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Drese: Prävention ist eine Investition in Gesundheit und Wirtschaftskraft

Land und BioCon Valley wollen Gesundheitsförderung und Gesundheitswirtschaft enger verzahnen/ Studien zeigen wirtschaftlichen Nutzen betrieblicher Prävention

Schwerin – Prävention stärkt nicht nur die Gesundheit der Menschen, sondern bietet auch wirtschaftliche Chancen. Mecklenburg-Vorpommern will deshalb Gesundheitsförderung und Gesundheitswirtschaft stärker zusammendenken. Der Netzwerk-Auftakt für gemeinsame Perspektiven zwischen Prävention, Gesundheitsförderung und Gesundheitswirtschaft am (heutigen) Montag bei der BioCon Valley GmbH war der Startschuss für neue Kooperationen zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesundheitswesen. Das Land fördert das Projekt zur Koordinierung entsprechender Maßnahmen mit 500.000 Euro.

„Gesundheit ist weit mehr als ein Kostenfaktor. Sie ist eine Voraussetzung für Lebensqualität, Leistungsfähigkeit und wirtschaftliche Entwicklung. Wenn wir Prävention konsequent stärken, profitieren die Menschen, unsere Unternehmen und der Gesundheitsstandort Mecklenburg-Vorpommern“, sagte Gesundheitsministerin Stefanie Drese. Entscheidend sei, vorhandenes Wissen und bestehende Angebote besser miteinander zu verbinden und neue Ideen schneller in die Anwendung zu bringen.

Dass sich Investitionen in Prävention auch wirtschaftlich auszahlen können, zeigen Untersuchungen zur betrieblichen Gesundheitsförderung: Demnach bringt jeder investierte Euro im Durchschnitt einen wirtschaftlichen Nutzen von 2,70 Euro. Weniger krankheitsbedingte Ausfälle sind dabei nur ein Aspekt. Auch der Erhalt von Arbeitsfähigkeit, Wohlbefinden und Lebensqualität zählt. „Wir müssen Gesundheit stärker als Zukunftsinvestition begreifen. Die Frage ist nicht allein, was Prävention kostet, sondern auch, welche Chancen wir verschenken, wenn wir sie vernachlässigen“, so Drese.

Mecklenburg-Vorpommern will dafür die Landesstrategie Gesundheitsförderung und Prävention enger mit dem Masterplan Gesundheitswirtschaft MV 2030 verzahnen. Die Präventionsstrategie setzt Schwerpunkte bei Bewegungsförderung, psychischer Gesundheit, Suchtprävention und Gesundheitskompetenz. Die Gesundheitswirtschaft wiederum verbindet Unternehmen, Forschung und Versorgung und bietet damit Ansatzpunkte, um innovative Lösungen für mehr Gesundheit zu entwickeln und in die Praxis zu bringen.

Die Netzwerkgesellschaft koordiniert das Vorhaben, bringt Partner aus unterschiedlichen Bereichen an einen Tisch und unterstützt die Entwicklung neuer Ansätze. Dazu gehört auch eine digitale Präventionslandkarte, die Angebote und Maßnahmen sichtbarer machen und den Zugang zu ihnen erleichtern soll.

„In Mecklenburg-Vorpommern gibt es viel Kompetenz und zahlreiche gute Ansätze in der Gesundheitsförderung. Die Herausforderung besteht darin, diese Kräfte stärker zu bündeln und die Schnittstellen zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Versorgung gezielt zu nutzen“, sagte BioCon-Valley-Geschäftsführer Lars Bauer. „Wenn wir Wissen, innovative Ideen und praktische Erfahrungen zusammenbringen, können daraus neue Angebote entstehen, die sowohl den Menschen als auch dem Gesundheits- und Wirtschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern zugutekommen.“

Für Drese kommt es darauf an, dass aus der Vernetzung konkrete Ergebnisse entstehen. „Wir wollen gute Ideen nicht nur diskutieren, sondern in die Umsetzung bringen. Prävention muss im Alltag der Menschen ankommen – und zugleich zeigen, welches Potenzial in ihr für Innovation, Beschäftigung und Wertschöpfung steckt. Dafür brauchen wir starke Partnerschaften zwischen Gesundheitswesen, Wissenschaft und Wirtschaft“, betonte die Ministerin.

Hafenanlage am Kempowski-Ufer im Rostocker Stadthafen eröffnet

Jochen Schulte: „Wir stärken den Rostocker Stadthafen als Anziehungspunkt für Einheimische und Gäste“

Rostock – Wirtschaftsstaatssekretär Jochen Schulte hat heute die modernisierte Hafenanlage am Kempowski-Ufer im Rostocker Stadthafen eröffnet. Auf rund 450 Metern wurde die Kaianlage im Bereich der Liegeplätze 86 bis 91 erneuert.

Wirtschaftsstaatssekretär Jochen Schulte hat heute die modernisierte Hafenanlage am Kempowski-Ufer im Rostocker Stadthafen eröffnet. Auf rund 450 Metern wurde die Kaianlage im Bereich der Liegeplätze 86 bis 91 erneuert. Das Land unterstützt den ersten Bauabschnitt mit rund 11,9 Millionen Euro aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). Die Gesamtausgaben für den ersten Bauabschnitt betragen rund 19,9 Millionen Euro.

„Der Stadthafen prägt die maritime Identität Rostocks und das Lebensgefühl der Menschen, die hier wohnen. Zugleich macht er den besonderen Reiz der Stadt als attraktives Reiseziel aus. Mit der modernisierten Kaianlage schaffen wir mehr Aufenthaltsqualität direkt an der Warnow und verbessern die Bedingungen für die maritime Nutzung des Hafens. Das kommt den Rostockerinnen und Rostockern ebenso zugute wie den Gästen unserer Küstenstadt. Zugleich stärken wir die Voraussetzungen für Gastronomie und touristische Angebote vor Ort“, sagte Staatssekretär Schulte.

Ein besonderes Merkmal ist die rund 200 Meter lange, tieferliegende Geh-Ebene. Sitzstufen laden zum Verweilen direkt am Wasser ein. Gleichzeitig verbessert die erneuerte Infrastruktur die Bedingungen für die maritime Nutzung der Liegeplätze. Dazu gehören erneuerte beziehungsweise ergänzte Versorgungsleitungen sowie eine Schwerlastplatte am Liegeplatz 91, die unter anderem den Einsatz von Schwerlastkränen ermöglicht.

„Ein attraktiver Stadthafen lebt vom Zusammenspiel aus maritimer Nutzung und hoher Aufenthaltsqualität. Die neue Anlage verbindet beides. Mit unserer Förderung investieren wir in eine touristische Infrastruktur, die zugleich den Menschen vor Ort im Alltag zur Verfügung steht“, betonte Staatssekretär Schulte.

Der weitere Ausbau der Promenade befindet sich in Vorbereitung. Der zweite Bauabschnitt sieht eine Flaniermeile, zusätzliche Grünflächen und die Einbindung von Hochwasserschutzanlagen und gastronomischen Außenflächen vor. Auch eine Fahrradstraße mit Verkehrsanbindung ist geplant. Bereits in der Vergangenheit wurden im Rostocker Stadthafen unter anderem die Uferpromenade an der Silohalbinsel, der Anleger Kabutzenhof und die Erneuerung der Liegeplätze 78 bis 83 mit GRW-Mitteln unterstützt.

Erster Schulpartner-Preis geht nach Schwerin

Oldenburg: Die Auszeichnung ist eine schöne Anerkennung für die engagierte Arbeit, die an der Schule geleistet wird

Schwerin – Bildungsministerin Simone Oldenburg gratuliert der Grundschule am Mueßer Berg in Schwerin zum Schulpartner-Preis. Die Schule erhält ihn für ihr Engagement in der Gewaltprävention und Streitschlichtung sowie für die Zusammenarbeit mit den Eltern. „Die Grundschule am Mueßer Berg zeigt, wie wichtig es ist, Kinder frühzeitig darin zu stärken, Konflikte friedlich zu lösen und respektvoll miteinander umzugehen. Das ist eine wichtige Grundlage für erfolgreiches Lernen und ein gutes Schulklima. Die Auszeichnung ist eine schöne Anerkennung für die engagierte Arbeit, die an der Schule geleistet wird.“

Alle 17 Klassen der Grundschule haben ein monatliches Training zur Gewaltprävention und Streitschlichtung durchlaufen. Darüber hinaus hat die Schule ein Elterncafé eingerichtet. Die Pädagoginnen und Pädagogen haben an Fortbildungen teilgenommen, um die Erfolge des Trainings im Schulalltag zu verankern. Das Projekt setzt damit auf ein gemeinsames Engagement von Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräften. „Kinder brauchen Erwachsene, die sie begleiten, ihnen zuhören und sie dabei unterstützen, eigene Lösungen zu finden. Wenn Schule und Elternhaus dabei zusammenarbeiten, stärkt das die gesamte Schulgemeinschaft“, betonte Oldenburg.

Der Schulpartner-Preis wird in diesem Jahr erstmals vom Bundesverband Nachhilfe- und Nachmittagsschulen (VNN) innerhalb seiner Initiative „Schulpartner Deutschland“ vergeben. Ausgezeichnet werden erfolgreiche Kooperationsprojekte zwischen außerschulischen Organisationen, Vereinen oder Verbänden und öffentlichen Schulen. Im Mittelpunkt stehen die individuelle Förderung von Schülerinnen und Schülern und die Umsetzung staatlicher Förderprogramme.

Die Grundschule am Mueßer Berg ist zugleich eine Startchancen-Schule. Mit dem gemeinsamen Programm von Bund und Ländern sollen die Bildungschancen von Kindern unabhängig von ihrer sozialen Herkunft verbessert werden. Mecklenburg-Vorpommern erhält dafür jährlich 17 Millionen Euro an Bundesmitteln. „Jedes Kind soll die Chance haben, seine Stärken zu entwickeln und erfolgreich zu lernen – unabhängig von seiner familiären Situation und dem Verdienst seiner Eltern. Dafür brauchen wir Schulen, die individuelle Förderung und ein respektvolles Miteinander gleichermaßen im Blick haben“, sagte Oldenburg.

Neues Regierungsportal der Landesregierung geht online

Schwerin – Unter www.land-mv.de finden Bürgerinnen und Bürger aktuelle Informationen aus der Landesregierung künftig in einem modernen und übersichtlichen digitalen Auftritt.

Das neue Portal bündelt die Informationen der Staatskanzlei und der Ministerien und setzt auf eine thematische Nutzerführung. Inhalte zu wichtigen Lebensbereichen in Mecklenburg-Vorpommern sind jetzt schneller auffindbar. Auch aktuelle Meldungen, Termine und Informationen zur Arbeit der Landesregierung sind zentral erreichbar. Das neue Design ist konsequent für die Nutzung auf unterschiedlichen Endgeräten ausgelegt.

„Wir wollen die Arbeit der Landesregierung verständlich, transparent und zeitgemäß vermitteln. Deshalb haben wir das neue Regierungsportal konsequent aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger gedacht. Wer Informationen zu Arbeit, Familie, Bildung, Mobilität oder anderen wichtigen Lebensbereichen sucht, soll schnell zum richtigen Angebot kommen. Mit land-mv.de bündeln wir die Informationen der Landesregierung an einem zentralen Ort“, erklärte der Chef der Staatskanzlei, Patrick Dahlemann.

Neu ist unter anderem eine Social-Media-Wall, die Beiträge der Landesregierung aus den sozialen Netzwerken gebündelt und datenschutzfreundlich auf dem Regierungsportal sichtbar macht.

Das neue Regierungsportal ist unter www.land-mv.de erreichbar.

Gesundheitsversorgung in MV: Digitalisierung muss den Menschen dienen

Staatssekretärin Sylvia Grimm bei TK-Jahresfachtagung: Vernetzung stärken, Versorgung sichern und Prävention ausbauen

Schwerin – Digitale Innovationen können die medizinische Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern verbessern. Sie müssen dabei helfen, medizinische Expertise auch in ländlichen Regionen verfügbar zu machen, die Zusammenarbeit zwischen den Versorgungsbereichen zu stärken und die Gesundheitskompetenz der Menschen zu fördern. Das betonte Gesundheitsstaatssekretärin Sylvia Grimm am Donnerstag bei der Jahresfachtagung der Techniker Krankenkasse (TK) in Mecklenburg-Vorpommern unter dem Motto „Gesundheit in MV – primär digital versorgt?“.

„Digitalisierung darf kein Selbstzweck sein. Entscheidend ist, ob sie die Versorgung der Menschen tatsächlich verbessert. Wir müssen digitale Möglichkeiten nutzen, um Wege zu verkürzen, medizinisches Wissen besser verfügbar zu machen und die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren zu erleichtern. Gleichzeitig darf der persönliche Kontakt zwischen Arzt und Patient nicht verloren gehen. Gute Versorgung muss für alle erreichbar bleiben – unabhängig vom Wohnort und davon, wie sicher sich jemand in der digitalen Welt bewegt“, sagte Grimm.

Gerade Mecklenburg-Vorpommern stehe als dünn besiedeltes Flächenland mit einer älter werdenden Bevölkerung und zunehmendem Fachkräftebedarf vor besonderen Herausforderungen. Digitale und telemedizinische Angebote könnten helfen, die Versorgung zukunftssicher aufzustellen. Mit einer Absichtserklärung für ein gemeinsames Telemedizinnetzwerk mit Schleswig-Holstein hätten beide Länder am 15. September einen wichtigen Schritt vereinbart. Zunächst sollen Krankenhäuser telemedizinisch miteinander vernetzt, perspektivisch auch Rettungsdienste, ambulante Versorgung und weitere Gesundheitsbereiche einbezogen werden. Ziel sei es, bestehende Angebote zu bündeln und einen gemeinsamen digitalen Versorgungsraum zu schaffen.

Digitalisierung allein löst nach Ansicht von Grimm jedoch nicht die strukturellen Herausforderungen des Gesundheitswesens. „Wir brauchen eine stärkere sektorenübergreifende Zusammenarbeit und Strukturen, die sich am tatsächlichen Versorgungsbedarf orientieren. Das gilt auch für die Krankenhausreform. Die wohnortnahe Grund- und Notfallversorgung muss ebenso berücksichtigt werden wie die notwendige Spezialisierung komplexer Behandlungen. Digitale Vernetzung kann diesen Wandel unterstützen, aber weder eine bedarfsgerechte Krankenhausplanung noch ausreichend qualifiziertes Personal ersetzen“, so Grimm.

Ein weiterer Schwerpunkt sei die Gesundheitsförderung. Ziel müsse es sein, die Gesundheit der Bevölkerung über alle Lebensphasen hinweg nachhaltig zu verbessern. Digitale Beratungsangebote könnten Zugänge erleichtern und Menschen bei gesundheitlichen Fragen unterstützen. Entscheidend sei aber, Prävention dauerhaft im Alltag zu verankern und die Gesundheitskompetenz zu stärken. Mecklenburg-Vorpommern verfüge dafür mit seiner Landesstrategie Gesundheitsförderung und Prävention über einen Rahmen, der weiterentwickelt und gemeinsam mit den Akteuren vor Ort umgesetzt werden müsse.

„Wir müssen Versorgung nicht nur dann organisieren, wenn Menschen bereits krank sind. Wir müssen auch mehr dafür tun, dass sie gesund aufwachsen, leben und älter werden können. Dafür brauchen wir innovative Angebote, gute Zusammenarbeit und Menschen, die Verantwortung für ihre Gesundheit übernehmen können. Die zentrale Frage ist deshalb nicht, ob unsere Versorgung digital oder persönlich sein soll. Wir müssen beides sinnvoll verbinden – damit medizinischer Fortschritt bei den Menschen ankommt“, erklärte Grimm.

„Männerschuppen Insel Poel e.V. “ gewinnt Landeswettbewerb für ein gesundes Miteinander

Insel Poel – „Gesichter für ein gesundes Miteinander“: Unter diesem Motto haben sich bundesweit zahlreiche Projekte und Initiativen an einem Wettbewerb für besonderes Gesundheits-Engagement beteiligt. In Mecklenburg-Vorpommern überzeugte der „Männerschuppen Insel Poel e.V. “ die Jury und sicherte sich den ersten Platz beim Landeswettbewerb 2026. Platz zwei ging an: „Nightline – studentisches Zuhörtelefon“ aus Greifswald. Den dritten Platz belegte das Projekt „Ping Pong Salon – Begegnung in Bewegung“ aus Neustrelitz. Den Sonderpreis Pflege gewann das Projekt „Rikscha für Bewegungseingeschränkte“ vom Verein „Radeln ohne Alter Neubrandenburg e. V.“ Die Sozialministerin Stefanie Drese und die DAK-Gesundheit zeichneten nun die Gewinnerinnen und Gewinner aus.

„Ob beim gemeinsamen Handwerkeln, via Telefon, beim Tischtennisspiel oder auf der Rikschafahrt: Wo Menschen niedrigschwellig Räume für Begegnung schaffen, zeigt sich, wie viel Kraft in Gemeinschaft steckt und wie wichtig dieser Zusammenhalt für uns alle ist. Das zeigen auch alle der heute ausgezeichneten Projekte auf ihre ganz eigene Weise. Auf diese wirklich große Bandbreite an Ideen und Projekten, das außergewöhnliche Engagement aller Beteiligten und das große Herzblut, das durch die Erzählungen der Ausgezeichneten spürbar wurde, können wir als Land ausgesprochen stolz sein“, betonte Stefanie Drese, Ministerin für Soziales, Gesundheit und Sport des Landes Mecklenburg-Vorpommern und gratulierte den Preisträgerinnen und Preisträgern.

Andreas Mirwald, Leiter der DAK-Landesvertretung in MV, ergänzt: „Mit dem ‚Männerschuppen Insel Poel e.V.‘ gewinnt ein Projekt den Landeswettbewerb, das in beeindruckender Weise zeigt, wie Gesundheit, gesellschaftlicher Zusammenhalt und ehrenamtliches Engagement zusammenwirken können. Dort entstehen nicht nur praktische Projekte für die Gemeinschaft, sondern auch soziale Kontakte, die Einsamkeit entgegenwirken und das Wohlbefinden stärken. Die ausgezeichneten Initiativen zeigen insgesamt, wie viele Menschen sich in Mecklenburg-Vorpommern mit großem Einsatz für ein gesundes Miteinander engagieren.

Im mittlerweile sechsten Wettbewerbsjahr haben sich bundesweit rund 350 Projekte und Initiativen beworben, die Gesundheit, Prävention oder Pflege mit gesellschaftlichem Engagement verbinden. Den Landessieg in Mecklenburg-Vorpommern erhielt der „Männerschuppen Insel Poel e.V. “. Initiator Andrew Gordon hat einen offenen Raum geschaffen, in dem handwerkliche Tätigkeit, gegenseitige Unterstützung und soziale Begegnung eng zusammengehören. Viele Männer finden hier eine Struktur, die Einsamkeit reduziert, Aktivität fördert und neue Kontakte ermöglicht. „Der Männerschuppen ist ein Beitrag zu einer lebendigen Nachbarschaft, in der Menschen füreinander da sind und Verantwortung übernehmen“, sagt Gordon. Der Männerschuppen wirke inzwischen weit über die Insel hinaus. So entstanden beim gemeinsamen Handwerken robuste Marktstände für die Gemeinde, wurde ein wiederverwendbarer Weihnachtswunschbaum gestaltet, eine Wanderschutzhütte unterstützt und kreative Projekttage für Schulkinder durchgeführt. Kochen, Qigong, Singen und öffentliche Vorträge zu Gesundheits- und Gesellschaftsthemen ergänzen das Angebot.

Die Initiative auf Rang zwei wurde von Marie Zörner eingereicht: „Nightline – studentisches Zuhörtelefon“ aus Greifswald ist ein niedrigschwelliges, anonymes und wertschätzendes Zuhörangebot, das Studierenden und jungen Menschen in belastenden Situationen einen sicheren Raum für ihre Sorgen eröffnet.

Auf Rang drei landete „Ping Pong Salon – Begegnung in Bewegung“ aus Neustrelitz. Die Initiative wurde von Katja Thiede eingereicht. Sie ist ein Beitrag zu einer lebendigen Nachbarschaft bei dem beim gemeinsamen Spiel Menschen miteinander in Kontakt kommen können.

Einen besonderen Akzent für ein gesundes Miteinander setzte nach Jury-Ansicht auch ein Projekt, das sich liebevoll um ältere Menschen kümmert. Seit 2022 fährt Gernot Kunzemann mit anderen Freiwilligen des Vereins „Radeln ohne Alter Neubrandenburg e. V.“ in Pflegeheime und Einrichtungen der Tagespflege. Mit Rikschas fahren sie Menschen, die ihr Zuhause nicht verlassen können, durch ihre aktuellen und früheren Wohngebiete, durch das Zentrum, den Kulturpark oder auch an das Grab von verstorbenen Angehörigen. Dafür bekommen sie den Sonderpreis Pflege.

Im Dezember kürt eine namhafte Bundesjury um DAK-Vorstandschef Andreas Storm aus den Gewinnerprojekten aller Bundesländer die Bundessiegerinnen und -sieger. Schirmherrin des bundesweiten Wettbewerbs „Gesichter für ein gesundes Miteinander“ ist Bundesfamilienministerin Karin Prien. Weitere Informationen zu den ausgezeichneten Initiativen gibt es unter www.dak.de/gesichter.

Fünf Länder übergeben gemeinsamen Forderungskatalog an die Bundesregierung

Berlin – Die Agrarministerinnen und -minister von Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben heute im Bundeskanzleramt einen gemeinsamen Forderungskatalog zur künftigen Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union (GAP) übergeben. Darin weisen sie auf erhebliche Nachteile der derzeitigen Planungen für die ostdeutsche Landwirtschaft und die ländlichen Räume hin. Die fünf Länder bitten die Bundesregierung, die besonderen Strukturen und Interessen der ostdeutschen Landwirtschaft bei den anstehenden Verhandlungen über den Mehrjährigen Finanzrahmen der EU und die europäische Förderarchitektur ab 2028 angemessen zu berücksichtigen und auf eine entsprechende Kurskorrektur hinzuwirken. Das Papier wurde an Staatsminister Philipp Amthor übergeben.

Im Mittelpunkt stehen drei gemeinsame Anliegen: Die GAP muss auch künftig finanziell verlässlich und auskömmlich ausgestattet sein und Planungssicherheit für die gesamte Förderperiode bieten. Eine verpflichtende Kappung und Degression der Einkommensstützung lehnen die fünf Länder ab. Zugleich soll die Förderung der ländlichen Entwicklung auch in der künftigen europäischen Förderarchitektur dauerhaft und mit ausreichenden finanziellen Spielräumen abgesichert werden.

Nach Einschätzung der fünf Länder könnten die geplanten Einschnitte gerade größere ostdeutsche Agrarbetriebe in ihrer wirtschaftlichen Substanz treffen und im Einzelfall sogar in ihrer Existenz gefährden. Mögliche Folgen seien die Aufgabe von Produktionsbereichen oder ganzen Betrieben sowie der Verlust von Arbeitsplätzen und regionaler Wertschöpfung. Damit stünden nicht nur gewachsene Agrarstrukturen und die wirtschaftliche Stabilität ländlicher Regionen auf dem Spiel. Eine Schwächung der heimischen Landwirtschaft beeinträchtige letztlich auch eine sichere Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln.

Brandenburgs Landwirtschaftsministerin Hanka Mittelstädt: „Degression und Kappung lehnen wir entschieden ab! Gerade die größeren, beschäftigungsintensiven Betriebe, die die Landwirtschaft in Ostdeutschland prägen, würden erhebliche Einkommensverluste erleiden – mit Folgen für Wertschöpfung, Beschäftigung und Investitionen in den ländlichen Räumen. Allein in Brandenburg wären knapp 1.800 Betriebe betroffen – das entspricht rund 92 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche. Gemeinsam fordern wir die Bundesregierung auf, sich in dieser entscheidenden Verhandlungsphase auf EU-Ebene für die ostdeutsche Landwirtschaft einzusetzen. Es geht um die zentrale Frage, welchen Stellenwert Ernährungssicherung und wettbewerbsfähige Landwirtschaft künftig haben.“

Dr. Till Backhaus, Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern: „Die Frage Kappung und Degression ja/nein wird erstmals von den Landwirten in Ost und West gleichermaßen mit nein beantwortet. Der deutsche Bauernverband und die weit überwiegende Mehrheit der Länder lehnt eine verpflichtende Kappung und Degression ab. Das hat es so bisher noch nicht gegeben! Und dieses eindeutige Votum muss der Bundeslandwirtschaftsminister und die gesamte Bundesregierung anerkennen und umsetzen. Wir können nicht zulassen, dass über Jahrzehnte gewachsenen und erfolgreiche Strukturen, die auch den Menschen im ländlichen Raum Perspektiven geben, ideologischer Engstirnigkeit geopfert werden.“

Georg-Ludwig von Breitenbuch, Sächsischer Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft: „Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb Brüssel an der obligatorischen Kappung und Degression festhalten will und unsere Agrarstruktur bewusst missachtet. Die landwirtschaftlichen Betriebe, egal ob klein oder groß, sehen sich schon jetzt durch hohe Kosten und geringe sowie stark schwankende Erzeugerpreise einem enorm hohen wirtschaftlichen Druck ausgesetzt. Eine Kürzung der Einkommensstützung schwächt die Betriebe weiter und lockt verstärkt außerlandwirtschaftliche Investoren an. Gerade arbeitsintensive Bereiche wie die Tierhaltung hätten schlechtere Chancen, um im Wettbewerb zu bestehen. Damit erreicht die EU-Kommission genau das Gegenteil ihrer Anliegen: heimische Landwirtschaft zu erhalten, Nutztierhaltung zu stärken und Agrarfördergelder gezielt in der Landwirtschaft einzusetzen.“

Michael Richter, Minister für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt: „Wir brauchen eine Landwirtschaft, die sich rechnet und gleichzeitig Verantwortung für die natürlichen Lebensgrundlagen übernimmt. Entscheidend ist ein verlässlicher politischer Rahmen, der den Betrieben wirtschaftliches Handeln und langfristige Investitionen ermöglicht. Landwirtschaft braucht nicht immer neue Vorgaben, sondern Planungssicherheit, faire Wettbewerbsbedingungen und Freiräume für unternehmerische Entscheidungen. Ein Baustein dazu ist, dass die GAP auch zukünftig zu verlässlichen Einkommen beitragen muss.“

Thüringens Landwirtschaftsministerin Colette Boos-John sagt: „Bei der künftigen EU-Agrarpolitik geht es um weit mehr als um einzelne Förderprogramme. Es geht um die wirtschaftliche Perspektive unserer Landwirtschaft, um Ernährungssicherheit und um die Zukunft der ländlichen Räume. Deshalb brauchen wir eine verlässlich finanzierte Agrarförderung, die unterschiedliche Betriebsstrukturen berücksichtigt, statt gerade die gewachsenen Strukturen in Ostdeutschland durch Kappung und Degression zu benachteiligen. Von der Bundesregierung erwarten wir, dass sie diese gemeinsame Position der Länder in den europäischen Verhandlungen mit Nachdruck vertritt.“

Degression bedeutet, dass die Förderung ab bestimmten Schwellenwerten schrittweise gekürzt wird; bei einer Kappung wird eine feste Förderobergrenze je Betrieb eingezogen. Davon wären insbesondere die historisch gewachsenen größeren Betriebsstrukturen in Ostdeutschland betroffen. Die fünf Länder hatten sich bereits im Januar 2026 in der gemeinsam mit den ostdeutschen Landesbauernverbänden verabschiedeten „Berliner Erklärung“ gegen eine verpflichtende Kappung und Degression der Agrarförderung ausgesprochen. In derselben Weise hatte sich zuvor auch die Agrarministerkonferenz positioniert. Schließlich haben auch die Ministerpräsidentenkonferenz und der Bundesrat entsprechende Beschlüsse gefasst. Damit besteht über die ostdeutschen Länder hinaus breite Einigkeit, dass die Agrarförderung unterschiedlichen Betriebsformen und Betriebsgrößen gerecht werden und gewachsene Agrarstrukturen berücksichtigen muss.

Fakten zur GAP-Förderung

Für Deutschland stehen in der laufenden GAP-Förderperiode 2023 bis 2027 insgesamt rund 30 Milliarden Euro EU-Mittel zur Verfügung – jährlich gut 6 Milliarden Euro. Davon entfallen vor Umschichtungen jährlich rund 4,9 Milliarden Euro auf Direktzahlungen an landwirtschaftliche Betriebe, rund 150 Millionen Euro auf Marktmaßnahmen und rund 1,1 Milliarden Euro auf den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER).

Von den Direktzahlungen (Einkommensgrundstützung einschließlich Umverteilungsprämie, Junglandwirteförderung, Öko-Regelungen sowie gekoppelten Tierprämien) erhielten landwirtschaftliche Betriebe in Brandenburg jährlich rund 355 Millionen Euro, in Mecklenburg-Vorpommern rund 315 Millionen Euro, in Sachsen rund 205 Millionen Euro, in Sachsen-Anhalt rund 269 Millionen Euro und in Thüringen rund 202 Millionen Euro.

Dolce Vita auf dem Land

Cafémobil aus Lohmen ist Landessieger beim Deutschen Nachbarschaftspreis

Lohmen – Stefanie Drese konnte heute Ruth Wossidlo, André Schulz und Lars Trense vom Cafémobil aus Lohmen zum Landessieg beim Deutschen Nachbarschaftspreis gratulieren.

Dolce Vita in der Mecklenburger Provinz: Mit einer Piaggio Ape, einer Siebträger-Kaffeemaschine und viel ehrenamtlichem Engagement bringt die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Lohmen Kaffee und Menschen zusammen. Für dieses ungewöhnliche mobile Begegnungsprojekt ist das Cafémobil jetzt als Landessieger Mecklenburg-Vorpommerns beim Deutschen Nachbarschaftspreis 2026 ausgezeichnet worden. Sozialministerin Stefanie Drese überreichte die Auszeichnung am Donnerstag im Sozialministerium in Schwerin. Das Projekt erhält ein Preisgeld von 2.000 Euro.

Das Cafémobil fährt durch die 38 Dörfer und Orte der Kirchengemeinde Lohmen und schafft dort einen Treffpunkt, wo klassische Orte der Begegnung wie Dorfkonsum, Gaststätte oder Bäckerei zunehmend fehlen. Kaffee gibt es kostenlos, Kuchen und Spiele bringen die Menschen selbst mit. Wer möchte, kann sich seine eigene Kaffeekreation zubereiten. So wird aus einer kleinen Ape ein mobiler Dorfmittelpunkt – und aus einer Tasse Kaffee ganz nebenbei ein Gespräch, eine neue Bekanntschaft oder ein Stück Nachbarschaft.

„Dolce Vita muss nicht an der Strandpromenade beginnen. Manchmal beginnen die kleinen italienischen Momente auf dem Dorfplatz – mit einem guten Kaffee und Menschen, die Lust haben, zusammenzukommen. Das Cafémobil aus Lohmen bringt genau das auf die Dörfer: Lebensfreude, Begegnung und ein Stück Gemeinschaft. Und das Beste daran: Die Menschen warten nicht darauf, dass jemand einen neuen Treffpunkt baut. Sie machen ihn einfach selbst“, sagte Drese bei der Auszeichnung.

Das Projekt ist dabei weit mehr als ein mobiles Café. Menschen mit und ohne Behinderung engagieren sich gemeinsam, ebenso Einheimische und Zugewanderte. Zu den acht Ehrenamtlichen gehört ein Mann mit geistiger Behinderung. Auch eine muslimische Familie, die vor wenigen Jahren aus der Türkei nach Deutschland kam, ist dabei. Alle Ehrenamtlichen haben einen Barista-Kurs absolviert.

„Genau solche Orte brauchen wir: offen, niedrigschwellig und mitten im Leben. Das Land unterstützt deshalb mit seinem Programm ,Dritte Orte‘ ganz bewusst Begegnungs- und Gemeinschaftsorte, an denen Menschen unabhängig von Alter, Herkunft oder Lebenssituation zusammenkommen können. Das Cafémobil zeigt auf besonders charmante Weise, dass ein solcher Ort nicht einmal ein festes Gebäude braucht. Er kann auch vier Räder haben“, verwies Drese auf das Landesförderprogramm für Begegnungs- und Gemeinschaftsorte, das mit insgesamt rund 700.000 Euro ausgestattet ist.

Für Drese ist das Engagement vor Ort ein wichtiger Teil der Antwort auf Einsamkeit und fehlende soziale Kontakte. „Wir können Freundschaften nicht verordnen. Aber wir können Orte schaffen, an denen sie entstehen. Und wir können Menschen unterstützen, die solche Orte mit Leben füllen. Das Cafémobil ist dafür ein wunderbares Beispiel: Hier wird nicht nur Kaffee ausgeschenkt, hier wird Nachbarschaft gebraut.“

Mit dem Preisgeld möchte die Kirchengemeinde unter anderem einen Anhänger für das Cafémobil anschaffen, um künftig Tische und Stühle zu den mobilen Treffpunkten mitnehmen zu können. Auch weitere Angebote sind geplant – vom gemeinsamen Eiswaffelbacken mit Kindern und Jugendlichen über eine Afterhour-Bar bis zum Suppenmobil.

Der Deutsche Nachbarschaftspreis der nebenan.de Stiftung wird 2026 zum zehnten Mal vergeben und zeichnet Initiativen mit Vorbildcharakter aus, die lebendige Orte schaffen und das gesellschaftliche Miteinander stärken. In jedem Bundesland wird ein Landessieger mit 2.000 Euro ausgezeichnet. Die fünf Themenschwerpunkte und ein Sonderpreis werden im November bei der bundesweiten Preisverleihung in Berlin vergeben. Hauptförderer des Preises ist die Deutsche Postcode Lotterie.