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Bereits 26.000 Anmeldungen zur SchulKinoWoche

Vom 2. bis 6. November stehen 83 Filme an 30 Kino-Standorten auf dem Programm

Schwerin – In Mecklenburg-Vorpommern wird der Kinosaal wieder zum Klassenzimmer: Die SchulKinoWoche MV lädt Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen und Schularten dazu ein, ausgewählte Filme zu einem vergünstigten Eintrittspreis im Kino zu erleben. Das Interesse ist groß: Mehr als 26.000 Schülerinnen und Schüler haben sich bereits angemeldet.

„Ein guter Kinofilm berührt, lässt mitfiebern, regt zum Nachdenken an und eröffnet neue Perspektiven“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Schülerinnen und Schüler können mit den Figuren lachen, mit ihnen mitfühlen und sich in ihre Lagen hineinversetzen. Solche Filmerlebnisse wirken oft über den Kinofilm hinaus und bieten gute Gelegenheiten, über die Geschichten ins Gespräch zu kommen.“

Eröffnet wird die SchulKinoWoche am 2. November im CineStar Waren/Müritz mit Volker Schlöndorffs Film „Heimsuchung – Eine Jahrhundertgeschichte“. Im Anschluss findet ein Filmgespräch statt. Zu den aktuellen Anmeldefavoriten der Schulen zählen „Checker Tobi 3 – Die heimliche Herrscherin der Erde“, „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“, „Das geheime Stockwerk“ und „Emil und die Detektive“. Die Filme bieten Anknüpfungspunkte für Fächer wie Sachunterricht, Biologie, Geografie, Geschichte, Deutsch und Ethik.

„Die SchulKinoWoche fördert die Film- und Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen“, sagte die Bildungsministerin weiter. „Sie unterstützt den bewussten und kritischen Umgang mit dem Medium Film und stärkt das Kino als Ort kultureller Bildung. Damit das gut gelingt, erhalten Lehrkräfte kostenfreie pädagogische Begleitmaterialien zur Vor- und Nachbereitung im Unterricht. Ausgewählte Vorführungen werden zudem von Filmgesprächen mit Expertinnen, Experten und Filmschaffenden begleitet“, so Oldenburg.

Auch mehrere Sonderprogramme ergänzen das Angebot. Dazu gehört „ÜberLeben in Diktaturen“ der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern. Es umfasst unter anderem die Filme wie „In Liebe, Eure Hilde“ und „Fluchtweg Ostsee“. Anlässlich des 250. Jahrestages der US-Unabhängigkeitserklärung richtet das Programm „250 Jahre Freiheit für alle?“ den Blick auf US-amerikanische Perspektiven, etwa mit „The Florida Project“ und „Die Unbestechlichen“.

Das Wissenschaftsjahr 2026 – Medizin der Zukunft widmet sich Fragen rund um Forschung und Ethik. Dazu gehört eine Sonderveranstaltung zum Film „Marie Curie“ am 6. November im Filmpalast Capitol Schwerin in Kooperation mit der Schweriner Wissenschaftswoche. Die Filmreihe „17 Ziele – Kino für eine bessere Welt“ von Engagement Global greift die UN-Nachhaltigkeitsziele auf und zeigt unter anderem „Future Council – Komm an Bord“ und „Arco“.

Für Schulen ohne Kino in der Nähe bringt das „Mobile Kino“ ausgewählte Vorführungen direkt vor Ort.

Die SchulKinoWoche Mecklenburg-Vorpommern ist ein Projekt von VISION KINO – Netzwerk für Film- und Medienkompetenz. Sie wird in Kooperation mit der FILMLAND MV gGmbH und der Bundeszentrale für politische Bildung realisiert. Das Land Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch die Landeszentrale für politische Bildung, unterstützt das Angebot in diesem Jahr mit 23.450 Euro.

Informationen zum Programm, zu den teilnehmenden Kinos und zum Begleitmaterial sowie die Möglichkeit zur Buchung und Anmeldung gibt es unter www.schulkinowoche-mv.de.

Herbstferien in den Nationalen Naturlandschaften von M-V

Mit dem Entdeckerpass auf Stempeljagd

Schwerin – Goldene Wälder, ziehende Kranichschwärme und frische Ostseeluft: Die herbstlichen Ferientage bieten die ideale Gelegenheit, Mecklenburg-Vorpommerns einzigartige Natur zu erkunden. Die Nationalen Naturlandschaften (NNL) des Landes – bestehend aus den drei Nationalparken, drei UNESCO-Biosphärenreservaten und sieben Naturparken – laden Familien, Einheimische und Gäste zu abwechslungsreichen Veranstaltungen ein. Pünktlich zur Ferienzeit wartet zudem ein besonderes Highlight: der neue NNL-EntdeckerPass.

Damit stellen sich mehr als 140 Schutzgebiete bundesweit vor. Das handliche Heft im Postkartenformat ist der perfekte Begleiter für jeden Familienausflug. Das Prinzip ist einfach: In jeder teilnehmenden Naturlandschaft ist mindestens eine individuelle Stempelstelle eingerichtet. Wer fleißig Stempel sammelt, lernt nicht nur die Besonderheiten der Ökosysteme kennen, sondern kann auch automatisch an einer Jahresverlosung teilnehmen. Zu gewinnen gibt es hochwertige Wandbilder, praktische Fotobücher oder nützliche Outdoor-Ausrüstung. Der Pass kann direkt vor Ort in den Informationszentren mitgenommen oder online bestellt werden.

„Die Nationalen Naturlandschaften sind Aushängeschilder für MV. Darauf können wir stolz sein. Die Vielfalt der geschützten Natur macht einen Anteil von über 30 Prozent der Gesamtfläche Mecklenburg-Vorpommerns aus. Es ist diese unberührte Natur, unsere 2.000 Seen, 2.000 Kilometer Küste und 2.000 Schlösser, Guts- und Herrenhäuser und die vielen Menschen in MV, die vom und mit dem Tourismus leben, die unser Land zum Urlaubland Nr. 1 in Deutschland machen. Das beweisen die jährlich mehr als 30 Millionen Übernachtungen. In den Herbstferien finden überall im Land Wanderungen und Feste für die ganze Familie statt, die ich aus eigenem Erleben nur empfehlen kann“, sagt Umweltminister Dr. Till Backhaus.

Ausgewählte Veranstaltungstipps für die Herbstferien: Naturpark Insel Usedom

Wer die Insel auf zwei Rädern erkunden möchte, kann sich am 19. Oktober der geführten Radwanderung zur geschichtsträchtigen Halbinsel Gnitz anschließen oder am 21. Oktober bei einer Tour durch die Inselmitte die verborgenen Schätze Usedoms entdecken. Ein besonderes Highlight für die jüngsten Entdecker wartet am 20. Oktober: Beim interaktiven „Moorerlebnis für Kinder“ am Mümmelkensee wird in Kooperation mit der Lebenslandschaft Vorpommern der „Ferien-Moorkoffer“ ausgepackt, mit dem die Kleinen spielerisch diesen sensiblen Lebensraum erforschen.

Naturpark Sternberger Seenland: Kreative Ferienzeit

Im Naturpark Sternberger Seenland wird die Urlaubszeit kreativ genutzt. Während der Ferienaktionswoche schlägt der Naturpark einen Infostand im Freilichtmuseum Groß Raden auf. Hier können Familien gemeinsam Nistkästen für den kommenden Frühling zimmern, kleine herbstliche Bastelarbeiten anfertigen und ihr Wissen bei einem spannenden Naturquiz auf die Probe stellen.

Biosphärenreservat Schaalsee/Elbe

Spannende Einblicke in die Tierwelt versprechen zwei Bildervorträge des langjährigen Naturschützers und Fotografen Dr. Andreas Schüring. Am 18. Oktober beleuchtet er im GRENZHUS Schlagsdorf das Leben der Schleiereule und geht der Frage nach, warum dieser treue Kulturfolger des Menschen zunehmend in Bedrängnis gerät.

Am 19. Oktober steht im Medienraum EinFlussReich in Boizenburg die Nutria im Mittelpunkt. Der Vortrag zeigt die faszinierende Biologie des imposanten Nagers, thematisiert aber auch das ökologische und wirtschaftliche Konfliktpotenzial dieser invasiven Art in unseren Flusslandschaften.

Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft

Das Team der Umweltbildung lädt am 27. Oktober zur beliebten Familienführung „Der Natur auf der Spur“ ein. Gemeinsam geht es mit offenen Augen, geschärften Sinnen und interaktiven Aktionen durch den herbstlichen Darßwald. Die kostenfreie Führung ist speziell für Familien mit Kindern ab 5 Jahren konzipiert (Spenden für den Nationalpark sind willkommen).

Naturpark Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See

Die Ranger des Naturparks nehmen Gäste im Oktober mit auf ganz unterschiedliche Streifzüge. Frühaufsteher und Vogelfreunde können sich am 17. Oktober dem Naturpark Ranger in Basedow anschließen. Bei einer rund 5 Kilometer langen Wanderung ab dem „Alten Schafstall“ führt er Anfänger in die Welt der herbstlichen Vogelstimmen von Rotkehlchen, Zaunkönig und Co. ein.

Am Nachmittag geht es in Teterow kreativer zu: Ab dem Parkplatz der Gaststätte „Hohes Holz“ führt eine familienfreundliche, 3 Kilometer lange Tour in den Wald, bei der Naturmaterialien gesammelt werden. Im Anschluss entstehen daraus unter Anleitung bunte Blätterwichtel, Eichelmännchen und Kastanienmonster. Wer einfach nur das herbstliche Farbenspiel genießen möchte, begleitet am 24. Oktober einen Ranger auf einer klassischen, 5 Kilometer langen Herbstwanderung durch den malerischen Panschenhäger Forst.

Naturpark Feldberger Seenlandschaft

Ein herbstliches Kultur- und Natur-Highlight wartet am 17. Oktober im Hans-Fallada-Museum in Carwitz. Das Museum und der Naturpark laden zum traditionellen Apfelfest auf das historische Anwesen ein. Neben Kurzführungen mit Museumsleiter Dr. Stefan Knüppel stehen gemeinsames Saftpressen, eine Obstsortenverkostung und ein buntes Kreativprogramm auf dem Plan. Am 21. Oktober begibt sich ein Ranger bei einer 6 Kilometer langen Themenführung auf die Spuren von „Isegrim“ und vermittelt Wissenswertes rund um das Thema Wolf. Ruhiger, aber nicht weniger erlebnisreich wird es am 22. Oktober bei der Familienführung „Einem Baum begegnen“. Die 4,5 Kilometer lange Wanderung führt über den Hauptmannsberg und Hullerbusch.

Wichtige Hinweise für Besucher

Für die meisten geführten Wanderungen und Veranstaltungen ist aufgrund begrenzter Teilnehmerzahlen eine vorherige Anmeldung erforderlich. Bei allen Ausflügen sollten Gäste auf wetterfeste Kleidung, festes Schuhwerk und gegebenenfalls Rucksackproviant achten.

Alle Termine und Ansprechpartner sind auf den Webseiten der Nationalen Naturlandschaften von MV unter www.natur-mv.de zu finden. Informationen zum Bezug des neuen EntdeckerPasses sind außerdem auf der Webseite des Nationalen Naturlandschaften e. V. erhältlich: Entdeckerpass – Nationale Naturlandschaften.

Drese: „Wechseljahre sind kein Tabu“

Beschwerden müssen ernst genommen werden

Schwerin – Rund 80 Prozent der Frauen erleben während der Wechseljahre Beschwerden, bei etwa einem Drittel sind diese so stark, dass sie die Lebensqualität im Alltag und Beruf einschränken. Gleichzeitig können die hormonellen Veränderungen mit erhöhten Gesundheitsrisiken verbunden sein.

Gesundheitsministerin Stefanie Drese fordert deshalb, Frauengesundheit stärker in Forschung, medizinischer Ausbildung und Versorgung zu verankern. Mit einem Videogrußwort eröffnete die Ministerin am (heutigen) Mittwoch den Fachtag „Hormone überall – ich fühle was, was du nicht fühlst…“ der Landesfachstelle für sexuelle Gesundheit und Familienplanung MV „inteam“ in Güstrow. Zielgruppe der Veranstaltung sind pädagogische und medizinische Fachkräfte und Interessierte.

„Wechseljahre sind keine Krankheit. Aber Beschwerden dürfen auch nicht kleingeredet werden, nur weil diese Lebensphase natürlich ist“, sagte Drese. Hitzewallungen, Schlafstörungen, Erschöpfung und Stimmungsschwankungen könnten Frauen erheblich belasten. Zudem stehen die Wechseljahre im Zusammenhang mit möglichen Risiken etwa für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Osteoporose; auch hier bestehe weiterer Forschungsbedarf.

„Dass wir über so viele Jahre zu wenig über frauenspezifische Gesundheit geforscht haben, ist ein Versäumnis, das wir korrigieren müssen. Frauen haben Anspruch auf eine Medizin, die ihre Bedürfnisse kennt und ernst nimmt.“

Die Folgen reichten über die individuelle Gesundheit hinaus. Wenn Beschwerden unerkannt blieben und Frauen keine angemessene Unterstützung erhielten, könne das auch ihre berufliche Teilhabe beeinträchtigen. „Wir sprechen über Fachkräftemangel und darüber, wie Menschen möglichst lange gesund und beruflich aktiv bleiben können.

Dann müssen wir auch über die Wechseljahre sprechen – offen, sachlich und ohne Tabus“, so Drese. Nötig seien mehr Aufklärung, eine bessere medizinische Beratung und eine Versorgung, die auch in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern gut erreichbar ist.

Der Fachtag widmet sich neben den Wechseljahren auch der Transidentität. Fachvorträge zu aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und zur Begleitung transidenter Erwachsener werden durch Workshops zu Sexualität, Selbstfürsorge und hormonellen Veränderungen ergänzt.

Drese unterstrich, dass geschlechtersensible Gesundheitsversorgung die unterschiedlichen Bedürfnisse aller Menschen berücksichtigen müsse – ausdrücklich auch die von trans-, intergeschlechtlichen und queeren Menschen. „Gute Medizin darf nicht von überholten Vorstellungen ausgehen. Sie muss den Menschen sehen, zuhören und individuell helfen können.“

Einheitliche Erbschaftsteuer statt Steuerwettbewerb zwischen den Ländern

Schwerin – Minister Dr. Heiko Geue lehnt Bayerns Vorstoß zur Regionalisierung der Erbschaftsteuer ab. Statt Steuerwettbewerb zwischen den Ländern fordert Mecklenburg-Vorpommern mehr Steuergerechtigkeit, weniger Ausnahmen für große Vermögen und bessere Bedingungen für Unternehmensnachfolgen.

Zur gestrigen Verhandlung des Bundesverfassungsgerichts über den Normenkontrollantrag „Erbschaftsteuer – Gesetzgebungskompetenzen“ der Bayerischen Staatsregierung erklärt Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue: „Eine Regionalisierung der Freibeträge und Steuersätze, wie sie Bayern anstrebt, lehnen wir entschieden ab.

Stattdessen wollen wir mehr Steuergerechtigkeit und eine Erbschaftsteuer, die in der Praxis funktioniert. Es ist schwer vermittelbar, wenn sehr große Vermögen durch weitreichende Ausnahmeregelungen nahezu steuerfrei übertragen werden können, während andere Erbinnen und Erben regulär Steuern zahlen.

Deshalb setzen wir uns für eine Reform der Verschonungsbedarfsprüfung und für eine stärkere Besteuerung sehr hoher Vermögen ein. Gleichzeitig müssen wir sicherstellen, dass Unternehmen fortgeführt und Arbeitsplätze erhalten werden können. Dafür brauchen wir praktikable Lösungen, beispielsweise durch großzügigere Stundungsmöglichkeiten. Entscheidend ist ein fairer Ausgleich zwischen Steuergerechtigkeit und dem Schutz wirtschaftlicher Substanz.“

Unterschiedliche Freibeträge und Steuersätze würden einen Steuerwettbewerb zwischen den Ländern begünstigen, zusätzliche Bürokratie verursachen und die einheitliche Anwendung des Steuerrechts erschweren. Die Höhe der Erbschaftsteuer darf nicht davon abhängen, in welchem Bundesland jemand lebt.

Die anstehenden Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts zur Erbschaftsteuer werden wichtige Hinweise für den weiteren Reformbedarf geben. Mecklenburg-Vorpommern setzt sich dafür ein, die notwendigen Reformen auf dieser Grundlage zügig voranzubringen.

Fast 10.000 Menschen suchen Hilfe

Alkohol bleibt Suchtproblem Nummer eins in M-V / Drese: Sucht zerstört nicht nur Gesundheit, sondern belastet ganze Familien – Land setzt auf frühe Prävention, digitale Beratung und besseren Jugendschutz.

Schwerin – Knapp 10.000 Menschen haben 2025 in Mecklenburg-Vorpommern wegen eigener Suchtprobleme oder als Angehörige Unterstützung in einer Suchtberatungsstelle gesucht.

Das geht aus dem Landessuchtbericht 2025 hervor, den Gesundheitsministerin Stefanie Drese und die Geschäftsführerin der Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen (LAKOST), Birgit Grämke, am Dienstag im Rahmen der Landespressekonferenz vorstellten. Neben aktuellen Zahlen informierten Drese und Grämke über digitale Beratung, Präventionsprojekte und die geplante Abschaffung des begleiteten Trinkens.

„Hinter jeder Zahl steht ein Mensch, der mit seiner Abhängigkeit kämpft, und oft eine ganze Familie, die darunter leidet. Sucht ist kein persönliches Versagen. Wir müssen Betroffene ohne Vorurteile unterstützen und verhindern, dass aus riskantem Konsum eine Abhängigkeit wird“, sagte Drese.

Insgesamt 9.959 Menschen nutzten 2025 die Suchtberatung – 186 mehr als im Vorjahr. Darunter waren 8.968 Menschen mit eigener Suchtthematik und 991 Angehörige. Alkohol war mit 5.287 betreuten Klientinnen und Klienten mit Abstand das häufigste Problem.

„Erstmals seit 2019 stiegen die Fallzahlen hier wieder“, verdeutlichte Grämke. Auch Beratungen wegen Stimulanzien, Kokain, Mehrfachkonsum, exzessiver Mediennutzung und Glücksspiel nahmen nach Angaben von Grämke zu. Das Durchschnittsalter der Menschen mit Kokainproblemen sank binnen eines Jahres von 41,9 auf 36,1 Jahre.

Besonders alarmierend ist die Situation von Kindern aus suchtbelasteten Familien: 3.767 Minderjährige waren 2025 von der Suchterkrankung eines Elternteils betroffen, 2.333 lebten mit diesem in einem Haushalt. Die tatsächliche Zahl dürfte höher liegen, weil nicht alle Familien Hilfe suchen.

„Kinder können sich ihre familiäre Situation nicht aussuchen. Sie erleben häufig Ängste und Unsicherheit, über die sie aus Scham oder Loyalität kaum sprechen. Diese Kinder dürfen wir nicht übersehen“, sagte Drese. Mit der Landesfachstelle KipsFam und acht regionalen Anlaufstellen unterstütze das Land betroffene Kinder und Familien. Weitere Maßnahmen umfassen den Ausbau der Beratung zu alkoholbedingten Schädigungen vor der Geburt (FASD), die Qualifizierung von Fachkräften und die Ausbildung regionaler Suchtpräventionsfachkräfte.

Seit Juni 2026 bietet Mecklenburg-Vorpommern mit DigiSucht Beratung per Video, Chat oder E-Mail an. Sie soll insbesondere Menschen erreichen, für die lange Wege, Zeitmangel oder persönliche Hemmschwellen den Zugang zu einer Beratungsstelle erschweren. Derzeit beteiligen sich 14 Suchtberatungsstellen. Zum Jahresende soll das Angebot verstärkt beworben werden, unter anderem mit Plakaten, QR-Codes und kurzen Videos für TikTok.

„Wer Hilfe braucht, soll sie möglichst unkompliziert bekommen – unabhängig davon, ob jemand in einer größeren Stadt oder in einem kleinen Dorf lebt“, betonte Drese. LAKOST-Geschäftsführerin Grämke sieht in der digitalen Beratung zusätzliche Chancen: „Der erste Schritt muss nicht gleich der Gang in eine Beratungsstelle sein. Manchmal hilft es schon, anonym und unkompliziert über den eigenen Konsum sprechen zu können.“

Mit der Wanderausstellung „BE.LIKE.ME – Social Media und ich“ klärt das Land Jugendliche über Chancen und Risiken sozialer Medien auf. Vom 3. November bis zum 18. Dezember ist sie im E-Werk in Schwerin zu sehen. Laut wissenschaftlicher Evaluation der Ausstellung verstanden 91,5 Prozent der Teilnehmenden die Folgen ihrer Social-Media-Nutzung besser, 76,3 Prozent reflektierten ihren eigenen Konsum.

Wie dringend frühe Prävention ist, zeigt die vom Land finanzierte Studie KiJuSucht 2025 der Universität Greifswald. „Erstmals haben wir damit repräsentative Daten speziell für MV“, hob Drese hervor. Dafür wurden 576 Menschen zwischen 10 und 30 Jahren befragt. Bei 40,1 Prozent der befragten Minderjährigen zeigte sich ein riskantes Alkohol-Konsummuster, bei 24,6 Prozent gab es Hinweise auf eine auffällige bzw. abhängige Smartphone-Nutzung. Der erste Kontakt mit Energy-Drinks oder Koffein erfolgt im Durchschnitt bereits mit 10,2 Jahren.

„Wir dürfen Prävention nicht auf später verschieben. Wir müssen Eltern und Schulen einbeziehen und junge Menschen frühzeitig stärken“, sagte Drese. Die Studie zeige zudem, dass der Konsum im Freundeskreis das Risiko erhöhe, während eine gute Bindung an Schule oder Ausbildung schützend wirke.

Die Ministerin informierte zudem über den Stand bei der Abschaffung des begleiteten Trinkens. Drese setzt sich seit Jahren dafür ein. Auf Initiative des Landes hatten sich 2025 die Gesundheitsministerkonferenz und der Bundesrat für die Abschaffung ausgesprochen. Im August 2026 beschloss das Bundeskabinett, die Ausnahmeregelung im Jugendschutzgesetz zu streichen. Damit sollen 14- und 15-Jährige künftig auch in Begleitung ihrer Eltern in der Öffentlichkeit keinen Alkohol wie Bier, Wein oder Sekt trinken dürfen. Die Gesetzesänderung ist noch nicht abgeschlossen; der Bundesrat soll sich am 18. Dezember 2026 erneut damit befassen.

„Die Abschaffung des begleiteten Trinkens wäre ein wichtiges Signal für konsequenten Jugendschutz. Genauso wichtig ist es in die Köpfe der jungen Alkoholkonsumenten zu kommen und problematischen Alkoholkonsum ins Bewusstsein zu rücken. Regeln, Aufklärung und frühzeitige Prävention müssen Hand in Hand gehen“, sagte Drese.

22 Kulturorte bei der KULTURNACHT SCHWERIN

Schwerin – Wenn sich die Sommerzeit verabschiedet und der Nacht eine zusätzliche Stunde schenkt, findet in Schwerin wieder die KULTURNACHT statt.

22 Kulturorte öffnen an diesem Abend ihre Türen. Museen, Galerien, Kunstvereine, Ateliers, Spielstätten, Cafés und Geschäfte laden zu spannenden Begegnungen mit Kunst, Handwerk, Tanz, Schauspiel, Film, Geschichte und Musik sowie mit den Künstlerinnen und Künstlern selbst ein.

„Die Schweriner Kulturnacht lebt für mich von den vielen kleinen Momenten, die sich im Laufe dieses Abends ergeben können. Gerade diese Offenheit macht die Kulturnacht so besonders. Sie schafft Raum für Kultur, für Begegnungen und für die Freude daran, Schwerin immer wieder mit neugierigem Blick neu zu erleben“, so Kulturdezernent Silvio Horn über das vielseitige Programm an den unterschiedlichsten Orten in Schwerin.

Unter dem Motto „Einmal zahlen, alles erleben“ gewährt das Ticket zum Preis von 10 Euro Eintritt in alle Lokalitäten der Kulturnacht. Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist der Eintritt frei. Informationen zum Vorverkauf sowie das gesamte Programm sind unter www.schwerin.de/kulturnacht zu finden.

Nach der langen Zeit des Umbaus und der Modernisierung ist in diesem Jahr endlich auch das Staatliche Museum wieder dabei, und zwar Hand in Hand mit dem Theater. An vier ausgewählten Orten im Staatlichen Museum Schwerin erwarten das Publikum jeweils 15-minütige Konzerte von Musikerinnen und Musikern der Mecklenburgischen Staatskapelle. Flankiert werden die Klänge von Kurzführungen, Workshops und einem Escape Game.

Im Theaterzelt am Küchengarten wird zur offenen Balletprobe geladen und in der M*Halle ist Ruby Harlow zu Gast. Im Schloss wird es neben Live-Musik, szenischen Führungen, Puppenspiel und einer Sonderführung erneut eine KinderKunstWerkstatt geben.

Im Kulturforum Schleswig-Holstein-Haus präsentiert das Künstlerkollektiv ad-hoc eine Musik- und Tanzperformance und in der gegenüberliegenden Aula der VHS kann man bei der beliebten Archivfilmnacht wieder auf Zeitreise gehen und einen Blick in die Vergangenheit unserer Stadt werfen.

Auch der Demmlersaal des Rathauses wird in diesem Jahr wieder Veranstaltungsort: Dort führen die Fotogruppe AUSLÖSER, die Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern und die Sammlungen der Landeshauptstadt Schwerin mit ihrem Bildarchiv per Live-Multivisionsshows an markante Schauplätze in Mecklenburg-Vorpommern.

Neben weiteren zahlreichen tollen Ausstellungsangeboten wie u.a. im KunstWasserWerk (inkl. einer musikalischen Eröffnung) der MV-Foto-Galerie oder dem Dezernat5 kommen vor allem auch Musikliebhaber wieder voll auf ihre Kosten, denn allerorts singt und klingt es: Liebhaber südamerikanischer Rhythmen dürfen sich wieder über eine kubanische Nacht in den Schweriner Höfen (Digitalgarden) freuen, aber auch Jazz und klingende Namen im Raum am Ozean, Musik von Maria Daniel im Kontor, Garage/Beat/Pop from UK im Komplex, Schlagzeug + Plattenspieler im Speicher sowie Tango und Swing im Feinspitz werden geboten.

Auch im mecklenburgischen Eisenbahn- und Technikmuseum sowie im Flippermuseum gibt es ein musikalisches Begleitprogramm. Und auch die Möglichkeiten, an diesem Abend selbst kreativ zu werden, sind vielfältig.

Zusätzlich zum im Programmheft angekündigten Angebot öffnet die Kompass Galerie in der Goethestraße 15 ihre Türen. Um 17 Uhr präsentiert der neue Ort für Kunst und Kultur Arbeiten des Greifswalder Malers Felix Jess.

„Ich kann mich wie in den letzten Jahren immer nur wieder ganz herzlich bei all den vielen Mitwirkenden bedanken, ohne deren Engagement und Einfallsreichtum dieses besondere Kulturerlebnis nicht möglich wäre“, so Ulrike Just, die Organisatorin aus dem städtischen Kulturbüro. Damit in dieser besonderen Nacht auch längere Wege nicht zur Hürde werden, ist der Verein IFA M-V e. V. wieder mit dem beliebten Kulturnachtshuttle zur Stelle.

Greifswald verbessert sich im Smart City Ranking 2026

Greifswald – Greifswald macht bei der digitalen Stadtentwicklung weiter Fortschritte. Im aktuellen Haselhorst Smart City Ranking wird die Universitäts- und Hansestadt mit einem Entwicklungsgrad von 42 Prozent bewertet. Damit verbessert sie sich gegenüber dem Vorjahr um weitere 3,2 Prozentpunkte und liegt deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 33,2 Prozent.

In der deutschlandweiten Gesamtbewertung erreicht Greifswald damit den 71. Platz von 418 untersuchten Städten. Unter den 111 großen Mittelstädten liegt die Stadt auf Platz 20. Im Vergleich der Städte in Mecklenburg-Vorpommern belegt Greifswald den zweiten Platz hinter Stralsund.

Bewertet werden mehrere Handlungsfelder. Besonders gut schneidet Greifswald im Bereich „Strategie und Basis“ ab. Hier erreicht die Stadt einen Entwicklungsgrad von 84 Prozent. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass die Digitalisierung als Stabsstelle eingerichtet wurde und unmittelbar beim Oberbürgermeister angesiedelt ist. Im Handlungsfeld „Verwaltung“ erreicht die Stadt 43 Prozent und damit den höchsten Wert in Mecklenburg-Vorpommern.

„Ich freue mich besonders über die gute Bewertung unserer digitalen Verwaltungsangebote.“, so Oberbürgermeister Dr. Stefan Fassbinder. „Wir haben in den vergangenen Jahren viele Online-Dienste auf den Weg gebracht und bauen dieses Angebot weiter aus. Unser Ziel ist, dass die Bürgerinnen und Bürger möglichst viele Anliegen einfach und direkt von zu Hause aus erledigen können.“

Seit diesem Jahr können beispielsweise Bauanträge vollständig digital eingereicht werden. Auch viele Dienstleistungen rund um Gewerbe und Gaststätten kann man online erledigen, angefangen von der Gewerbeanmeldung bis zur Gaststättenerlaubnis. Auch die Bescheinigung in Steuersachen, die so genannte Unbedenklichkeitsbescheinigung, kann online beantragt werden.

Mit dem neuen Open-Data-Portal stellt die Stadt zudem kommunale Daten kostenlos und maschinenlesbar zur Verfügung. Dazu gehören beispielsweise Statistiken zur Bevölkerungs- und Arbeitsmarktentwicklung, zu Steuererträgen, zum Wohngeldbezug, zum Kultur- und Sozialpass sowie zum Güterverkehr im Seehafen Ladebow.

Das Haselhorst Smart City Ranking wird seit 2018 jährlich durchgeführt. 2026 wurden 418 Städte mit mehr als 30.000 Einwohnerinnen und Einwohnern untersucht. Rund 60 Indikatoren fließen in die Bewertung ein. Neben öffentlich zugänglichen Daten werden auch Strategien und konkrete Projekte betrachtet. Insgesamt wurden mehr als 33.000 Datenpunkte ausgewertet.

„Hase und Igel“ in der historischen Mühle

Theaterklassiker im Zoo Stralsund

Stralsund – Ein herbstliches Erlebnis für die ganze Familie: Der Zoo Stralsund lädt im Oktober zu einer besonderen Aufführung des beliebten Märchenklassikers „Hase und Igel“ ein. In der malerischen Kulisse der historischen Mühle auf dem Zoogelände wird die charmante Geschichte um das ungleiche Wettrennen lebendig.

Das Theaterstück wird an zwei Terminen in den Herbstferien aufgeführt: am Samstag, den 17. Oktober, sowie am Donnerstag, den 22. Oktober. An beiden Tagen finden jeweils zwei Vorstellungen statt. Die Spielzeiten sind von 13:30 bis 14:00 Uhr sowie von 15:30 bis 16:00 Uhr.

Mit der historischen Mühle als Bühne bietet der Zoo Stralsund eine einmalige Atmosphäre, die den Ausflug zu einem ganz besonderen Erlebnis macht. Die kurzweiligen Vorstellungen sind ideal auch für die kleinsten Besucher und lassen sich perfekt in einen herbstlichen Zoorundgang integrieren.  Wer bei dem legendären Wettlauf letztendlich die Nase vorn hat, können die Zuschauer hautnah miterleben.

Ein großer Pluspunkt für Familien: Die Theatervorführung ist bereits im regulären Zoo-Eintritt enthalten. So lässt sich das kulturelle Erlebnis wunderbar mit einem anschließenden Spaziergang durch den herbstlich bunten Zoo verbinden.