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Wiedervernässung in Mecklenburg-Vorpommern

Backhaus: „Palu-Richtlinie des Bundes ist Rückenwind für MV als Moorland Nr. 1“

Schwerin – Der Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommerns, Dr. Till Backhaus, begrüßt die heute vom Bundesumweltministerium vorgestellte Palu-Förderrichtlinie zur Wiedervernässung und nachhaltigen Nutzung von Moorböden.

„Die neue Palu-Richtlinie setzt ein starkes Signal für den Klimaschutz und eröffnet gleichzeitig neue wirtschaftliche Perspektiven für unsere Landwirtschaft. Für Mecklenburg-Vorpommern ist sie von herausragender Bedeutung“, erklärte Backhaus.

Mit rund 300.000 Hektar Moorfläche gehört Mecklenburg-Vorpommern zu den moorreichsten Bundesländern Deutschlands. Das entspricht etwa 12 bis 13 Prozent der Landesfläche. Gleichzeitig sind entwässerte Moore die größte Einzelquelle von Treibhausgasemissionen im Land und verursachen jährlich rund 6 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente.

„Wer Klimaschutz ernst meint, muss bei den Mooren anfangen. Genau hier liegt einer der größten Hebel für Mecklenburg-Vorpommern“, so Backhaus.

Mecklenburg-Vorpommern verfügt bereits über umfangreiche praktische Erfahrungen im Moorschutz: Auf rund 35.000 Hektar Moorfläche wurden bereits Maßnahmen zur Wiedervernässung umgesetzt. Aktuell sind mehr als 20 Paludikultur- und Wiedervernässungsprojekte in Planung oder Umsetzung, darunter großflächige Demonstrationsvorhaben auf Niedermoorstandorten. Mit dem Paludi-MV-Pilotvorhaben werden großflächig neue Bewirtschaftungsformen auf nassen Mooren erprobt – wissenschaftlich begleitet durch die Universität Greifswald. Mit der MoorAgentur MV wurde zudem eine bundesweit einzigartige Beratungs- und Vernetzungsstelle aufgebaut, die Landwirte, Verbände und Verwaltung bei der Umsetzung unterstützt.

Backhaus: „Wir haben in Mecklenburg-Vorpommern nicht nur Konzepte entwickelt, sondern konkrete Projekte in die Fläche gebracht. Diese reichen vom Peenetal über die Trebelregion bis hin zu modernen Paludikultur-Versuchen.“

Ein zentraler Ansatz ist die sogenannte Paludikultur, die landwirtschaftliche Nutzung nasser Moorstandorte, etwa mit Schilf, Rohrkolben oder Rohrglanzgras.

„Paludikultur verbindet Klimaschutz mit Wertschöpfung. Sie bietet die Chance, Moorböden zu erhalten und gleichzeitig neue Einkommensquellen zu erschließen – etwa für Baustoffe, Substrate oder Bioenergie“, so Backhaus.

Der Minister betont, dass es nun auf eine zügige Umsetzung der neuen Richtlinie ankommt: „Die Betriebe brauchen Planungssicherheit, langfristige Finanzierung und praxistaugliche Förderbedingungen. Die Transformation der Moorstandorte ist eine Generationenaufgabe – sie gelingt nur gemeinsam mit der Landwirtschaft.“

Abschließend erklärte Backhaus: „Die Palu-Richtlinie kann eine echte Trendwende einleiten. Mecklenburg-Vorpommern hat das Know-how, die Flächen und die Erfahrung, um bundesweit eine Leitregion für Moorschutz und Paludikultur zu sein.“

Saisonstart auf dem Campingplatz Prerow

Neuer Betreiber setzt auf naturverträglichen Tourismus 

Prerow – Mit einer Informationsveranstaltung für Dauercamperinnen und Dauercamper startet das Ahoi Camp Darß heute in seine erste vollständige Saison unter neuer Leitung. Umweltminister Dr. Till Backhaus kann den Auftakt nicht persönlich begleiten, stellte aber vorab die besondere Verbindung von Mensch und Natur in den Mittelpunkt:

„Unsere Nationalparke sind Orte, an denen Menschen Natur in ihrer Ursprünglichkeit erleben können – und gleichzeitig Verantwortung für ihren Schutz übernehmen. Genau darum geht es auch hier in Prerow“, sagte Minister Backhaus.

Mecklenburg-Vorpommern verfügt mit dem Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, dem Nationalpark Jasmund und dem Nationalpark Müritz über drei einzigartige Schutzgebiete. Zusammen umfassen sie mehrere zehntausend Hektar wertvoller Natur – von dichten Buchenwäldern über weitläufige Seenlandschaften bis hin zu sensiblen Küsten- und Meeresräumen. Gerade der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft steht in besonderer Weise für den Schutz unserer Ostsee und ihrer empfindlichen Lebensräume.

„Der Schutz unserer Meere und Küsten ist eine zentrale Aufgabe unserer Zeit. Die Boddenlandschaft zeigt eindrucksvoll, wie wertvoll und zugleich verletzlich diese Ökosysteme sind“, betonte Backhaus.

Der Campingplatz Prerow liegt inmitten dieses sensiblen Naturraums und wird nun mit dem Ahoi Camp Darß behutsam weiterentwickelt. Ziel ist es, Naturerlebnis und Naturschutz in Einklang zu bringen und gleichzeitig einen hochwertigen, familienfreundlichen Tourismus zu ermöglichen.

Minister Backhaus hatte sich persönlich intensiv für eine langfristige und tragfähige Lösung für den Standort eingesetzt und den gesamten Prozess aktiv begleitet.

„Mir war wichtig, dass wir für diesen besonderen Ort eine Perspektive schaffen, die sowohl der Natur als auch den Menschen gerecht wird. Das ist uns mit dem neuen Konzept gelungen“, so Backhaus.

Grundlage für die Neuausrichtung war ein transparentes Interessenbekundungsverfahren, aus dem das Ahoi Camp Darß als überzeugendster Anbieter hervorging. Ziel war es, einen nachhaltigen und wirtschaftlich tragfähigen Betrieb mit den hohen Anforderungen des Nationalparks in Einklang zu bringen.

Im November 2025 wurde ein langfristiger Pachtvertrag mit einer Laufzeit von 25 Jahren geschlossen und damit die Grundlage für eine stabile Entwicklung geschaffen.

Mit der Saison 2026 beginnt nun die schrittweise Umsetzung des Konzepts, das auf naturverträgliche Gestaltung, nachhaltige Materialien und klare Regeln für den Schutz sensibler Flächen setzt.

„Ich wünsche allen Besucherinnen und Besuchern einen wundervollen und unvergesslichen Urlaub hier bei uns – in einer einmaligen Landschaft, die wir gemeinsam schützen und bewahren“, sagte Backhaus.

Lebendbergung des Buckelwals

Rechtliche Einordnung

Schwerin – Vor dem Hintergrund zahlreicher Nachfragen stellt das Land Mecklenburg-Vorpommern die rechtliche Einordnung zur geplanten Lebendbergung des vor der Insel Poel gestrandeten Buckelwals klar.

Das Land hat keine Genehmigung für die Rettungsmaßnahme erteilt – und konnte eine solche auch nicht erteilen, da hierfür keine rechtliche Grundlage besteht.

Umweltminister Dr. Till Backhaus erklärt: „Es ist mir wichtig, hier für Klarheit zu sorgen: Das Land hat keine Rettung genehmigt. Eine solche Genehmigung ist rechtlich nicht vorgesehen.“

Rechtsgrundlage für das aktuelle Vorgehen ist § 45 Absatz 5 des Bundesnaturschutzgesetzes. Danach kann jede Person ein verletztes oder hilfloses Tier aufnehmen, um es zu pflegen und anschließend wieder auszuwildern. Bei besonders geschützten Arten – wie dem Buckelwal – besteht lediglich eine Meldepflicht gegenüber der zuständigen Behörde.

„Das vorgelegte Konzept ist rechtlich als Anzeige einer Inobhutnahme zu bewerten. Unsere Aufgabe war es daher, dieses zu prüfen und zu entscheiden, ob es untersagt werden muss oder geduldet werden kann“, so Backhaus.

Die zuständige Behörde hat in solchen Fällen keinen Genehmigungsspielraum, sondern lediglich drei Handlungsmöglichkeiten:

  • Herausgabe verlangen (hier nicht einschlägig),
  • die Maßnahme untersagen oder
  • die Maßnahme dulden.

Nach rechtlicher Prüfung wurde entschieden, die Maßnahme zu dulden.

„Entscheidend war die Frage, ob dem Tier durch die geplanten Maßnahmen unzumutbare zusätzliche Leiden entstehen. Das vorgelegte Konzept verfolgt einen vorsichtigen Ansatz. Deshalb bestand aus rechtlicher Sicht kein Grund für eine Untersagung“, erklärte Backhaus.

Die Verantwortung für die Durchführung der Maßnahme liegt vollständig bei der privaten Initiative, die das Konzept vorgelegt hat.

Das Land begleitet das Vorhaben, beobachtet die Umsetzung vor Ort und behält sich vor, die Maßnahme jederzeit zu untersagen.

„Wir bewegen uns weiterhin in einer sehr sensiblen Situation“, betonte der Minister und weist abschließend daraufhin, dass das zugrunde liegende wissenschaftliche Gutachten, das den Gesundheitszustand des Tieres als kritisch einschätzt, für das Land weiterhin maßgeblich ist.

GeoSymposium 2026

Innenminister Pegel: Geodaten sind Schlüssel für Verwaltung und Sicherheit

Neubrandenburg – Der Minister für Inneres und Bau des Landes Mecklenburg-Vorpommern Christian Pegel wird am Montag (20. April 2026) das GeoSymposium 2026 eröffnen und würdigt insbesondere 25 Jahre Geoinformatik-Ausbildung in Neubrandenburg. Die Veranstaltung steht unter dem Motto „Mit Geoinformation messen, verstehen und managen“ und feiert zugleich 25 Jahre Geoinformatik am Hochschulstandort Neubrandenburg.

„Geoinformation ist heute ein unverzichtbarer Teil der digitalen Grundausstattung unseres Landes. Wer planen, genehmigen, schützen oder im Krisenfall schnell handeln will, braucht aktuelle und verlässliche räumliche Daten“, sagt Minister Christian Pegel.

„Gerade in Zeiten zunehmender Extremwetterereignisse, wachsender Anforderungen an Infrastruktur und Verwaltung sowie geopolitischer Unsicherheiten spielt die Geoinformatik eine Schlüsselrolle. Geodaten schaffen Lagebilder, machen Veränderungen sichtbar und helfen, auch unter Unsicherheit gute Entscheidungen zu treffen. Das erhöht die Reaktionsfähigkeit von Verwaltung, Katastrophenschutz und Sicherheitsbehörden erheblich.“

25 Jahre Ausbildung mit Zukunft

Der Grundstein für die heutige Stärke wurde früh gelegt: Bereits 1992 startete an der Hochschule der Studiengang Vermessungswesen. 2000 folgte der Studiengang Geoinformatik.

Mit der Umstellung auf Bachelor- und Masterabschlüsse im Jahr 2008 sowie der Reform zum Studiengang „Geodäsie und Messtechnik“ im Jahr 2010 wurde das Angebot systematisch modernisiert und an internationale Standards angepasst. Ein weiterer Meilenstein war die Einführung des englischsprachigen Masterstudiengangs Geomatik, der sich gezielt auch an internationale Studierende richtet.

„Diese Entwicklung ist kein Zufall, sondern Ausdruck einer klaren strategischen Entscheidung. Hier wurde früh erkannt, dass Geoinformation eine Schlüsselkompetenz für Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft ist“, so Pegel.

Aktuell sind mehr als 110 Studierende in den GEO-Studiengängen eingeschrieben: 43 Studierende im Bachelor Geodäsie und Messtechnik, 11 Studierende im Bachelor Geoinformatik, 58 Studierende im Master Geomatik.

„Gerade der starke Masterbereich zeigt, dass Neubrandenburg attraktiv ist. Das ist ein klarer Standortvorteil – und ein wichtiger Beitrag zur Fachkräftesicherung im Land“, fügt der Minister an.

Ein erheblicher Teil der Studierenden absolviert das Studium dual oder mit vertiefter Praxis. Je nach Jahrgang betrifft das rund 25 bis 50 Prozent. Diese enge Verzahnung von Hochschule, Verwaltung und Wirtschaft erleichtert den Berufseinstieg und stärkt die Bindung an Mecklenburg-Vorpommern.

„Wer schon während des Studiums in Landesbehörden oder Unternehmen mitarbeitet, bleibt häufig auch nach dem Abschluss hier. Das ist ein entscheidender Faktor, um junge Menschen nicht nur auszubilden, sondern sie auch langfristig für Mecklenburg-Vorpommern zu gewinnen. Das ist gelebte Fachkräftestrategie“, verdeutlicht Christian Pegel.

Geoinformatik als Querschnittstechnologie

Das GeoSymposium 2026 verdeutlicht mit mehr als 25 Fachvorträgen die enorme thematische Breite der Geoinformatik – von Erdbeobachtung und Künstlicher Intelligenz über Geodateninfrastrukturen und Verwaltungsdigitalisierung bis hin zu Küstenschutz, Umweltmonitoring und Präzisionslandwirtschaft.

„Geoinformatik verbindet Datenmanagement, Analyse, Visualisierung und Entscheidungsunterstützung – und ist damit anschlussfähig für nahezu alle Bereiche von Staat und Wirtschaft“, unterstreicht Minister Pegel.

Starkes Signal für den Standort MV

Mit dem GeoSymposium 2026 sendet Mecklenburg-Vorpommern ein klares Signal: „Das Land gestaltet die Zukunft der Geoinformation aktiv mit. Neubrandenburg ist ein authentischer und zukunftsfähiger Ort für diesen Austausch. 25 Jahre Geoinformatik stehen hier nicht für Rückblick, sondern für Aufbruch. Das ist gut für die Verwaltung, gut für die Wirtschaft – und gut für die Zukunft unseres Landes“, sagt Christian Pegel abschließend.

Wiedereröffnung des DB-Reisezentrums Stralsund

Ines Jesse: „Wir sichern den Fortbestand von Reisezentren in unserem Land.“

Stralsund – Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, hat heute in Stralsund Hbf das DB-Reisezentrum wiedereröffnet. Nach einer grundlegenden Sanierung des Bahnhofsgebäudes hat die Deutsche Bahn das Reisezentrum umfassend modernisiert.

„Im Rahmen unserer Mobilitätsoffensive stellen wir als Land Mecklenburg-Vorpommern den Fortbestand des Reisezentrums in Stralsund und in vielen weiteren Städten in Mecklenburg-Vorpommern sicher. Dies finanzieren wir mit etwa 700.000 Euro pro Jahr“, so Staatssekretärin Jesse.

Die folgenden sieben Reisezentren bleiben erhalten: Schwerin Hbf, Rostock Hbf, Neubrandenburg Hbf, Bf. Greifswald, Stralsund Hbf, Bf. Wismar und Bf. Bergen auf Rügen. Für das Reisezentrum in Güstrow wird ab 2027 ein neues Konzept im Rahmen einer ganzheitlichen Mobilitätsagentur angestrebt. Im Rahmen der Daseinsvorsorge im ländlichen Raum sowie in den größeren Städten setzt das Land damit weiter auf eine qualitativ hochwertige Reiseberatung – direkt vor Ort sowie in Stralsund Hbf unterstützt durch digitalen, personenbedienten Service mit Hilfe eines neuen Fahrkartenautomaten mit Videofunktion.

„Mit dem modernen Videoautomaten schaffen wir in Stralsund zudem ein neues Serviceangebot, das eine zusätzliche Möglichkeit für persönliche Beratungen schafft. Der Stralsunder Hauptbahnhof wird damit Pilotstandort für diese Technologie, die in Mecklenburg-Vorpommern erstmals zum Einsatz kommt. Daneben verbleibt die persönliche Beratung der Fahrgäste im Reisezentrum“, so Staatssekretärin Ines Jesse.

M-V setzt Förderung für „Niederdeutsch-Kitas“ fort

Oldenburg: Kinder früh ans Plattdeutsche heranführen

Schwerin – Kleine Kinder für Niederdeutsch begeistern: Auch in diesem und im kommenden Jahr können Kindertageseinrichtungen sowie Kindertagespflegepersonen eine Pauschale von jeweils 1.500 Euro beantragen. Mit den Mitteln sollen Projekte rund um die Regionalsprache umgesetzt werden. Das Land stellt dafür seit 2025 jährlich 15.000 Euro im Rahmen des Modellprojektes „Niederdeutsch-Kitas“ zur Verfügung.

 „Die niederdeutsche Sprache ist ein wichtiger Teil unserer Heimat. Damit dieser Schatz auch künftig erhalten bleibt, sollen unsere Lütten früh und spielerisch an das Plattdeutsche herangeführt werden. Ich danke allen pädagogischen Fachkräften, die sich in den Niederdeutsch-Kitas für die Kleinsten engagieren“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg.

 Im vergangenen Jahr waren unter anderem die Kita „Apfelstübchen“ in Baumgarten und die Kinderville „Schatzkiste“ in Stralsund Teil des Modellprojektes. Dort besuchten die Erzieherinnen und Erzieher gemeinsam mit den Kindern das Heimatmuseum in Bützow und unternahmen einen Ausflug in den Stralsunder Zoo, um niederdeutsche Begriffe für Tiere und Pflanzen kennenzulernen.

 Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegepersonen erhalten die Antragsunterlagen beim Landesamt für Gesundheit und Soziales.

1. Fachtag Wohnraumanpassung

Drese auf Fachtag Wohnraumanpassung: Gute Wohnberatung ist von hoher Wichtigkeit für ein selbstbestimmtes Leben im Alter

Parchim – In Parchim findet heute im Beisein von Sozialministerin Stefanie Drese der 1. Fachtag Wohnraumanpassung „Zukunft Zuhause“ statt. Die Veranstaltung wird von der Landesfachstelle für Wohn- und Digitalisierungsberatung MV organisiert und bringt Expertinnen und Experten aus Beratung, Pflege, Medizin und Kommunen zusammen.

„Die seit 2024 bestehende Landesfachstelle soll insbesondere älteren Menschen, Menschen mit Beeinträchtigungen sowie Personen mit pflegerischem Bedarf im Alltag unterstützen und so ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen“, verdeutlichte Drese zum Start des Fachtags. Ziel sei der Aufbau einer landesweit leicht zugänglichen, qualitativ hochwertigen und zukunftsfähigen Beratungsstruktur im Bereich barrierefreies Bauen und Wohnen, so die Ministerin.

Im Mittelpunkt stehe die Wohnberatung als zentrale Anlaufstelle. Sie analysiert den individuellen Hilfebedarf, berät zu Möglichkeiten der Wohnraumanpassung und Finanzierung, unterstützt bei der Antragstellung und vermittelt passende Kontakte. „Die Wohnberatung ist der Schlüssel, um Menschen konkret und passgenau zu unterstützen“, sagte Drese.

Ein weiterer Schwerpunkt liege auf der Vermittlung von Informationen zu technischen und digitalen Hilfsmitteln. Diese leisten nach Aussage von Drese einen entscheidenden Beitrag dazu, dass Menschen möglichst lange in ihrer eigenen Häuslichkeit verbleiben können. Digitale Lösungen seien dabei ein zentraler Bestandteil der Angebote und unterstützen den Grundsatz „ambulant vor stationär“.

Die Landesfachstelle setzt bewusst auf die enge Verzahnung von Praxis, Wissenschaft und Forschung. Durch die Anbindung an das Altersmedizinische Zentrum des Kreiskrankenhauses Wolgast sowie an die Abteilung für Geriatrie der Universitätsmedizin Greifswald steht ein multiprofessionelles Team mit hoher wissenschaftlicher Expertise zur Verfügung.

„Gerade im Hinblick auf die Gesundheit im Alter spielt die Verbindung von Forschung und praktischer Beratung eine entscheidende Rolle“, betonte Drese. Erste wissenschaftliche Erkenntnisse werden mit Spannung erwartet.

Zugleich unterstrich die Ministerin die Bedeutung von Netzwerken: „Nur durch eine enge Zusammenarbeit aller Akteure – von Pflege über Medizin bis hin zu kommunalen Strukturen – können wir die Angebote kontinuierlich verbessern und den Ratsuchenden noch mehr Vorteile bieten.“

Die Wohn- und Digitalisierungsberatung ergänze die bestehenden Angebote der Pflegestützpunkte. Sie richte sich ausdrücklich nicht nur an pflegebedürftige Menschen, sondern steht im Sinne der Prävention allen Bürgerinnen und Bürgern offen, so Drese.

Das Sozialministerium Mecklenburg-Vorpommern fördert die Landesfachstelle mit jährlich 600.000 Euro. „Unser Ziel ist klar: Wir wollen, dass die Menschen in unserem Land so lange wie möglich selbstbestimmt, sicher und gut versorgt in ihrem eigenen Zuhause leben können. Die Landesfachstelle leistet dazu einen wichtigen Beitrag“, so Drese auf dem Fachtag.

Schwesig: Durch gute Ostseezusammenarbeit gewinnen alle

Rostock – In ihrer Rede beim 3. Baltic Sea Business Day hat Ministerpräsidentin Manuela Schwesig den Wert der Zusammenarbeit hervorgehoben: „Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern wollen Geschäfte im Ostseeraum machen. Wir laden Unternehmen aus anderen Ostseeländern ein, bei uns zu investieren. Denn wir sind davon überzeugt: Durch gute Ostseezusammenarbeit gewinnen alle.“ Die Zusammenarbeit mit den Nachbarn rund um die Ostsee voranzubringen, sei ihr ein persönliches Anliegen.

Schwesig zog in ihrer Rede auch Bilanz: „Das Handelsvolumen Deutschlands mit den Ostseeanrainerstaaten ist mit 341 Milliarden Euro größer als mit den Haupthandelspartnern, China und den Vereinigten Staaten. Mecklenburg-Vorpommern wickelt etwa 25 Prozent seines Außenhandels mit den Ostseeländern ab. Nach vorläufigen Zahlen ist das Gesamtvolumen im vergangenen Jahr um 14 Prozent auf fast 21 Milliarden Euro gestiegen. Unser Außenhandel zeigt sich robust und im Aufwärtstrend. Das ist eine gute Nachricht und angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage in ganz Deutschland keine Selbstverständlichkeit.“ Selbst wenn sich in diesen Zahlen auch der Verkauf eines großen Kreuzfahrtschiffs bemerkbar mache, sei Außenhandel im Wesentlichen der Handel mit Produkten des täglichen Lebens und des industriellen Bedarfs. Außenhandel bedeute Wertschöpfung im Land.

„Zu unseren Hauptexportgütern in den Ostseeraum gehört Weizen ebenso wie Schiffe. 70 Prozent der Düngemittel, die wir exportieren, gehen in den Ostseeraum. Wir importieren Erdöl, Erdgas und Mineralölerzeugnisse. 94 Prozent dessen, was wir an Papier und Pappe importieren, kommt aus Finnland. Polen ist ohnehin einer unser wichtigsten Außenhandelspartner, 2025 betrug das Handelsvolumen 1,4 Milliarden Euro“, führte Schwesig aus.

„Das gute Ergebnis verdanken wir sowohl einheimischen Unternehmen, die sich im Import und Export betätigen, als auch Unternehmen aus den anderen Ostseestaaten, die in Mecklenburg-Vorpommern investiert haben und heimisch geworden sind“, so die Ministerpräsidentin. Sie alle brächten die Wirtschaft ebenso voran, wie die Zusammenarbeit rund um die Ostsee.

Für die Landesregierung sei die Unterstützung der Unternehmen im Außenhandel ebenso wichtig, wie der Kontakt zu Investoren im Ausland. Die Regierungschefin machte klar: „Jedes Unternehmen, das in Mecklenburg-Vorpommern investieren oder erweitern will, findet in der Staatskanzlei und im Wirtschaftsministerium offene Türen und die Bereitschaft, konkret zu helfen. Wir sind ein Land der kurzen Wege und Ansiedlung ist bei uns Chefinsache.“

Das Engagement zahle sich aus. Der Außenhandel schaffe neue Arbeitsplätze. Das zeige u.a. die Produktionserweiterung der Firma Haff-Dichtungen aus Ueckermünde. „Auf dem Deutsch-Lettischen Wirtschaftstag wurden von Familie Ruhnau konkrete Aufträge angebahnt und diese führen nun zu einer Erweiterung der Produktion. Jetzt werden mehr als 4 Millionen Euro investiert und am Standort neue Arbeitsplätze geschaffen“, so die Regierungschefin.

Schwesig nannte ein weiteres Beispiel: „Während andere Regionen unter geopolitischen Spannungen stehen, wächst der Kreuzfahrttourismus in unserer Region und wir wachsen zusammen. Er macht den Ostseeraum für die Menschen erfahrbar.

AIDA allein plant im nächsten Jahr 392 Anläufe in den Häfen des demokratischen Ostseeraums mit über 1,3 Millionen Passagieren. Das stärkt den Ostseeraum und wir sind mit AIDA vorn dabei,“ sagte die Regierungschefin.

Mit mehr als 650 Gästen konnte auf dem 3. Baltic Sea Business Day ein neuer Besucherrekord aufgestellt werden. „Er ist das Spitzentreffen der Ostseeanrainer, das Forum für den Ideentausch, die Plattform für Kontakte rund um die Ostsee“, so Schwesig.