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Drese: „Notfallreform ist überfällig – MV hat wichtige Weichen mitgestellt“

Schwerin – Überfüllte Notaufnahmen, unnötige Rettungsfahrten und unklare Zuständigkeiten: Die Probleme der Notfallversorgung sind seit Jahren bekannt. Der Bundestag hat heute eine umfassende Reform beschlossen, die Patienten gezielter in die passende Versorgung steuern und Rettungsdienste wie Krankenhäuser entlasten soll. Gesundheitsministerin Stefanie Drese begrüßt den Beschluss zur Neuordnung der Notfallversorgung: „Die Reform ist überfällig. Wer medizinische Hilfe braucht, muss schnell dort ankommen, wo ihm am besten geholfen werden kann. Dafür müssen Rettungsdienst, ärztlicher Bereitschaftsdienst und Krankenhäuser enger zusammenarbeiten. Mecklenburg-Vorpommern hat sich dafür seit Jahren eingesetzt und wichtige Ansätze bereits in Modellprojekten erprobt.“

Ein zentraler Fortschritt ist für Drese die bessere Vernetzung der Notrufnummer 112 mit der 116 117 des kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes. Künftig sollen Hilfeersuchen digital und ohne erneute Datenerhebung an die jeweils zuständige Stelle übergeben werden können. Zudem sollen standardisierte Ersteinschätzungen dafür sorgen, dass Patientinnen und Patienten schneller die richtige Versorgung erhalten. „Wir haben in Mecklenburg-Vorpommern positive Erfahrungen mit der Zusammenarbeit von Rettungsdienst und kassenärztlichem Bereitschaftsdienst gemacht. Dass diese Zusammenarbeit nun bundesweit verbindlich gestärkt werden soll, ist ein wichtiger Schritt. Nicht jeder medizinische Notfall gehört in eine Krankenhausnotaufnahme – aber jeder Mensch muss die Hilfe bekommen, die er tatsächlich braucht“, so Drese.

Auch die geplante Anerkennung des Rettungsdienstes als eigenständiger Leistungsbereich in der gesetzlichen Krankenversicherung ist aus Sicht der Ministerin ein wichtiger Durchbruch. Künftig sollen nicht mehr nur Transporte, sondern auch medizinische Leistungen und eine abschließende Versorgung vor Ort rechtssicher erbracht und vergütet werden können. Das entspricht den gewachsenen medizinischen Möglichkeiten und der Qualifikation der Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter. „Der Rettungsdienst ist weit mehr als ein Transport ins Krankenhaus. Wenn qualifizierte Einsatzkräfte Menschen vor Ort medizinisch versorgen können, muss das auch finanziell abgebildet werden. Das schafft mehr Handlungssicherheit und kann unnötige Transporte vermeiden“, betont Drese.

Bei der sektorenübergreifenden Notfallversorgung ist Mecklenburg-Vorpommern bereits heute gut aufgestellt. Viele Bereitschaftsdienstpraxen der Kassenärztlichen Vereinigung befinden sich schon an Krankenhausstandorten. Ein Beispiel ist das Klinikum Pasewalk, dessen Notaufnahme mit sechs Millionen Euro Landesmitteln modernisiert wurde. Dort werden Rettungsdienst, Leitstelle, Krankenhaus und ambulante Versorgung enger verzahnt. „Wir zeigen in Mecklenburg-Vorpommern bereits, wie eine moderne Notfallversorgung über Sektorengrenzen hinweg funktionieren kann. Diese Erfahrungen sind richtungsweisend. Jetzt kommt es darauf an, die neuen gesetzlichen Möglichkeiten vor Ort so umzusetzen, dass sie bei den Menschen ankommen“, betonte Drese.

Bei der Umsetzung bleiben aus Sicht des Landes allerdings wichtige Fragen zu klären. Insbesondere muss sichergestellt sein, dass die Finanzierung des Rettungsdienstes dauerhaft die notwendigen Vorhalte- und Investitionskosten abdeckt und die flächendeckende Versorgung nicht gefährdet wird. Auch die Länder müssen bei der Festlegung der Standorte Integrierter Notfallzentren angemessen eingebunden werden. Drese: „Die Reform eröffnet wichtige Chancen. Entscheidend ist jetzt, dass die neuen Strukturen verlässlich finanziert werden und sich an den tatsächlichen Versorgungsbedarfen orientieren. Unser Ziel ist es, die Menschen schneller und besser zu versorgen – unabhängig davon, wo sie in Mecklenburg-Vorpommern leben.“

ADHS-Diagnose per Bluttest

Dr. Blank: „Hier entsteht Medizintechnik von morgen.“

Rostock – Die MetaAIDiagnostic GmbH aus Rostock und die Universitätsmedizin Greifswald entwickeln gemeinsam einen blutbasierten Test für die ADHS-Diagnostik. Das Land Mecklenburg-Vorpommern fördert das Verbundvorhaben „Diagnostik und Charakterisierung von ADHS-Patienten“ mit insgesamt rund 1,35 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Davon entfallen rund 624.000 Euro auf MetaAIDiagnostic und rund 729.000 Euro auf die Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Greifswald unter Leitung von Prof. Dr. Hans J. Grabe.

„Hier entsteht Medizintechnik von morgen: entwickelt in Rostock, klinisch fundiert in Greifswald. Genau dieses Zusammenspiel von innovativen Unternehmen und starker Universitätsmedizin wollen wir in Mecklenburg-Vorpommern voranbringen“, sagte Dr. Wolfgang Blank, Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Mecklenburg-Vorpommern.

ADHS wird bislang vor allem über Fragebögen und klinische Gespräche diagnostiziert; objektive Messwerte fehlen. Auf einen Termin bei Fachärztinnen und Fachärzten warten Betroffene oft sechs Monate bis über ein Jahr. MetaAIDiagnostic analysiert mittels Massenspektrometrie Stoffwechselprodukte im Blut und wertet die Daten mit Verfahren der künstlichen Intelligenz aus. Ziel ist ein Test, der die Diagnose objektiver und schneller macht, Untergruppen von ADHS unterscheidet und die Therapieauswahl unterstützt.

Die Universitätsmedizin Greifswald übernimmt die Rekrutierung und klinische Diagnostik von rund 320 Patientinnen und Patienten. MetaAIDiagnostic verantwortet Laboranalytik, Datenplattform und die Entwicklung der KI-gestützten Klassifikationsmodelle. Die Partner bauen auf einer gemeinsamen Pilotstudie auf, in der eine Gruppe von Metaboliten ADHS-Betroffene von Kontrollpersonen unterscheiden konnte. Die klinische Studie in Greifswald startet am 1. November 2026; das Vorhaben läuft bis April 2029.

„Ein Bluttest kann und soll die klinische Diagnostik nicht ersetzen, aber entscheidend ergänzen. Uns interessiert unter anderem, ob sich ADHS damit verlässlich von anderen psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder Autismus abgrenzen lässt und ob es biologische Subtypen der Erkrankung gibt. Zugleich beobachten wir, ob und falls ja, wie sich die Marker unter der Therapie verändern. So könnte der Test künftig auch zeigen, ob eine Behandlung anschlägt.“, sagt Prof. Dr. Hans J. Grabe, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Greifswald.

„Die diesjährige Auszeichnung von MetaAIDiagnostic mit dem dritten Preis des Baltic Sea Region Health Innovation Award zeigt: Unsere Förderung erreicht die Richtigen. Das Land investiert gezielt in Innovation, denn daraus entstehen hochqualifizierte Arbeitsplätze und Wertschöpfung im Land entstehen“, so Blank.

„In Greifswald haben wir einen klinischen Partner, der ADHS-Diagnostik auf höchstem Niveau betreibt. Gemeinsam bringen wir einen objektiven Bluttest in die Versorgung; entwickelt in Mecklenburg-Vorpommern, für Patientinnen und Patienten weit über das Land hinaus“, sagt Dr. Volkmar Weckesser, Gründer und Geschäftsführer der MetaAIDiagnostic GmbH.

Die 2022 gegründete MetaAIDiagnostic GmbH will in den kommenden fünf Jahren rund 25 Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern schaffen. An der Universitätsmedizin Greifswald entstehen im Projekt bis zu zehn Stellen für Ärztinnen und Ärzte, Psychologinnen und Psychologen sowie Study Nurses. Die Gesamtausgaben des Verbundvorhabens betragen rund 1,7 Millionen Euro. Die Bewilligung erfolgte durch die TBI Technologie-Beratungs-Institut GmbH.

Plastikpiraten am Schaproder Strand

Gingster Schüler untersuchen mit Wissenschaftlern aus Kiel und Berlin Plastikmüll

Insel Rügen – Plastikverschmutzung an Rügens Küsten ist ein Thema, mit dem sich Schüler aus der Gingster Schule direkt vor Ort befasst haben. Die Zehntklässler beteiligten sich an dem europaweiten Projekt „Plastic Pirates – Go Europe“ und reisten dafür an den Strand von Schaprode.

Der Unterschied zu den bisherigen Aktionen der Schule wie beim jährlichen Küstenputz zusammen mit dem Biosphärenreservat liegt auf der Hand. „Wir haben an dem Vormittag die Verschmutzung an dem Strandabschnitt wissenschaftlich untersucht und dokumentiert“, erklärt Elise Ganzlin. Sie hat zusammen mit ihren Mitschülern in drei Gruppen auf ganz unterschiedliche Weise nach einem vorher festgelegten Prinzip Proben genommen, analysiert und als Datensatz festgehalten.

Janto Schönberg (rechts) von den Plastikpiraten mit der Jungengruppe, die Proben am Spülsaum des Schaproder Strandes nimmt und analysiert. Foto: privat
Janto Schönberg (rechts) von den Plastikpiraten mit der Jungengruppe, die Proben am Spülsaum des Schaproder Strandes nimmt und analysiert. Foto: privat

Ihr Biologielehrer Ulf Todenhagen freute sich mit ihnen über die Abwechslung im Unterricht, die noch mehr Anschaulichkeit brachte. „Meine Schüler haben damit wie viele andere Jugendliche auch einen echten wissenschaftlichen Beitrag zu einer global durchgeführten Untersuchung geleistet“, erklärt er am Rande des Strandtages. Denn auch in Schaprode finde man trotz der regelmäßigen Strandreinigung immer wieder Verschmutzungen aller Art.

Die Vertreter der Plastikpiraten unterstützten die Schulklasse bei der Forschungsaufgabe. Nach einem Vorgespräch über die Geschichte des 10-jährigen Projekts und dessen Zielsetzung leiteten sie die jungen Wissenschaftler bei ihrer Arbeit an. „In den zehn Jahren haben sich bereits 25.000 Kinder und Jugendliche in 14 europäischen Ländern an dem Vorhaben beteiligt“, sagt Janto Schönberg von der Kieler Forschungswerkstatt, die diese bildungsbezogenen Aktionen plant, koordiniert und wissenschaftlich begleitet.

Die Rügener Ergebnisse landen jetzt in einer großen gemeinsamen Datenbank, die für die wissenschaftliche Arbeit weltweit genutzt werden kann. „Die Exkursion hat sich gelohnt“, meint Schulleiter André Farin, „die Lerneffekte sind viel größer, wenn Schüler auch an anderen Lernorten selbst aktiv werden können.“ Daher plane die Schule die Wiederaufnahme solcher Unterrichtsausflüge ins Schulprogramm.

Wanderspende für Verkehrsgarten

750 Euro für die Neuanschaffung von mobilen Verkehrszeichen auf dem Grundschulhof

Insel Rügen – Freude an der Gingster Grundschule. 84 Wanderer trafen sich am zweiten Oktobersonntag zur „Herbstwanderung mit Arthur“ und spendeten für einen guten Zweck. Eine stolze Summe von 750 Euro kam dabei auf Ummanz zusammen. Organisator Jörg „Arthur“ Nordt übergab den symbolischen Spendenscheck freudestrahlend an Clemens Oppermann vom Förderverein der Schule.

„Uns ist es eine Herzenssache, für Vereine und Projekte auf der Insel zu spenden“, erklärt Jörg Nordt, der in der Szene der Wanderer und Inselläufer ein bekanntes Gesicht ist. Der Gemeinschaftssinn, der beim Wandern entstehe, mache viele solcher wohltätigen Aktionen möglich. „Ich bin sehr zufrieden mit Wetter, Beteiligung und Ergebnis an dem sonnigen Tag“, meint Jörg Nordt, der bereits weitere Projekte plant.

Der Projektleiter der Wanderaktion Jörg „Arthur“ Nordt (links) übergibt den Spendenscheck an Clemens Oppermann vom Förderverein der Schule Gingst. Foto: privat
Der Projektleiter der Wanderaktion Jörg „Arthur“ Nordt (links) übergibt den Spendenscheck an Clemens Oppermann vom Förderverein der Schule Gingst. Foto: privat

„Unser Förderverein freut sich riesig über die Spende“, sagt Clemens Oppermann, der für den Vereinsvorstand an der Spendenübergabe teilnahm. „Wir werden von dem Geld weitere mobile Verkehrszeichen für den Fahrradparcours auf unserem Grundschulhof anschaffen“, erzählt er den Wanderfreunden, die nach ihrem Kilometer-Soll ihren wohlverdienten Imbiss genießen konnten.

Der Gingster Schulleiter André Farin ist begeistert von den zahlreichen privaten Spendenaktionen zu Gunsten der Schule. „Wir sind froh über jede finanzielle Zuwendung, die unseren Kindern zu Gute kommt“, sagt er im Nachgespräch mit den Organisatoren auf der Schwesterinsel Ummanz. Man spüre sehr, wie sich viele Einwohner für die schulische Entwicklung im Westen der Insel interessieren und die Arbeit von Gemeinde, Schule und Förderverein unterstützen wollen.

Bereits 26.000 Anmeldungen zur SchulKinoWoche

Vom 2. bis 6. November stehen 83 Filme an 30 Kino-Standorten auf dem Programm

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern wird der Kinosaal wieder zum Klassenzimmer: Die SchulKinoWoche MV lädt Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen und Schularten dazu ein, ausgewählte Filme zu einem vergünstigten Eintrittspreis im Kino zu erleben. Das Interesse ist groß: Mehr als 26.000 Schülerinnen und Schüler haben sich bereits angemeldet.

„Ein guter Kinofilm berührt, lässt mitfiebern, regt zum Nachdenken an und eröffnet neue Perspektiven“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Schülerinnen und Schüler können mit den Figuren lachen, mit ihnen mitfühlen und sich in ihre Lagen hineinversetzen. Solche Filmerlebnisse wirken oft über den Kinofilm hinaus und bieten gute Gelegenheiten, über die Geschichten ins Gespräch zu kommen.“

Eröffnet wird die SchulKinoWoche am 2. November im CineStar Waren/Müritz mit Volker Schlöndorffs Film „Heimsuchung – Eine Jahrhundertgeschichte“. Im Anschluss findet ein Filmgespräch statt. Zu den aktuellen Anmeldefavoriten der Schulen zählen „Checker Tobi 3 – Die heimliche Herrscherin der Erde“, „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“, „Das geheime Stockwerk“ und „Emil und die Detektive“. Die Filme bieten Anknüpfungspunkte für Fächer wie Sachunterricht, Biologie, Geografie, Geschichte, Deutsch und Ethik.

„Die SchulKinoWoche fördert die Film- und Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen“, sagte die Bildungsministerin weiter. „Sie unterstützt den bewussten und kritischen Umgang mit dem Medium Film und stärkt das Kino als Ort kultureller Bildung. Damit das gut gelingt, erhalten Lehrkräfte kostenfreie pädagogische Begleitmaterialien zur Vor- und Nachbereitung im Unterricht. Ausgewählte Vorführungen werden zudem von Filmgesprächen mit Expertinnen, Experten und Filmschaffenden begleitet“, so Oldenburg.

Auch mehrere Sonderprogramme ergänzen das Angebot. Dazu gehört „ÜberLeben in Diktaturen“ der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern. Es umfasst unter anderem die Filme wie „In Liebe, Eure Hilde“ und „Fluchtweg Ostsee“. Anlässlich des 250. Jahrestages der US-Unabhängigkeitserklärung richtet das Programm „250 Jahre Freiheit für alle?“ den Blick auf US-amerikanische Perspektiven, etwa mit „The Florida Project“ und „Die Unbestechlichen“.

Das Wissenschaftsjahr 2026 – Medizin der Zukunft widmet sich Fragen rund um Forschung und Ethik. Dazu gehört eine Sonderveranstaltung zum Film „Marie Curie“ am 6. November im Filmpalast Capitol Schwerin in Kooperation mit der Schweriner Wissenschaftswoche. Die Filmreihe „17 Ziele – Kino für eine bessere Welt“ von Engagement Global greift die UN-Nachhaltigkeitsziele auf und zeigt unter anderem „Future Council – Komm an Bord“ und „Arco“.

Für Schulen ohne Kino in der Nähe bringt das „Mobile Kino“ ausgewählte Vorführungen direkt vor Ort.

Die SchulKinoWoche Mecklenburg-Vorpommern ist ein Projekt von VISION KINO – Netzwerk für Film- und Medienkompetenz. Sie wird in Kooperation mit der FILMLAND MV gGmbH und der Bundeszentrale für politische Bildung realisiert. Das Land Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch die Landeszentrale für politische Bildung, unterstützt das Angebot in diesem Jahr mit 23.450 Euro.

Informationen zum Programm, zu den teilnehmenden Kinos und zum Begleitmaterial sowie die Möglichkeit zur Buchung und Anmeldung gibt es unter www.schulkinowoche-mv.de.

Herbstferien in den Nationalen Naturlandschaften von M-V

Mit dem Entdeckerpass auf Stempeljagd

Schwerin – Goldene Wälder, ziehende Kranichschwärme und frische Ostseeluft: Die herbstlichen Ferientage bieten die ideale Gelegenheit, Mecklenburg-Vorpommerns einzigartige Natur zu erkunden. Die Nationalen Naturlandschaften (NNL) des Landes – bestehend aus den drei Nationalparken, drei UNESCO-Biosphärenreservaten und sieben Naturparken – laden Familien, Einheimische und Gäste zu abwechslungsreichen Veranstaltungen ein. Pünktlich zur Ferienzeit wartet zudem ein besonderes Highlight: der neue NNL-EntdeckerPass.

Damit stellen sich mehr als 140 Schutzgebiete bundesweit vor. Das handliche Heft im Postkartenformat ist der perfekte Begleiter für jeden Familienausflug. Das Prinzip ist einfach: In jeder teilnehmenden Naturlandschaft ist mindestens eine individuelle Stempelstelle eingerichtet. Wer fleißig Stempel sammelt, lernt nicht nur die Besonderheiten der Ökosysteme kennen, sondern kann auch automatisch an einer Jahresverlosung teilnehmen. Zu gewinnen gibt es hochwertige Wandbilder, praktische Fotobücher oder nützliche Outdoor-Ausrüstung. Der Pass kann direkt vor Ort in den Informationszentren mitgenommen oder online bestellt werden.

„Die Nationalen Naturlandschaften sind Aushängeschilder für MV. Darauf können wir stolz sein. Die Vielfalt der geschützten Natur macht einen Anteil von über 30 Prozent der Gesamtfläche Mecklenburg-Vorpommerns aus. Es ist diese unberührte Natur, unsere 2.000 Seen, 2.000 Kilometer Küste und 2.000 Schlösser, Guts- und Herrenhäuser und die vielen Menschen in MV, die vom und mit dem Tourismus leben, die unser Land zum Urlaubland Nr. 1 in Deutschland machen. Das beweisen die jährlich mehr als 30 Millionen Übernachtungen. In den Herbstferien finden überall im Land Wanderungen und Feste für die ganze Familie statt, die ich aus eigenem Erleben nur empfehlen kann“, sagt Umweltminister Dr. Till Backhaus.

Ausgewählte Veranstaltungstipps für die Herbstferien: Naturpark Insel Usedom

Wer die Insel auf zwei Rädern erkunden möchte, kann sich am 19. Oktober der geführten Radwanderung zur geschichtsträchtigen Halbinsel Gnitz anschließen oder am 21. Oktober bei einer Tour durch die Inselmitte die verborgenen Schätze Usedoms entdecken. Ein besonderes Highlight für die jüngsten Entdecker wartet am 20. Oktober: Beim interaktiven „Moorerlebnis für Kinder“ am Mümmelkensee wird in Kooperation mit der Lebenslandschaft Vorpommern der „Ferien-Moorkoffer“ ausgepackt, mit dem die Kleinen spielerisch diesen sensiblen Lebensraum erforschen.

Naturpark Sternberger Seenland: Kreative Ferienzeit

Im Naturpark Sternberger Seenland wird die Urlaubszeit kreativ genutzt. Während der Ferienaktionswoche schlägt der Naturpark einen Infostand im Freilichtmuseum Groß Raden auf. Hier können Familien gemeinsam Nistkästen für den kommenden Frühling zimmern, kleine herbstliche Bastelarbeiten anfertigen und ihr Wissen bei einem spannenden Naturquiz auf die Probe stellen.

Biosphärenreservat Schaalsee/Elbe

Spannende Einblicke in die Tierwelt versprechen zwei Bildervorträge des langjährigen Naturschützers und Fotografen Dr. Andreas Schüring. Am 18. Oktober beleuchtet er im GRENZHUS Schlagsdorf das Leben der Schleiereule und geht der Frage nach, warum dieser treue Kulturfolger des Menschen zunehmend in Bedrängnis gerät.

Am 19. Oktober steht im Medienraum EinFlussReich in Boizenburg die Nutria im Mittelpunkt. Der Vortrag zeigt die faszinierende Biologie des imposanten Nagers, thematisiert aber auch das ökologische und wirtschaftliche Konfliktpotenzial dieser invasiven Art in unseren Flusslandschaften.

Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft

Das Team der Umweltbildung lädt am 27. Oktober zur beliebten Familienführung „Der Natur auf der Spur“ ein. Gemeinsam geht es mit offenen Augen, geschärften Sinnen und interaktiven Aktionen durch den herbstlichen Darßwald. Die kostenfreie Führung ist speziell für Familien mit Kindern ab 5 Jahren konzipiert (Spenden für den Nationalpark sind willkommen).

Naturpark Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See

Die Ranger des Naturparks nehmen Gäste im Oktober mit auf ganz unterschiedliche Streifzüge. Frühaufsteher und Vogelfreunde können sich am 17. Oktober dem Naturpark Ranger in Basedow anschließen. Bei einer rund 5 Kilometer langen Wanderung ab dem „Alten Schafstall“ führt er Anfänger in die Welt der herbstlichen Vogelstimmen von Rotkehlchen, Zaunkönig und Co. ein.

Am Nachmittag geht es in Teterow kreativer zu: Ab dem Parkplatz der Gaststätte „Hohes Holz“ führt eine familienfreundliche, 3 Kilometer lange Tour in den Wald, bei der Naturmaterialien gesammelt werden. Im Anschluss entstehen daraus unter Anleitung bunte Blätterwichtel, Eichelmännchen und Kastanienmonster. Wer einfach nur das herbstliche Farbenspiel genießen möchte, begleitet am 24. Oktober einen Ranger auf einer klassischen, 5 Kilometer langen Herbstwanderung durch den malerischen Panschenhäger Forst.

Naturpark Feldberger Seenlandschaft

Ein herbstliches Kultur- und Natur-Highlight wartet am 17. Oktober im Hans-Fallada-Museum in Carwitz. Das Museum und der Naturpark laden zum traditionellen Apfelfest auf das historische Anwesen ein. Neben Kurzführungen mit Museumsleiter Dr. Stefan Knüppel stehen gemeinsames Saftpressen, eine Obstsortenverkostung und ein buntes Kreativprogramm auf dem Plan. Am 21. Oktober begibt sich ein Ranger bei einer 6 Kilometer langen Themenführung auf die Spuren von „Isegrim“ und vermittelt Wissenswertes rund um das Thema Wolf. Ruhiger, aber nicht weniger erlebnisreich wird es am 22. Oktober bei der Familienführung „Einem Baum begegnen“. Die 4,5 Kilometer lange Wanderung führt über den Hauptmannsberg und Hullerbusch.

Wichtige Hinweise für Besucher

Für die meisten geführten Wanderungen und Veranstaltungen ist aufgrund begrenzter Teilnehmerzahlen eine vorherige Anmeldung erforderlich. Bei allen Ausflügen sollten Gäste auf wetterfeste Kleidung, festes Schuhwerk und gegebenenfalls Rucksackproviant achten.

Alle Termine und Ansprechpartner sind auf den Webseiten der Nationalen Naturlandschaften von MV unter www.natur-mv.de zu finden. Informationen zum Bezug des neuen EntdeckerPasses sind außerdem auf der Webseite des Nationalen Naturlandschaften e. V. erhältlich: Entdeckerpass – Nationale Naturlandschaften.

Drese: „Wechseljahre sind kein Tabu“

Beschwerden müssen ernst genommen werden

Schwerin – Rund 80 Prozent der Frauen erleben während der Wechseljahre Beschwerden, bei etwa einem Drittel sind diese so stark, dass sie die Lebensqualität im Alltag und Beruf einschränken. Gleichzeitig können die hormonellen Veränderungen mit erhöhten Gesundheitsrisiken verbunden sein.

Gesundheitsministerin Stefanie Drese fordert deshalb, Frauengesundheit stärker in Forschung, medizinischer Ausbildung und Versorgung zu verankern. Mit einem Videogrußwort eröffnete die Ministerin am (heutigen) Mittwoch den Fachtag „Hormone überall – ich fühle was, was du nicht fühlst…“ der Landesfachstelle für sexuelle Gesundheit und Familienplanung MV „inteam“ in Güstrow. Zielgruppe der Veranstaltung sind pädagogische und medizinische Fachkräfte und Interessierte.

„Wechseljahre sind keine Krankheit. Aber Beschwerden dürfen auch nicht kleingeredet werden, nur weil diese Lebensphase natürlich ist“, sagte Drese. Hitzewallungen, Schlafstörungen, Erschöpfung und Stimmungsschwankungen könnten Frauen erheblich belasten. Zudem stehen die Wechseljahre im Zusammenhang mit möglichen Risiken etwa für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Osteoporose; auch hier bestehe weiterer Forschungsbedarf.

„Dass wir über so viele Jahre zu wenig über frauenspezifische Gesundheit geforscht haben, ist ein Versäumnis, das wir korrigieren müssen. Frauen haben Anspruch auf eine Medizin, die ihre Bedürfnisse kennt und ernst nimmt.“

Die Folgen reichten über die individuelle Gesundheit hinaus. Wenn Beschwerden unerkannt blieben und Frauen keine angemessene Unterstützung erhielten, könne das auch ihre berufliche Teilhabe beeinträchtigen. „Wir sprechen über Fachkräftemangel und darüber, wie Menschen möglichst lange gesund und beruflich aktiv bleiben können.

Dann müssen wir auch über die Wechseljahre sprechen – offen, sachlich und ohne Tabus“, so Drese. Nötig seien mehr Aufklärung, eine bessere medizinische Beratung und eine Versorgung, die auch in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern gut erreichbar ist.

Der Fachtag widmet sich neben den Wechseljahren auch der Transidentität. Fachvorträge zu aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und zur Begleitung transidenter Erwachsener werden durch Workshops zu Sexualität, Selbstfürsorge und hormonellen Veränderungen ergänzt.

Drese unterstrich, dass geschlechtersensible Gesundheitsversorgung die unterschiedlichen Bedürfnisse aller Menschen berücksichtigen müsse – ausdrücklich auch die von trans-, intergeschlechtlichen und queeren Menschen. „Gute Medizin darf nicht von überholten Vorstellungen ausgehen. Sie muss den Menschen sehen, zuhören und individuell helfen können.“

Einheitliche Erbschaftsteuer statt Steuerwettbewerb zwischen den Ländern

Schwerin – Minister Dr. Heiko Geue lehnt Bayerns Vorstoß zur Regionalisierung der Erbschaftsteuer ab. Statt Steuerwettbewerb zwischen den Ländern fordert Mecklenburg-Vorpommern mehr Steuergerechtigkeit, weniger Ausnahmen für große Vermögen und bessere Bedingungen für Unternehmensnachfolgen.

Zur gestrigen Verhandlung des Bundesverfassungsgerichts über den Normenkontrollantrag „Erbschaftsteuer – Gesetzgebungskompetenzen“ der Bayerischen Staatsregierung erklärt Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue: „Eine Regionalisierung der Freibeträge und Steuersätze, wie sie Bayern anstrebt, lehnen wir entschieden ab.

Stattdessen wollen wir mehr Steuergerechtigkeit und eine Erbschaftsteuer, die in der Praxis funktioniert. Es ist schwer vermittelbar, wenn sehr große Vermögen durch weitreichende Ausnahmeregelungen nahezu steuerfrei übertragen werden können, während andere Erbinnen und Erben regulär Steuern zahlen.

Deshalb setzen wir uns für eine Reform der Verschonungsbedarfsprüfung und für eine stärkere Besteuerung sehr hoher Vermögen ein. Gleichzeitig müssen wir sicherstellen, dass Unternehmen fortgeführt und Arbeitsplätze erhalten werden können. Dafür brauchen wir praktikable Lösungen, beispielsweise durch großzügigere Stundungsmöglichkeiten. Entscheidend ist ein fairer Ausgleich zwischen Steuergerechtigkeit und dem Schutz wirtschaftlicher Substanz.“

Unterschiedliche Freibeträge und Steuersätze würden einen Steuerwettbewerb zwischen den Ländern begünstigen, zusätzliche Bürokratie verursachen und die einheitliche Anwendung des Steuerrechts erschweren. Die Höhe der Erbschaftsteuer darf nicht davon abhängen, in welchem Bundesland jemand lebt.

Die anstehenden Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts zur Erbschaftsteuer werden wichtige Hinweise für den weiteren Reformbedarf geben. Mecklenburg-Vorpommern setzt sich dafür ein, die notwendigen Reformen auf dieser Grundlage zügig voranzubringen.