52 Zeugnisse für Qualifizierungsbausteine der IHK übergeben. Das Ministerium für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz, das Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung sowie der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte sind derweil in guten Gesprächen, dass die Ausbildung in der JVA Neustrelitz fortgeführt wird.

In der JVA Bützow haben im Sommer acht erwachsene Gefangene Abschlüsse der Berufsreife erhalten, darunter einer mit dem Gesamtprädikat „sehr gut – mit Auszeichnung“. Weiterhin wurden sechs Abschlüsse der Mittleren Reife, darunter ebenfalls einmal mit dem Gesamtprädikat „sehr gut – mit Auszeichnung“ vergeben. Für den Abschluss der Mittleren Reife war eine schriftliche Prüfung in Deutsch, Mathematik und Englisch sowie mindestens eine mündliche Prüfung in einem Wahlfach erforderlich.

Die schriftliche Prüfung in der JVA ist identisch mit der schriftlichen Prüfung an öffentlichen Schulen in MV und wird zeitgleich absolviert. Das Zeugnis wird ohne Verweis auf die Inhaftierung ausgestellt. In der JVA Bützow wurden außerdem neben den drei Tischlern zuvor schon zwei Facharbeiterabschlüsse als Bäcker erreicht. Die Handwerkskammer Schwerin hat in der JVA Bützow die Facharbeiterprüfungen abgenommen.

Herbstkonferenz des Landesseniorenbeirates

Landes-Demenzplan gibt Orientierung für eine demenzfreundliche Gesellschaft

Schwerin – Alle drei Sekunden erkrankt in Deutschland rein rechnerisch ein Mensch an Demenz. Schon jetzt leben Schätzungen zufolge mehr als 40.000 Betroffene in Mecklenburg-Vorpommern, Tendenz steigend. Mit den Herausforderungen, die diese Erkrankung mit sich bringt und mit der Frage, wie sich eine Gesellschaft darauf einstellen kann, hat sich heute auch die zweitägige Herbstkonferenz des Landesseniorenbeirates befasst.

Aus dem Sozialministerium wurde dabei insbesondere der neue Landesplan Demenz vorgestellt, der in zehn Handlungsfeldern erstmals eine umfassende und gemeinsame Grundlage schafft, um die Lebenssituation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen in Mecklenburg-Vorpommern systematisch zu verbessern.

„Gemeinsam mit zahlreichen Fachleuten, aber auch mit Betroffenen und ihren Angehörigen selbst haben wir uns dabei verschiedensten Bereichen gewidmet, die für die Teilhabe und eine gute Versorgung wichtig sind. Angefangen von einer guten Aufklärung und Prävention über Beratungs- und Unterstützungsangebote bis hin zu Themen wie dem Wohnen, einer demenzsensiblen Krankenhausversorgung und der Netzwerkarbeit auch im eigenen Wohnumfeld“, erläuterte die geschäftsführende Sozial- und Gesundheitsministerin Stefanie Drese.

Der Demenzplan verstehe sich dabei als gemeinsamer Handlungsrahmen für Politik, Verwaltung, Gesundheitswesen, Pflege und Zivilgesellschaft. Er solle dazu beitragen, bestehende Angebote besser miteinander zu verknüpfen, Versorgungslücken zu erkennen und die Unterstützungsmöglichkeiten mit Blick auch auf zukünftige Bedarfe auszurichten, so Drese weiter.

„Wichtig ist uns dabei gewesen, das Leben in möglichst allen Facetten abzubilden. Denn Menschen mit Demenz brauchen nicht nur medizinische und pflegerische Hilfe, sondern auch ein Umfeld, das Sicherheit gibt und die Teilhabe am Alltag lange erhält“, betonte sie und äußerte den Wunsch, dass Demenz deshalb auch noch viel stärker als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden werde, statt als individuelle medizinische Diagnose.

Dafür sei der Demenzplan ein erster wichtiger Schritt. „Aber auch darüber hinaus haben wir im Land neue Strukturen geschaffen, um Expertise hinzuzuziehen. Denn schon jetzt ist klar, dass sich die Folgen des demografischen Wandels in Mecklenburg-Vorpommern besonders deutlich zeigen werden und wir vorausschauend die Weichen für eine Zukunft stellen müssen, in der demenzielle Erkrankungen noch deutlich häufiger auftreten werden“, hob Drese hervor.

Deshalb habe das Land im vergangenen Jahr auch erstmals einen wissenschaftlichen Expertenbeirat Demenz gegründet, der Expertinnen und Experten aus Forschung, Lehre und Medizin zusammenbringt. „Das unterstützt den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft, Versorgung und Politik und sorgt dafür, dass neue Erkenntnisse zur Demenz direkt berücksichtigt werden können, etwa auch in der Weiterentwicklung des Demenzplanes. Denn dieser ist kein abgeschlossenes Papier, sondern soll mitsamt den neuen Erkenntnissen und Entwicklungen Schritt halten. Immer mit dem übergeordneten Ziel, Betroffene zu unterstützen und ihnen ein selbstbestimmtes Leben in einer demenzfreundlichen Gesellschaft zu ermöglichen“, schloss Drese.