Menü Schließen

Erneuerbare Energien und Beteiligungen

Ines Jesse: „Die Wertschöpfung aus den Erneuerbaren muss dort ankommen, wo die Energie erzeugt wird“

Grevesmühlen – Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, hat sich gestern beim Kommu­nalnetzwerk West der Landesenergie- und Klimaschutzagen­tur Mecklenburg-Vorpommern (LEKA MV) in Grevesmühlen über den Ausbau erneuerbarer Energien und die Möglich­keiten kommunaler Beteiligung informiert. Rund 30 Vertre­terinnen und Vertreter aus Kommunen der Landkreise Nord­westmecklenburg, Ludwigslust-Parchim und Rostock nahmen an der Veranstaltung teil.

„Der Ausbau der erneuerbaren Energien bietet Mecklenburg-Vorpommern große Chancen – für unsere Wirtschaft, für neue Arbeitsplätze und für die Entwicklung unserer Regionen. Ent­scheidend ist, dass die Wertschöpfung dort ankommt, wo die Energie erzeugt wird. Deshalb stärken wir mit dem neuen Bür­ger- und Gemeindenbeteiligungsgesetz die Möglichkeiten sowohl für Kommunen und als auch für Bürgerinnen und Bür­ger, vor Ort stärker zu profitieren und mitzugestalten“, betonte Staatssekretärin Jesse.

Die Neufassung des Bürger- und Gemeindenbeteiligungs­gesetzes MV stärkt die regionale Wertschöpfung und fördert die Akzeptanz für den Ausbau der Erneuerbaren durch eine höhere finanzielle Beteiligung der Menschen vor Ort. Bei Windenergieanlangen erhalten die Bürgerinnen und Bürger sowie die Gemeinden pro vollem Megawatt installierter Leis­tung standardmäßig jeweils 5.000 Euro jährlich. Bei Photovol­taik-Freiflächenanlagen sind es jeweils insgesamt 1.000 Euro pro Jahr. Auch Unternehmen profitieren von zu­sätzlichen Anreizen für die Nutzung Direktstrom.

Mecklenburg-Vorpommern ist bei der Beteiligung von Kom­munen und Bürgern bundesweit Vorreiter. Bereits 2016 hatte das Land als erstes Bundesland ein entsprechendes Gesetz eingeführt. Inzwischen profitieren rund 200 Gemeinden von den Beteiligungsregelungen. Die Zahlungsverpflichtungen belaufen sich bereits auf ca. 12,5 Millionen Euro jährlich. Davon profitieren Bürgerinnen und Bürger sowie Kommunen in den nächsten Jahrzehnten.

Mit dem seit dem 29. April 2026 geltenden novellierten Bür­ger- und Gemeindenbeteiligungsgesetz M-V wurden die Mög­lich­keiten weiter ausgebaut. Erstmals werden auch Frei­flächen-Photovoltaikanlagen einbezogen. Kommunen erhalten mehr Gestaltungsspielräume bei der Vereinbarung von Betei­ligungs­modellen mit Vorhabenträgern. Vereinfachte Standard­modelle und feste Pauschalen je Megawatt sollen die Betei­ligung zugleich transparenter und praxistauglicher machen.

„Wir wollen, dass die Kommunen die neuen Möglichkeiten besser nutzen können und Beteiligung vor Ort praktikabler wird. Dafür braucht es neben verlässlichen gesetzlichen Rah­men­bedingungen auch den direkten Austausch mit den Kom­mu­nen. Das Kommunalnetzwerk der LEKA MV bietet dafür eine wichtige Plattform“, so Staatssekretärin Jesse.

Neben dem neuen Bürger- und Gemeindenbeteiligungsgesetz MV standen beim Kommunalnetzwerk West auch die kommu­nale Ausweisung von Windenergieflächen sowie aktuelle Ent­wicklungen auf Landes- und Bundesebene im Mittelpunkt. Ein weiteres Kommunalnetzwerk findet am 7. September 2026 in Friedland statt.

Neues Berufliches Bildungszentrum Gesundheit und Soziales

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat heute in Schwerin einen Zuwendungsbescheid für den Neubau des Regionalen Bildungszentrum Gesundheit und Soziales in Höhe von rund 103,5 Millionen Euro an den Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Schwerin Sebastian Ehlers übergeben. Außerdem übergab sie einen weiteren Zuwendungsbescheid für den Neubau der dazugehörigen Sporthalle in Höhe von 6,1 Millionen Euro.

„Mit dem Neubau können die bisher auf drei Orte verteilten Ausbildungsgänge an einem Ort zusammengeführt werden, in modernen Lern- und Fachräumen mit digitalen Möglichkeiten. Wir wollen die Ausbildungsqualität verbessern, die Attraktivität der beruflichen Ausbildung erhöhen und damit die regionale Fachkräftebasis stärken“ erklärte die Ministerpräsidentin.

„Seit meinem Amtsantritt haben wir beinahe eine Milliarde Euro in den Bau und die Digitalisierung unserer Schulen gesteckt“, betonte Schwesig. „Auf diesem Weg wollen wir weitergehen. Ein Drittel unserer Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur des Bundes, 600 Millionen Euro, setzen wir für die Modernisierung unserer Schulen und damit für gute Bildung ein. Hinzu kommen 250 Millionen nur für die Berufsschulen aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“. Wir wollen die beste Bildung und die beste berufliche Ausbildung für die Schülerinnen und Schüler in unserem Land.“

Die Landesregierung messe den sozialen Berufen hohe Bedeutung zu. „Seit der Etablierung der generalistischen Pflegeausbildung ist die Ausbildung in Mecklenburg-Vorpommern schulgeldfrei: Und seit 2024 müssen auch die Auszubildenden der Kranken- und Altenpflegehilfe in Mecklenburg-Vorpommern kein Schulgeld mehr bezahlen. Auch die Ausbildung zur Erzieherin und zum Erzieher ist in Mecklenburg-Vorpommern schulgeldfrei. Wir brauchen diese sozialen Berufe“, sagte die Ministerpräsidentin.

„Das Verleiten zu fatalen Mutproben sollte bestraft werden.“

Justizministerin Jacqueline Bernhardt bringt eine Bundesratsinitiative ins Landeskabinett gegen sogenannte „Blackout-Challenges“ ein.

Schwerin – „Wir müssen unsere Kinder noch besser vor weiteren digitalen Gefahren schützen. Sogenannte Blackout-Challenges bedrohen das Leben. Ich erinnere an Vorfälle aus Mecklenburg-Vorpommern, als ein Junge ins Krankenhaus kam, nachdem der von einem Mitschüler auf dem Schulhof bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt worden war. Diese Tat wurde offenbar nur deswegen ausgeführt, weil sie für ein Video, für die sogenannte Blackout-Challenge, aufgenommen worden war.

in zweiter Fall wurde bekannt, wo eine Mutter Anzeige erstattete, weil ihre beiden Kinder unabhängig voneinander gewürgt worden waren. Wie fatal und lebensbedrohlich solche Tat sein kann, erklären Kinderärztinnen und Kinderärzte. Schon bevor ein Kind ohnmächtig wird, kann sein Gehirn bleibend geschädigt sein. Hier im Land gab es anders als international noch keine Todesfälle durch eine Blackout-Challenge.

Daher müssen wir zügig vorbeugen und das Verleiten zu derart fatalen Taten unter Strafe stellen. Das beinhaltet die Bundesratsinitiative, die ich heute meinen Kolleginnen und Kollegen vorgestellt habe“, sagt die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Jacqueline Bernhardt nach der Kabinettsitzung.

„Es geht nicht darum, das Strafmündigkeitsalter in Frage zu stellen. Es geht um den Anfang einer ganzen Kette, die in solchen Fällen in Gang gesetzt worden ist. Diese Kette beginnt auf Social Media, wo die Challenge als Mutprobe inszeniert und mit Likes und Reichweite belohnt wird. Mit Algorithmen wird sie von Kind zu Kind weitergereicht. Eine gefährliche Gruppendynamik entsteht, die Kinder nicht abschätzen können.

Deshalb wollen wir in diesem Vorbereitungsstadium ansetzen, bevor ein Kind zu Schaden kommt. Strafbar werden soll das manipulative, breitenwirksame Einwirken auf leicht beeinflussbare Minderjährige. Bislang greift das Strafrecht da, wo getäuscht, gedroht oder gezwungen wird. Das Strafrecht endet, wo jemand Vertrauen aufbaut und einen Minderjährigen Schritt für Schritt an die Gefahr heranführt, bis dieser sich selbst schädigt.

Also genau dort, wo die Gefährdung im Netz beginnt. Wer eine solche Challenge an Tausende Minderjähriger ausspielt, bleibt heute regelmäßig straffrei“, stellt Justizministerin Jacqueline Bernhardt fest.

„Mecklenburg-Vorpommern will nun am 25. September eine Entschließung in den Bundesrat einbringen mit der Bitte an die Bundesregierung, einen eigenständigen Straftatbestand zu prüfen: das Verleiten Minderjähriger zur Selbstschädigung. Die Konferenz der Justizministerinnen und Justizminister hat den Bund bereits im Juni auf meine Initiative hin mit einer entsprechenden Prüfung beauftragt.

Eine Kommission von Expertinnen und Experten hier im Land zum Schutz von Kindern und Jugendlichen in den Sozialen Medien hat uns im Juli ebenfalls genau diesen Weg empfohlen. Wir wollen Minderjährige mit Aufklärung und starken Plattformregeln präventiv schützen. Aber wer sie gezielt in Lebensgefahr redet, dem muss mit den Mitteln des Strafrechts begegnet werden“, so Justizministerin Bernhardt.

Bund und Länder starten Digitalpakt 2.0

Oldenburg: Wir sorgen für die digitale Entwicklung und für gute Lernbedingungen an den Schulen

Schwerin – Bildungsministerin Simone Oldenburg begrüßt den bundesweiten Start des Digitalpakts 2.0. Mit der Unterzeichnung der Bund-Länder-Vereinbarung durch Bundesbildungsministerin Karin Prien tritt das Förderprogramm rückwirkend zum 1. Januar 2026 in Kraft. „Die Länder haben nun Gewissheit, dass die angekündigten Infrastrukturhilfen des Bundes auch tatsächlich fließen“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Digitalisierung der Schulen ist eine Daueraufgabe. Sie geht weiter und wird an den technologischen Fortschritt angepasst. Wir setzen uns dafür ein, dass Schülerinnen und Schüler unter modernen Bedingungen lernen und Lehrkräfte zeitgemäß unterrichten können.“

Mit dem Digitalpakt 2.0 stehen dem Land und den Schulträgern weitere Mittel für Investitionen in die digitale Bildungsinfrastruktur zur Verfügung. Mecklenburg-Vorpommern erhält vom Bund 42,1 Millionen Euro für Investitionen in die digitale Bildungsinfrastruktur. Der Bund stellt insgesamt bis zu 2,5 Milliarden Euro bereit. Die Länder erbringen den gleichen Anteil einer Kofinanzierung. Die Bundesmittel fließen bis zum Jahr 2033 für die weitere Digitalisierung der Schulen.

Der Digitalpakt 2.0 baut auf drei miteinander verzahnten Handlungssträngen auf. Handlungsstrang I umfasst die Weiterentwicklung der digitalen Bildungsinfrastruktur. Handlungsstrang II nimmt die digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung in den Blick. Handlungsstrang III stellt die Lehrkräftebildung in den Mittelpunkt. Die Bund-Länder-Initiative „Digitales Lehren und Lernen“ will angehende und aktive Lehrkräfte in Bezug auf digitales und digital gestütztes Unterrichten weiter stärken.

In Mecklenburg-Vorpommern ist geplant, die Investitionsmittel für zwei Schwerpunkte einzusetzen: Zum einen geht es um digitale Bildungsmedien, Unterrichtssoftware und Systeme zur Bereitstellung digitaler Inhalte. Zum anderen sollen Mindeststandards bei der Ausstattung von LAN-, WLAN-Netzen sowie digitalen Anzeige- und Arbeitsgeräten erreicht werden. Darüber hinaus werden schulgebundene mobile Endgeräte für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte angeschafft, die im Unterricht und in der Schule genutzt werden.

„Digitale Bildung ist weit mehr als Technik. Entscheidend ist, dass Lehrkräfte digitale Möglichkeiten didaktisch sinnvoll einsetzen können und Schülerinnen und Schüler lernen, sich sicher, verantwortungsvoll und kompetent in der digitalen Welt zu bewegen. Genau dafür schafft der Digitalpakt 2.0 die Voraussetzungen. Bei der Mittelvergabe ist ein unbürokratisches Verfahren vorgesehen“, betonte die Bildungsministerin.

Derzeit erarbeitet das Land die landesrechtlichen Regelungen für die Förderung. Die Förderrichtlinie entsteht in enger Abstimmung mit den Kommunen, Landkreisen und Vertretungen der freien Schulen als Schulträger. „Der Digitalpakt 2 ist eine echte Investition in unsere Schulen. Mit den zusätzlichen Mitteln sorgen wir für die digitale Entwicklung in den nächsten Jahren und sichern moderne Bildung und gute Lernbedingungen an den Schulen“, so Oldenburg.

Ausbildung von Straßenwärterinnen und Straßenwärtern

Neuer Ausbildungsjahrgang startet in der Straßen- und Ausbildungsmeisterei Teterow – Dreizehn angehende Straßenwärterinnen und Straßenwärter verstärken die Straßenbauverwaltung

Teterow – Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, begrüßt die neuen Auszu­bildenen in der Straßenbau- und Verkehrsverwaltung des Landes in Teterow.

Wie gewohnt steht der Beginn des Septembers ganz im Zeichen des Nachwuchses für den Straßenbetriebsdienst des Landes: Am Dienstag, dem 1. September 2026, wurden in der Straßenmeisterei Teterow (Landkreis Rostock) dreizehn neue Auszubildende feierlich willkommen geheißen.

Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit, betonte bei der Begrü­ßung die Bedeutung der Nachwuchskräfte:

Damit der Verkehr auf den rund 6.370 Kilometern Bundes- und Landesstraßen in Mecklenburg-Vorpommern zuverlässig rollt, leisten unsere rund 550 Straßenwärterinnen und Stra­ßen-wärter in 25 Straßenmeistereien täglich einen unersetz­lichen Dienst. Es ist eine Aufgabe mit großer Verantwortung.

Dass sich dreizehn junge Menschen für diesen wichtigen Beruf entschieden haben, freut mich außer­ordentlich. Passend dazu sensibilisieren wir mit unserer aktuellen Kam­pagne ‚#Respekt für StraßenwärterInnen‘ die Öffentlichkeit für mehr Rücksicht, Abstand und Schutz unserer Beschäftigten im Verkehrsraum. Ich heiße die Auszubildenden herzlich in unserer Straßen-baufamilie willkommen!

Abwechslungsreiche und praxisnahe Ausbildung

Das Berufsbild der Straßenwärterin und des Straßenwärters ist äußerst vielseitig. Im Zentrum stehen der Umgang, die Pflege und die Bedienung moderner Geräte, Werkzeuge und Spezialfahrzeuge. Darüber hinaus lernen die Auszubildenden die Instandsetzung von Straßen, Brücken und Radwegen sowie das fachgerechte Absichern von Unfall- und Baustellen. Auch der Landschafts- und Gehölzschutz gehört zum Auf­gabengebiet. Ergänzt wird die Praxis durch Kenntnisse im Stein-, Holz- und Betonbau, das Vermessen von Gelände­abschnitten sowie das Erstellen und Lesen technischer Zeichnungen und Skizzen.

Standorte und Lernorte

Die betriebliche Kernausbildung absolviert der Nachwuchs in der zentralen Straßen- und Ausbildungsmeisterei Teterow. Theoretisches Wissen wird am Regionalen Beruflichen Bildungszentrum Neustrelitz vermittelt, während ein über­betrieblicher Ausbildungsträger weitere praktische Lerninhalte übernimmt. Im Verlauf der dreijährigen Ausbildung folgen zudem praxisnahe Einsätze in verschiedenen regionalen Straßenmeistereien im ganzen Land.

Weitere Nachwuchskräfte in der Region

Neben den dreizehn Auszubildenden beim Land haben in Mecklenburg-Vorpommern sieben weitere Jugendliche ihre Ausbildung bei den Kommunen und Landkreisen aufge­nommen. Hinzu kommt ein neuer Umschüler bei privaten Bildungsträgern.

Apfelsaison startet: M-V erwartet mehr als 40 Prozent Ernteplus

Dodow – Heute Nachmittag (14 Uhr) eröffnet Agrarstaatssekretär André Konsolke bei der riha WeserGold Getränke GmbH & Co.KG in Dodow die Apfelsaison in Mecklenburg-Vorpommern- und die Aussichten sind deutlich besser als im vergangenen Jahr. Die Obstbaubetriebe des Landes erwarten 2026 eine Ernte von 24.000 bis 25.000 Tonnen Äpfeln. Das entspricht nahezu dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre und bedeutet gegenüber der sehr schwachen Vorjahresernte ein Plus von mehr als 40 Prozent.

Agrarstaatssekretär Konsolke erklärt: „Nach dem schwierigen vergangenen Jahr können unsere Obstbaubetriebe mit deutlich besseren Ernteaussichten in die neue Saison starten. Rund 25.000 Tonnen wären ein ordentliches Ergebnis. Jetzt kommt es darauf an, dass die heimischen Äpfel auch ihren Weg zu den Verbraucherinnen und Verbrauchern finden. Wer Äpfel, Säfte oder andere Apfelprodukte aus Mecklenburg-Vorpommern kauft, unterstützt unsere Betriebe und sorgt dafür, dass Wertschöpfung im Land bleibt.“

Ganz ohne Wetterkapriolen verlief das Apfeljahr allerdings nicht. Auf milde Apriltage folgten teilweise sehr kalte Nächte, sodass Frostschutzberegnung mehrfach zum Einsatz kam. Größere Blütenfrostschäden blieben jedoch aus. Im Juni und Juli verursachten Hagel und Sonnenbrand lokal Schäden. Insgesamt kam Mecklenburg-Vorpommern vergleichsweise gut durch den Sommer: Das Land war deutlich weniger von Trockenheit betroffen als andere Regionen Deutschlands, was Wachstum und Fruchtentwicklung begünstigte.

Fast 90 Prozent der Apfelflächen ökologisch bewirtschaftet

In Mecklenburg-Vorpommern bauen 44 Betriebe auf 1.546 Hektar Äpfel an. Der Apfel ist damit mit großem Abstand die wichtigste Baumobstart des Landes. Eine Besonderheit: Fast 90 Prozent der Apfelanbaufläche werden inzwischen ökologisch bewirtschaftet.

„Das ist ein starkes Profil für den Apfelanbau in Mecklenburg-Vorpommern. Gleichzeitig zeigt es, welche Leistungen unsere Betriebe für eine nachhaltige Landwirtschaft erbringen. Entscheidend ist aber, dass sich diese Leistung am Ende auch wirtschaftlich lohnt“, so Konsolke.

Eine weitere Besonderheit liegt in der Verarbeitung: Während in anderen Anbauregionen der Tafelapfel eine größere Rolle spielt, werden in Mecklenburg-Vorpommern 85 bis 90 Prozent der Ernte zu Saft, Mark, Mus oder Trockenobst verarbeitet. Lediglich 10 bis 15 Prozent gelangen als Tafeläpfel in den Handel. Dieser hohe Verarbeitungsanteil ist deutschlandweit ein Alleinstellungsmerkmal und sorgt dafür, dass ein großer Teil der Wertschöpfung rund um den Apfel in der Region stattfindet.

Konsolke: Heimische Ware gehört ins Regal

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben dennoch herausfordernd. Die vergangene Tafelapfelsaison war von hohen Lagerbeständen und einer schwachen Nachfrage geprägt. Obwohl reichlich deutsche Ware verfügbar war, griff der Lebensmitteleinzelhandel weiterhin auf Importäpfel zurück. Auch zum Start der neuen Saison trifft zunächst eingelagerte Ware aus dem Vorjahr auf die neue Ernte.

Konsolke appelliert deshalb auch an den Handel: „Eine gute Ernte ist für unsere Obstbaubetriebe nur dann eine gute Nachricht, wenn sie ihre Äpfel auch zu vernünftigen Preisen verkaufen können. Wenn heimische Ware verfügbar ist, sollte sie im Handel sichtbar und verlässlich angeboten werden. Regionalität darf kein Werbeversprechen bleiben – sie muss sich auch im Regal wiederfinden.“

Etwas Rückenwind könnte die Marktentwicklung bringen. EU-weit wird derzeit mit einer Apfelproduktion von rund 9,5 Millionen Tonnen gerechnet – etwa 16 Prozent weniger als im Vorjahr und damit voraussichtlich die kleinste EU-Apfelernte seit 2017. Auch für Deutschland wird eine deutlich geringere Ernte erwartet. Die Prognosen liegen zwischen rund 934.000 Tonnen und einer Million Tonnen Äpfeln.

Vor diesem Hintergrund rechnen Marktteilnehmer sowohl bei Tafel- als auch bei Verarbeitungsäpfeln mit besseren Erzeugerpreisen als in der vergangenen Saison.

„Für Mecklenburg-Vorpommern heißt das: Wir haben voraussichtlich eine ordentliche Ernte und zugleich die Chance auf bessere Marktbedingungen. Jetzt wünsche ich unseren Obstbaubetrieben eine erfolgreiche Saison – und den Verbraucherinnen und Verbrauchern guten Appetit. Denn regionaler kann der Herbst kaum schmecken“, so Konsolke.

Neues Ausbildungszentrum bei Weber Food Technology eröffnet

Neubrandenburg – Das neue Ausbildungszentrum der Firma Weber Food Technology in Neubrandenburg ist gestern durch Ministerpräsidentin Manuela Schwesig eröffnet worden. „Eine Ausbildung, ob im kaufmännischen oder im handwerklich-technischen Bereich, ist eine solide Grundlage und ein guter Start in den Beruf. Die duale Ausbildung ist wichtig zur Sicherung des Fachkräftebedarfs in Mecklenburg-Vorpommern.

Hier bei Weber Food kann man die ganze Bandbreite spannender Berufe lernen: von Mechanik und Konstruktion über Logistik, Produktentwicklung und Produktdesign bis zur Informatik und in den kaufmännischen Bereich hinein. In diesem Ausbildungsjahr werden 47 Auszubildende bei Weber Food lernen. Darüber freuen wir uns sehr“, sagte die Ministerpräsidentin.

Das neue Azubicenter sei ein klares Bekenntnis zum Standort Mecklenburg-Vorpommern. „Eine Investition in Menschen, in die Zukunft und in die Wettbewerbsfähigkeit unserer Region. Das neue Ausbildungszentrum bietet viel Platz, praxisnahe Abläufe und echte Maschinen zum Üben“, lobte die Ministerpräsidentin.

Die Landesregierung unterstütze die duale Ausbildung. „Zum Beispiel haben wir die berufliche Orientierung an den Schulen gestärkt. Auszubildende in Mecklenburg-Vorpommern können mit dem Azubi-Ticket, einem vergünstigten Deutschlandticket, für 43 Euro im Monat den gesamten Nahverkehr bundesweit nutzen.

Wir wollen die Berufsschulen mit 250 Millionen aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ verbessern. Um die Ausbildung im Handwerk zu fördern, haben wir eine Schülerpraktikumsprämie eingeführt, die ich auf weitere Bereiche der Wirtschaft ausweiten will“, zählte Schwesig auf.

Hanseklinikum Stralsund setzt Meilenstein in Psychiatrieversorgung

Klinikum weiht neuen Trakt nach 13-Millionen-Sanierung ein

Stralsund – Nach genau vier Jahren Bauzeit ist ein wichtiger Abschnitt des Psychiatriekonzeptes am Krankenhaus West abgeschlossen: Das umfassend sanierte „Haus 24“ der Erwachsenenpsychiatrie steht schon bald für die moderne Versorgung psychisch erkrankter Menschen zur Verfügung. Mehr als 40 Firmen und Planer waren an dem anspruchsvollen Projekt unter Denkmalschutz beteiligt. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf mehr als 13 Millionen Euro. Dafür hat die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern 11,5 Millionen Euro Fördermittel bereitgestellt.

„Psychische Gesundheit gehört zu einer guten Gesundheitsversorgung genauso selbstverständlich wie die Behandlung körperlicher Erkrankungen. Deshalb müssen Menschen mit psychischen Erkrankungen und ihre Angehörigen auf eine moderne, leistungsfähige und menschliche Versorgung vertrauen können. Mit der Sanierung des Hauses 24 schaffen wir dafür wichtige Voraussetzungen. Das Land hat das nun feierlich eröffnete Vorhaben mit großer Überzeugung unterstützt und setzt damit ein klares Zeichen für die Bedeutung der psychiatrischen Versorgung in der Region“, sagte Gesundheitsministerin Stefanie Drese.

„Das neue Haus schafft zeitgemäße Bedingungen für die Behandlung und ermöglicht es, noch besser auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten einzugehen – von älteren Menschen bis zu Menschen mit Persönlichkeits- und Traumafolgestörungen. Dabei müssen wir immer auch das Umfeld mitdenken. Gerade Kinder und Jugendliche aus psychisch oder suchtbelasteten Familien tragen Belastungen mit, die nach außen oft kaum sichtbar sind. Scham, Angst oder das Gefühl, über die Probleme zu Hause nicht sprechen zu dürfen, machen es für diese Kinder zusätzlich schwer, Hilfe zu bekommen.

Eine starke psychiatrische Versorgung muss deshalb auch diejenigen erreichen, die selbst gar nicht Patientin oder Patient sind. Genau hier leisten Angebote wie KipsFam einen wichtigen Beitrag: Sie helfen, Belastungen frühzeitig zu erkennen, Vertrauen aufzubauen und Kindern und Jugendlichen passende Unterstützung zu vermitteln. Das Haus 24 ist damit nicht nur ein wichtiger Baustein für die Behandlung, sondern auch für eine Versorgung, die den Menschen und sein familiäres Umfeld als Ganzes in den Blick nimmt“, so Drese.

In das sanierte Gebäude ziehen die Psychiatrische Tagesklinik und Institutsambulanz für Gerontopsychiatrie sowie die Station 54 für Patientinnen und Patienten mit Persönlichkeits- und Traumafolgestörungen ein. Ergänzt wird das Raumangebot durch mehrere Büro- und helle Therapieräume.

„Die Sanierung ist ein klares Zeichen und Bekenntnis für eine hochwertige Versorgung seelischer Erkrankungen in unserer Region“, sagt Michael Kabiersch, Klinikgeschäftsführer am Helios Hanseklinikum Stralsund. „Wir schaffen hier moderne, zeitgemäße Rahmenbedingungen für Patientinnen und Patienten ebenso wie für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ein solches Bauprojekt ist eine enorme Gemeinschaftsleistung.

Deshalb gilt mein besonderer Dank allen beteiligten Gewerken, Planern, Behörden und Mitarbeitenden, die dieses Vorhaben über vier Jahre mit großem Engagement begleitet und umgesetzt haben, insbesondere der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern für die finanzielle Unterstützung.“ Es seien in den kommenden Wochen noch Restarbeiten und die Umzüge zu bewerkstelligen, erklärt Kabiersch, aber die ersten Patientinnen und Patienten sollen im vierten Quartal behandelt werden.

Weiterentwicklung der psychiatrischen Versorgung

Priv.-Doz. Dr. med. Deborah Janowitz, Chefärztin der Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, schwärmt bereits von den neuen Räumlichkeiten. „Es ist so schön hell, groß und freundlich. Ein guter Ort, um gesund zu werden. Wir haben die Möglichkeit, medizinische und therapeutische Angebote räumlich und strukturell weiterzuentwickeln und noch besser auf die Bedürfnisse unserer Patientinnen und Patienten auszurichten“, sagt sie.

„Gerade in der Gerontopsychiatrie sowie bei der Behandlung von Persönlichkeits- und Traumafolgestörungen brauchen wir eine Umgebung, die moderne Behandlungskonzepte unterstützt. Die neuen Räume schaffen dafür hervorragende Voraussetzungen und sind damit ein wichtiger Schritt für die Weiterentwicklung unserer psychiatrischen Versorgung.“ Gleichzeitig ergeben sich in der Alterspsychiatrie zwischen Station und Tagesklinik neue Synergien, die über den neuen verglasten Verbindungsgang vereint sind.

Moderne Räume unter Denkmalschutz

Eine besondere Herausforderung des Projektes bestand darin, die Anforderungen an eine moderne psychiatrische Versorgung mit der vorhandenen historischen Bausubstanz in Einklang zu bringen. Das sanierte Gebäude fügt sich harmonisch in die bestehende architektonische Struktur des Klinikgeländes ein und steht zugleich unter Denkmalschutz. Bis 2016 war hier die Altersmedizin untergebracht, bevor sie gemeinsam mit der Onkologie in das Krankenhaus am Sund umgezogen ist.

„Gerade diese Verbindung aus historischer Bausubstanz und moderner medizinischer Nutzung macht das Ergebnis besonders“, sagt Alexander Buschdorf, Leiter der Betriebstechnik. „Wir haben keinen Neubau auf der grünen Wiese geschaffen, sondern einen bestehenden Teil unseres Klinikstandortes nachhaltig weiterentwickelt und dabei die bestmöglichen Lösungen im Blick gehabt, sowohl für die Patientinnen und Patienten als auch Mitarbeitenden.“

Große Investition, große Zahlen

So ein aufwendiges Sanierungsprojekt spiegelt sich auch in beachtlichen Zahlen wider. Insgesamt wurden rund 30 Kilometer Kabel und Datenleitungen verlegt. Das entspricht etwa der Strecke von Stralsund bis Greifswald. Damit verfügt das Gebäude über eine zeitgemäße technische Infrastruktur. Hinzu kommen 450 Steckdosen und 580 Lampen. Verlegt wurden 4,5 Kilometer Rohrleitungen für Heizung, Sanitär und Lüftung.

Doch bevor aufgebaut werden konnte, musste einiges zurückgebaut werden. So sind 188 Tonnen Bauschutt angefallen und 600 Tonnen Bodenaushub. Der Außenputz und Fassadenanstrich entspricht mit jeweils 1.000 Quadratmetern der Außenwandfläche von rund 10 Einfamilienhäusern. Zudem ist Estrich von rund 1.800 Quadratmetern eingebracht worden, was mit einer Bodenfläche von rund 25 großen Drei-Zimmer-Wohnungen vergleichbar ist.

Anfänge 2016 geebnet

Die Sanierung ist Teil eines umfassenden Psychiatriekonzeptes, dessen Grundlagen bereits im Jahr 2016 gelegt wurden und das maßgeblich auf den damaligen Chefarzt Harald J. Freyberger zurückgeht. Er entwickelte das Konzept gemeinsam mit seinem Team. Mit der Fertigstellung des Gebäudes ist schon bald der erste große Bauabschnitt dieses langfristig angelegten Konzeptes erfolgreich abgeschlossen.

Für die Menschen in der Region bedeutet die Sanierung damit weit mehr als ein modernisiertes Gebäude: Sie ist ein sichtbares Zeichen für die Weiterentwicklung der psychiatrischen Versorgung und ein wichtiger Schritt hin zu einer leistungsfähigen, patientenorientierten und zukunftsfesten Psychiatrie. Stralsund zählt mit Schwerin und Rostock zu den drei großen Psychiatrie-Standorten in Mecklenburg-Vorpommern.

Zahlen und Fakten auf einen Blick

  • 4 Jahre Bauzeit
  • mehr als 40 beteiligte Gewerke und Planer
  • mehr als 13 Millionen Euro Gesamtinvestition
  • 11,5 Millionen Euro Landesförderung
  • Tagesklinik und Institutsambulanz Gerontopsychiatrie
  • Station 54 für Persönlichkeits- und Traumafolgestörungen