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Männergesundheit: Früherkennung kann Leben retten

Schwerin – Männer in Mecklenburg-Vorpommern haben im bundesweiten Vergleich eine niedrige Lebenserwartung. Mit durchschnittlich 77 Jahren bei Geburt lag das Land 2025 auf dem vorletzten Platz unter den Bundesländern. Das geht aus einer aktuellen Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung hervor. Frauen in Mecklenburg-Vorpommern erreichen dagegen eine durchschnittliche Lebenserwartung von 83,4 Jahren und liegen damit im bundesweiten Mittelfeld.

Gesundheitsministerin Stefanie Drese sieht darin auch einen Anlass, die Männergesundheit stärker in den Blick zu nehmen. „Auch wenn die Lebenserwartung im Vorjahresvergleich leicht gestiegen ist, müssen uns diese Zahlen aufrütteln. Wir dürfen uns nicht damit abfinden, dass Männer in MV so viel früher sterben als Frauen. Natürlich gibt es dafür unterschiedliche Ursachen. Aber ein wichtiger Ansatzpunkt ist, dass Männer ihre Gesundheit ernster nehmen und Vorsorgeuntersuchungen regelmäßiger nutzen. Wer erst zum Arzt geht, wenn Beschwerden auftreten, verschenkt wertvolle Zeit. Viele Erkrankungen lassen sich früh erkennen und dann besser behandeln“, betonte Drese.

Tatsächlich zeigen aktuelle Versorgungsdaten, dass Männer bei zahlreichen Früherkennungsuntersuchungen deutlich hinter Frauen zurückbleiben – und das sogar bei Angeboten, die beiden Geschlechtern gleichermaßen offenstehen. So nutzen nach den vorliegenden Daten nur gut 44 Prozent der anspruchsberechtigten Männer ab 35 Jahren den allgemeinen Gesundheits-Check-up. Bei Frauen sind es rund 50 Prozent. Besonders groß ist die Lücke bei der Krebsfrüherkennung: An der Untersuchung auf Prostata- und Genitalkrebs nehmen bundesweit nur etwa 25 Prozent der anspruchsberechtigten Männer teil. Auch beim Hautkrebs-Screening und beim Stuhltest zur Darmkrebsfrüherkennung sind Frauen deutlich aktiver.

„Es geht dabei nicht darum, aus jedem gesunden Mann einen Patienten zu machen. Es geht darum, Risiken rechtzeitig zu erkennen, bevor sie zum Problem werden. Ein Blutdruck-Check, eine Untersuchung der Prostata oder ein Hautkrebs-Screening können wichtige Hinweise liefern. Und gerade beim Darmkrebs kann Früherkennung sogar verhindern, dass Krebs überhaupt entsteht“, so Drese.

Die Ministerin appellierte deshalb insbesondere an Männer, den nächsten Arztbesuch nicht aufzuschieben: „Gesundheit ist keine Frage von Schwäche oder Stärke. Wer Verantwortung für sich und seine Familie übernimmt, sollte auch Verantwortung für die eigene Gesundheit übernehmen. Mein Rat an alle Männer: Vereinbaren Sie einen Vorsorgetermin – nicht erst dann, wenn etwas wehtut. Die Angebote sind da, sie werden von den Krankenkassen bezahlt. Nutzen Sie sie!“

Diese Vorsorgeuntersuchungen sind für Männer kostenfrei

Gesetzlich Krankenversicherte haben Anspruch auf eine Reihe von Untersuchungen zur Gesundheitsvorsorge und Krebsfrüherkennung. Dazu gehören insbesondere:

  • Gesundheits-Check-up: Zwischen 18 und 34 Jahren einmalig, ab 35 Jahren alle drei Jahre. Dabei werden unter anderem Blutdruck, Cholesterin- und Blutzuckerwerte sowie mögliche Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenerkrankungen und Diabetes untersucht.
  • Prostata- und Genitalkrebsfrüherkennung: Ab 45 Jahren jährlich.
  • Hautkrebs-Screening: Ab 35 Jahren alle zwei Jahre.
  • Darmkrebsfrüherkennung: Ab 50 Jahren.
  • Ultraschall der Bauchschlagader: Männer ab 65 Jahren haben einmalig Anspruch auf eine Ultraschalluntersuchung zur Früherkennung eines Bauchaortenaneurysmas.
  • Lungenkrebsfrüherkennung: Seit April 2026 gibt es für starke aktive und ehemalige Raucherinnen und Raucher zwischen 50 und 75 Jahren ein jährliches Screening mittels Niedrigdosis-CT, sofern die medizinischen Voraussetzungen erfüllt sind.

Die genannten gesetzlichen Früherkennungsleistungen sind zuzahlungsfrei. Nicht jede zusätzliche Untersuchung, die in einer Arztpraxis angeboten wird, gehört allerdings zum Leistungskatalog der Krankenkassen. Drese rät dazu, sich bei der jeweiligen Krankenversicherung über Leistungsangebote und -umfänge zu informieren.

Drese: „Niemand muss sich fürchten, zum Arzt zu gehen oder eine Untersuchung in Anspruch zu nehmen. Im Gegenteil: Vorsorge gibt Sicherheit und kann entscheidend dazu beitragen, länger gesund zu bleiben. Ich möchte deshalb gerade die Männer ermutigen, sich mit ihrem Hausarzt über die für sie passenden Untersuchungen zu verständigen. Es ist ein Termin, der sich lohnen kann – für das eigene Leben und für die Menschen, die einem wichtig sind.“

Alleen in M-V am Wendepunkt

Umwelt-Staatssekretär André Konsolke: „Unsere Alleen prägen das Gesicht unserer Heimat und wir wollen gemeinsam dafür sorgen, dass es so bleibt“

Schwerin – Mit mindestens 4.374 Kilometern gesetzlich geschützter Alleen und einseitiger Baumreihen ist Mecklenburg-Vorpommern nach Brandenburg das alleenreichste Bundesland. Um dieses besondere Natur- und Kulturerbe zu erhalten, hat das Land im vergangenen Jahr knapp 1,1 Millionen Euro aus dem Alleenfonds eingesetzt.

Der Zustand der Alleen in Mecklenburg-Vorpommern ist jedoch kritisch. Auf der 21. Alleenfachtagung des BUND Mecklenburg-Vorpommern warnte André Konsolke in seinem Grußwort eindringlich vor einem schleichenden Verlust dieses identitätsstiftenden Kulturgutes. Neben der Harmonisierung bürokratischer Voraussetzungen bietet er eine stärkere Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit den Landkreisen, Städten und Gemeinden des Landes an.

„Wir verwalten vielerorts einen schwindenden Bestand“, stellte Konsolke klar. Während die majestätischen Altbäume das Ende ihrer Lebensphase erreichen, stocken die Nachpflanzungen. Besonders an den Kreis- und Gemeindestraßen im kommunalen Bereich sei die Lage prekär. Lücken im Straßenbild vergrößern sich rasant, während der Druck durch Straßenausbau und Verkehrssicherheitspflichten stetig wächst. Wenn jetzt nicht konsequent gegengesteuert werde, verliere das Land in den kommenden Jahrzehnten sein Gesicht.

Konsolke sieht in der Modernisierung von Rahmenbedingungen und rechtlichen Regelungen eine große Chance für den ländlichen Raum: „Der Wille, unsere Alleen zu schützen und zu pflegen, ist vor Ort überall spürbar. Jetzt gestalten wir die passenden Rahmenbedingungen, um diesem Engagement nachhaltig zu unterstützen.“ Ziel ist es, Genehmigungsverfahren durch beschleunigte Prozesse spürbar zu vereinfachen, damit der praktische Naturschutz künftig schnell und unkompliziert umgesetzt werden kann. Bürokratie soll dabei zum Rückenwind für den ökologischen Verstand werden. Gemeinsam mit dem Minister bietet Konsolke hierfür die direkte Partnerschaft an, um als persönliche Ansprechpartner Brücken zu bauen und den Alleen-Schutz fit für die Zukunft zu machen.

Ein zentraler Schlüssel für den Erfolg liegt für Konsolke in der Interessenwahrnehmung der Kommunen. „Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie die Gemeindevertretungen sind die Gestalter unserer ländlichen Räume“, betonte er. Ihre praktischen Erfahrungen und Sorgen müssten gleichberechtigt in Entscheidungen einfließen. Nur wenn es gelinge, die Belange von Verkehrssicherheit, landwirtschaftlicher Nutzung und Naturschutz gemeinsam mit den Kommunen an einen Tisch zu bringen, könne die notwendige Akzeptanz geschaffen werden.

Abschließend würdigte Konsolke das langjährige Engagement des Veranstalters: Der BUND Mecklenburg-Vorpommern leiste mit dieser Fachtagung seit über zwei Jahrzehnten einen unschätzbaren Dienst und biete die perfekte Plattform für den Dialog über konkrete Lösungen. Von der diesjährigen 21. Tagung müsse ein klares Aufbruchssignal ausgehen: Ein Ja zum Erhalt der Alleen und ein klares Ja zu schnellen, unbürokratischen Entscheidungen.

Trinkwasser schützen, bevor es knapp wird

MV setzt auf konkrete Vorsorge

Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern ist bei der Trinkwasserversorgung gut aufgestellt. Doch längere Trockenperioden, sinkende Grundwasserstände und zunehmende Nutzungskonkurrenzen stellen das Land vor wachsende Herausforderungen. Wie das Land diesen begegnet, ist heute Thema der Fachtagung Wasser und Abwasser in Güstrow. Das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt wird dort durch Abteilungsleiterin Renate Brügge vertreten.

„Sauberes Trinkwasser ist unsere wichtigste Lebensgrundlage. Noch verfügen wir in Mecklenburg-Vorpommern über ausreichende Ressourcen. Doch der Klimawandel verändert unseren Wasserhaushalt bereits heute. Wir müssen deshalb vorsorgen, bevor Engpässe entstehen. Unser Ziel ist klar: Trinkwasser muss auch für kommende Generationen in ausreichender Menge und guter Qualität verfügbar sein“, erklärt Umweltminister Dr. Till Backhaus anlässlich der Fachtagung.

Rund 85 Prozent des Trinkwassers in Mecklenburg-Vorpommern stammen aus dem Grundwasser. 99,8 Prozent der Bevölkerung sind an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen. Allerdings weisen 68 von 134 langfristig untersuchten Grundwassermessstellen sinkende oder stark sinkende Wasserstände auf. Gleichzeitig belasten Nährstoffe und andere Schadstoffe vielerorts die Grundwasserqualität.

Mit der Wasserstrategie, der Klimaanpassungsstrategie 2026 und dem Grundsatzplan Wasserversorgung 2040 verfolgt das Land deshalb konkrete Maßnahmen:

  • Trinkwasserreserven langfristig sichern: Besonders wertvolle Grundwasservorkommen sollen geschützt und nachhaltig bewirtschaftet werden, damit sie auch künftig für die öffentliche Wasserversorgung zur Verfügung stehen.
  • Grundwasser gezielter überwachen: An 425 Messstellen wird die Wasserqualität untersucht, an 711 Messstellen werden die Wasserstände erfasst. Eine neue digitale Grundwasserressourcenkarte soll künftig zeigen, wo zusätzliche Entnahmen noch möglich sind.
  • Wasser in der Landschaft halten: Maßnahmen der Klimaanpassungsstrategie sollen den natürlichen Wasserrückhalt verbessern, Trockenperioden abfedern und zugleich die Folgen von Starkregen begrenzen.

„Wir schützen unser Trinkwasser mit konkreten Maßnahmen: Wir sichern wertvolle Grundwasservorkommen, verbessern unsere Datengrundlagen und sorgen dafür, dass Wasser möglichst lange in der Landschaft gehalten wird. Dabei müssen wir die Bedürfnisse der Bevölkerung, der Landwirtschaft und der Wirtschaft langfristig miteinander vereinbaren“, so Backhaus.

Auch die Abwasserwirtschaft steht vor Veränderungen. Häufigere Starkregenereignisse können Kanalnetze und Kläranlagen überlasten. Gleichzeitig eröffnen moderne Technologien neue Möglichkeiten, etwa zur Energiegewinnung aus Abwasser. In Mecklenburg-Vorpommern reinigen mehr als 580 kommunale Kläranlagen das Abwasser.

„Eine sichere Wasserversorgung und eine leistungsfähige Abwasserentsorgung sind unverzichtbare öffentliche Aufgaben. Dafür brauchen wir moderne Infrastruktur, starke kommunale Versorger und eine vorausschauende Wasserpolitik. Wasserschutz ist keine Aufgabe für morgen, sondern eine Investition in die Zukunft unseres Landes“, unterstreicht Backhaus.

Start der Grippesaison: An Auffrischung des Impfschutzes denken

Schwerin – Rund 45 Prozent der Menschen ab 60 Jahren in Mecklenburg-Vorpommern waren zuletzt gegen die echte Grippe (Influenza) geimpft. Damit liegt das Land deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 34 Prozent. „Das ist eine gute Entwicklung und zeigt, dass die Grippeschutzimpfung bei uns einen vergleichsweisen hohen Stellenwert hat.

Gleichzeitig bedeutet es aber auch, dass mehr als die Hälfte der Menschen über 60, die zur Risikogruppe gehören, noch keinen Impfschutz hat. Das wollen wir ändern“, betonte die geschäftsführende Gesundheitsministerin Stefanie Drese, als sie selbst ihren Impfschutz durch das Team des Schweriner Gesundheitsamtes auffrischen ließ.

Dass Mecklenburg-Vorpommern bei der Grippeschutzimpfung älterer Menschen überdurchschnittlich gut abschneidet, sei dabei keine Momentaufnahme. „Wir liegen seit vielen Jahren konstant über dem Bundesschnitt. Trotzdem macht es mir Sorgen, dass die Influenza-Impfquote seit der Saison 2020/2021 bundesweit wie auch in MV konstant rückläufig ist.

Damals lagen wir etwa noch bei Werten von knapp 63 Prozent“, so Drese. „Wir müssen deshalb aufpassen, dass wir diese über Jahre erreichte vergleichsweise gute Impfquote nicht verlieren – gerade in unserem Land mit einem hohen Anteil älterer Menschen.“

Denn das Risiko für schwere Krankheitsverläufe und Komplikationen steige mit zunehmendem Alter und eine echte Grippe sei keineswegs mit einer gewöhnlichen Erkältung gleichzusetzen, betonte Drese. Eine Influenza könne etwa Entzündungen auslösen, die bis zur Lungenentzündung oder im schlimmsten Fall auch bis zum Tod führen.

„Eine Grippeschutzimpfung ist deshalb der beste Weg, sich vor einer möglicherweise schweren Erkrankung und ihren Komplikationen zu schützen. Das gilt insbesondere für Seniorinnen und Senioren aber auch für andere Gruppen, die ein erhöhtes Risiko für einen solch schweren Krankheitsverlauf haben. Dazu gehören Personen, die mit chronischen Krankheiten leben, Schwangere ab dem vierten Schwangerschaftsmonat sowie Schwangere mit Grunderkrankungen“, erklärte sie.

Auch für Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und Menschen, die sie beruflich oder privat betreuen, wird die Impfung von der STIKO empfohlen. Sinnvoll kann sie außerdem für Menschen sein, die in Einrichtungen mit viel Kundenkontakt oder im direkten Kontakt mit bestimmten Tieren wie Schweinen, Geflügel, Wildvögeln oder Robben stehen.

„Da es nach der Impfung etwa zehn bis 14 Tage dauert, bis sich der vollständige Impfschutz aufgebaut hat, sollte die Impfung möglichst rechtzeitig vor Beginn der Grippewelle erfolgen. Lassen Sie sich also möglichst zeitnah von Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt beraten, ob eine Impfung für Sie sinnvoll ist, um sich oder andere auch in diesem Winter zu schützen“, betonte Drese.

Angebote zur Impfung selbst bieten neben den Hausarztpraxen auch Apotheken und die Gesundheitsämter an. In diesem Jahr ruft zudem das Bundesministerium für Gesundheit erstmals die Aktionswoche Impfen aus, inklusive der bereits etablierten „Langen Nacht des Impfens“ am 12. November. Wer spontan einen Termin sucht, findet auf der interaktiven Karte teilnehmende Anlaufstellen. Auch eine Anmeldung als Impfstelle ist noch möglich.

„Ich hoffe, dass wir so noch einmal zusätzliche Aufmerksamkeit für das Thema schaffen und möglichst viele Menschen erreichen. Denn gut geschützt kommen wir am besten gesund durch den Winter“, so Drese abschließend.

Weitere Informationen zur Grippeschutzimpfung sowie Aufklärungsmaterialien und Flyer eigens zum Impfen ü60 finden Sie auch auf dem Impfportal des Landes MV unter mv-impft.de.

Grundschulkinder lesen 100 Minuten jede Woche zusätzlich

Verbesserungen in allen Klassenstufen

Schwerin – 20 Minuten täglich lesen und das an jedem Schultag: Seit dem Schuljahr 2024/2025 ist das Leseband an 269 öffentlichen Grundschulen in Mecklenburg-Vorpommern fest im Stundenplan verankert. Rund 76.000 Lernende haben bislang teilgenommen. Ziel ist es, die Leseflüssigkeit und das Textverständnis der Kinder systematisch zu fördern und ihren Wortschatz zu erweitern. Eine wissenschaftliche Untersuchung der Universität Greifswald zeigt positive Entwicklungen: Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler verbessern ihre Lesekompetenzen kontinuierlich.

Die Einführung des Lesebandes an den Grundschulen in Mecklenburg-Vorpommern wurde von August 2024 bis Juli 2026 wissenschaftlich begleitet. Die Evaluation führte eine Arbeitsgruppe um Frau Professorin Mahlau aus dem Bereich Sonderpädagogik und Inklusion der Universität Greifswald durch. Dafür wurden zu mehreren Zeitpunkten die Leseleistungen von insgesamt 3.173 Schülerinnen und Schülern an zwölf Grundschulen im Land erhoben.

Die Ergebnisse zeigen über alle untersuchten Klassenstufen hinweg eine kontinuierliche Verbesserung der Lesekompetenzen. Am Ende des Überprüfungszeitraums erzielten die meisten mit dem Leseband geförderten Kinder signifikant bessere Ergebnisse in allen untersuchten Bereichen: Leseflüssigkeit, Wortverständnis, Satzverständnis und Textverständnis.

„Die Evaluation liefert wichtige Erkenntnisse zur Wirksamkeit einer systematischen und regelmäßigen Leseförderung. Daraus lassen sich gezielt weitere Maßnahmen zur Verbesserung des Leseunterrichts in unseren Schulen ableiten“, sagte Professorin Dr. Kathrin Mahlau.

Nach den Ergebnissen der Untersuchung konnten zudem anfängliche Leistungsrückstände ausgeglichen werden. Auch im Vergleich mit Kindern, die im Unterricht ohne Leseband gelernt haben, zeigten sich bessere Leseleistungen bei den Kindern mit Lesebandförderung. Die festgestellten Effekte nahmen mit der Klassenstufe zu. Besonders ausgeprägt waren sie in der dritten Klasse.

An jedem Unterrichtstag nehmen sich die Schülerinnen und Schüler 20 Minuten Zeit zum Lesen – unabhängig vom jeweiligen Unterrichtsfach. Die Schulen gestalten diese Lesezeit eigenständig und können aus verschiedenen Methoden wählen. Dazu zählen das Vorlesen und Mitlesen, das gemeinsame Lesen mit einem Lesepartner (Tandemlesen), Leseaktivitäten nach einem Würfelergebnis mit dem „Ich-Du-Wir-Würfel“, das Vorlesetheater oder das Hören von Hörbüchern und Mitlesen im Buch.

5. Nord-Finanzministerkonferenz in Bremen

Länder diskutieren über Reform der Erbschaftsteuer und Schuldenbremse

Bremen – Die Spitzen der Finanzressorts der norddeutschen Länder Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen haben sich am 28. Oktober 2026 zur 5. Nord-Finanzministerkonferenz in Bremen getroffen und sich dabei zu unterschiedlichen finanzpolitischen Themen ausgetauscht. Im Mittelpunkt standen der Reformbedarf bei der Erbschaftsteuer und die Erwartungen an eine Reform der Schuldenbremse. Auch über mögliche Verbesserungen der Einnahmebasis für die öffentlichen Haushalte wurde beraten.

Die Finanzministerinnen und Finanzminister der Nordländer haben im Lichte der mündlichen Verhandlungen vor dem Bundesverfassungsgericht ihre parteiübergreifende Position zur Reform der Erbschaftsteuer bekräftigt. Ziel ist eine verfassungsfeste, administrativ praktikable und mindestens aufkommensstabile Erbschaftsteuer, die Steuergerechtigkeit stärkt und zugleich Unternehmen und Arbeitsplätze schützt. Besonderen Reformbedarf sehen die Finanzministerinnen und Finanzminister bei den bestehenden Verschonungsregelungen für große Betriebsvermögen. In der Praxis können derzeit sehr hohe Vermögen teilweise nahezu steuerfrei übertragen werden.

Aus Sicht der Nordländer müssen steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten eingeschränkt werden, um die Erbschaftsteuer gerechter zu gestalten. Die anstehende Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts kann hierzu wichtige rechtliche Klarheit schaffen. Auf dieser Grundlage muss dann eine Reform der Erbschaftsteuer angegangen werden. Die Erbschaftsteuer gehört zu den wichtigsten Einnahmequellen der Länder.

Sie trägt dazu bei, zentrale öffentliche Aufgaben wie Hochschulen, Polizei oder Infrastruktur zu finanzieren. Eine Regionalisierung der Erbschaftsteuer, wie sie insbesondere Bayern fordert, lehnen die Finanzministerinnen und Finanzminister der Nordländer ab. Sie würde einen ruinösen Steuerwettbewerb zwischen den Ländern auslösen und zusätzliche Bürokratie schaffen. Die Erbschaftsteuer sollte nicht davon abhängen, in welchem Bundesland jemand lebt. Auch die Frage der Regionalisierung ist Gegenstand eines noch ausstehenden Urteils des Bundesverfassungsgerichts.

Der Bund hat eine Kommission zur Reform der Schuldenbremse eingesetzt, deren Abschlussbericht nach wie vor aussteht. Die Nordländer erwarten, dass die Regeln zur Schuldenbremse mit Augenmaß weiterentwickelt werden. Eine Reform soll weiterhin eine tragfähige Entwicklung der öffentlichen Finanzen gewährleisten, aber auch notwendige Zukunftsinvestitionen von Bund, Ländern und Kommunen jenseits der bisherigen Schuldenregeln ermöglichen.

Dabei sind die europäischen Fiskalregeln zu berücksichtigen und mit den nationalen Regelungen in Einklang zu bringen. Die Nordländer machen sich darüber hinaus dafür stark, in Krisenzeiten Notkredite aufnehmen zu können, die über ein Haushaltsjahr hinausgehen. Die Corona-Pandemie beispielsweise hat gezeigt, dass außergewöhnliche Belastungen nicht nach einem Jahr enden und teilweise überjährige Finanzierungen erfordern.

Die Finanzministerinnen und Finanzminister der Nordländer sind sich im Grundsatz einig, dass Gewinne aus Kryptogeschäften ausnahmslos besteuert werden sollen. Bislang werden Kryptowerte, wie etwa Bitcoin, nur dann nach dem persönlichen Einkommensteuertarif versteuert, wenn die Werte innerhalb von zwölf Monaten nach dem Kauf wieder verkauft werden. Nach dem ersten Jahr sind die Verkäufe hingegen steuerfrei.

Die Finanzministerinnen und Finanzminister der Nordländer unterstützen deshalb das Vorhaben einer Besteuerung von Krypto-Gewinnen mindestens in Höhe der Kapitalertragsteuer von 25 Prozent. Das Ziel der Nordländer ist eine umfassende und gerechte Besteuerung von Kryptogewinnen. Dabei darf es nicht darauf ankommen, welche Art von Kryptowert gehandelt wird oder wie lange er gehalten wurde. Das ist ebenso im Sinne von mehr Steuergerechtigkeit wie die Registrierkassenpflicht, die ebenfalls von der Nord-Finanzministerkonferenz unterstützt wird.

Elektronische Kassen erschweren Steuerhinterziehung im Gegensatz zu offenen Ladenkassen. Deshalb erwarten die Finanzministerinnen und Finanzminister der Nordländer nun Tempo bei der Umsetzung. Erörtert wurde außerdem, ob die Registrierkassenpflicht erst ab 100.000 Euro Umsatz greifen soll oder der Schwellenwert noch abgesenkt werden soll. Einig sind sie sich auch, dass Kundinnen und Kunden eine digitale Bezahlmöglichkeit angeboten werden soll.

Die Nord-Finanzministerkonferenz bietet eine wichtige Gelegenheit, sich über gemeinsame Herausforderungen auszutauschen und länderübergreifend Lösungen voranzubringen. Wir haben uns heute unter anderem darüber verständigt, wie wir Steuerverfahren für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen einfacher und für die Finanzverwaltung effizienter gestalten können.

Mit Pauschalierungen und einer stärkeren Digitalisierung können wir Steuerentlastungen künftig unbürokratischer gewähren und zugleich unsere Finanzämter entlasten. Gerade angesichts des Fachkräftemangels müssen wir die Beschäftigten von Routineaufgaben entlasten, damit sie ihre Zeit gezielt für die Prüfung komplexer Steuerfälle einsetzen können.

BE.LIKE.ME. in Schwerin: Weniger scrollen, bewusster leben

Drese: „Prävention wirkt, wenn junge Menschen ihr eigenes Verhalten hinterfragen“ – Viel gelobte Social-Media-Ausstellung macht ab Dienstag im E-Werk Station

Schwerin – Wie viel Zeit verbringen wir mit sozialen Medien – und wann wird aus dem täglichen Scrollen ein problematisches Verhalten? Die interaktive Ausstellung „BE.LIKE.ME. – Social Media und ich“ lädt Jugendliche dazu ein, genau darüber nachzudenken. Nach ihrer ersten Station in Stralsund kommt die vom Land geförderte Wanderausstellung am morgigen Dienstag (3. November) nach Schwerin. Bis zum 18. Dezember ist sie im E-Werk zu sehen. Es ist die zweite und zugleich letzte Station der Ausstellung in Mecklenburg-Vorpommern.

„BE.LIKE.ME. zeigt, wie wirksam Präventionsarbeit sein kann. Die Ausstellung sensibilisiert junge Menschen für ihren Social-Media-Konsum und regt sie dazu an, die eigenen Gewohnheiten kritisch zu hinterfragen. Wer versteht, warum er immer wieder zum Smartphone greift, kann auch bewusster damit umgehen. Und manchmal ist weniger tatsächlich mehr“, ruft Sozial- und Gesundheitsministerin Stefanie Drese zum Besuch der Ausstellung auf. Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Medienverhalten könne dazu beitragen, die Bildschirmzeit zu reduzieren und wieder stärker selbst zu bestimmen, wie digitale Medien den Alltag prägen.

Die Ausstellung verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit Kunst und interaktiven Elementen. Sie macht erlebbar, wie Likes, Feeds und digitale Reize unsere Aufmerksamkeit binden und warum es oft so schwerfällt, das Smartphone aus der Hand zu legen. Dabei setzt sie bewusst nicht auf Verbote oder erhobene Zeigefinger, sondern auf eigene Erfahrungen und gemeinsames Nachdenken.

„Gesetzliche Veränderungen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen in sozialen Medien sind ein wichtiger Schritt. Sie müssen aber konsequent durch Medienbildung und Präventionsangebote ergänzt werden. Genau dafür ist BE.LIKE.ME. ein besonders wertvolles Beispiel: Die Ausstellung macht die Auswirkungen digitaler Mediennutzung verständlich und stärkt die Fähigkeit junger Menschen, kritisch und selbstbestimmt mit sozialen Netzwerken umzugehen“, betonte Drese. „Wir müssen Jugendliche befähigen, die Mechanismen hinter den Plattformen zu erkennen – damit nicht die Algorithmen bestimmen, wie sie ihre Zeit verbringen.“

Spatenstich: Neues Großgewerbegebiet in Bentwisch

Dr. Blank: „Wir unterstützen dabei, neue wirtschaftliche Perspektiven für die gesamte Region zu schaffen“

Bentwisch – Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank hat heute gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Gemeinde Bentwisch und der Universitäts- und Hansestadt Rostock den symbolischen ersten Spatenstich für das neue Großgewerbegebiet Bentwisch im Landkreis Rostock gesetzt. Westlich der Ortsumgehung Bentwisch und nördlich des Hansecenters sollen rund 30 Hektar Gewerbeflächen entstehen. Insgesamt werden rund 23,4 Millionen Euro in die Erschließung investiert. Das Land Mecklenburg-Vorpommern unterstützt das Vorhaben mit knapp 20,8 Millionen Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW).

„Mit dem neuen Großgewerbegebiet schaffen wir die Voraussetzungen für weitere Unternehmensansiedlungen, Investitionen und neue Arbeitsplätze in der Region Rostock. Die Nähe zum Rostocker Seehafen, zur Autobahn A 19 und zur Bundesstraße B 105 bietet hervorragende Standortbedingungen. Gerade größere, gut erschlossene Gewerbe- und Industrieflächen sind in der Region stark nachgefragt. Mit der Förderung unterstützen wir die Gemeinde Bentwisch dabei, neue wirtschaftliche Perspektiven für die gesamte Region zu eröffnen“, sagte Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank.

Bei der Entwicklung des Großgewerbegebietes wird auf eine nachhaltige Energieversorgung gesetzt. Das Energiekonzept sieht unter anderem Photovoltaikanlagen auf Gebäudedächern, Batteriespeicher und Wärmepumpen vor. „Bentwisch hat die Chance, sich zu einem Grünen Gewerbegebiet zu entwickeln. Hier werden wirtschaftliche Perspektiven und eine nachhaltige Energieversorgung von Anfang an zusammengedacht. Wir wollen, dass Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern gute Bedingungen für Investitionen vorfinden und gleichzeitig von einer modernen, klimafreundlichen Energieversorgung profitieren. Bentwisch kann dafür ein Vorbild werden“, so Dr. Blank.

„Mein Dank gilt der Gemeinde Bentwisch, der Hanse- und Universitätsstadt Rostock und allen weiteren Beteiligten, die dieses Vorhaben gemeinsam vorangebracht haben. Die Entwicklung des Standortes zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg ist. Jetzt kommt es darauf an, die Erschließung erfolgreich umzusetzen und Unternehmen für den Standort zu gewinnen“, sagte Dr. Blank.