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Empfang für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

Schwesig: Personal- und Betriebsräte stärken Wirtschaft und sichern Arbeitnehmerrechte

Schwerin – Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat auf ihrem Empfang für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Arbeit der Betriebsräte, Personalräte und Auszubildendenvertretungen im Land gewürdigt.

„Sie vertreten die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und der Auszubildenden in ihrem Betrieb, engagieren sich in Tarifverhandlungen und stehen ihren Kolleginnen und Kollegen zur Seite. Wenn es um den Respekt vor der Arbeit und um die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer geht, stehen Sie in vorderster Reihe.

Gleichzeitig haben sie die zukünftige Entwicklung ihres Unternehmens im Blick. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung unseres Landes und zur Sicherung von Arbeitnehmerrechten“, erklärte die Ministerpräsidentin.

Im Rahmen der Veranstaltung zeichnete die Ministerpräsidentin gemeinsam mit Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank die diesjährigen Gewinner des Betriebs- und Personalrätepreises aus.

In der Kategorie „Mitbestimmung – gut eingebracht“ wurde der Betriebsrat der Liebherr-Rostock GmbH ausgezeichnet. Der Betriebsrat wird für die neu geschaffene Betriebsvereinbarung „Belastungszulagen“ geehrt. „Den Betriebsparteien ist es gelungen, ein transparentes, gerechtes und für die Mitarbeitenden spürbares Instrument zur Anerkennung besonderer arbeitsbedingter Belastungen zu entwickeln und dauerhaft zu verankern“, heißt es in der Begründung der Jury.

Gewinner in der Kategorie „Mitbestimmung – stark gemacht“ ist der Betriebsrat der Usedomer Bäderbahn, Heringsdorf. Hier erfolgt die Auszeichnung für die Aushandlung des Sozialplans und Interessensausgleichs für vom Stellenabbau im Teilbetrieb Bus betroffene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Zuge des Betriebsüberganges auf die Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Greifswald.

„Der Betriebsrat hat sich außerordentlich für den Erhalt der Arbeitsplätze eingesetzt, es fanden immer wieder Betriebsversammlungen und im Abendbereich Mitgliederversammlungen statt. Ausgezeichnet werden soll der Einsatz des Betriebsrates in einer schwierigen Situation“, heißt es dazu in der Jurybegründung.

Preisträger in der Kategorie „Mitbestimmung – neu gedacht“ ist der Personalrat des Landesamtes für zentrale Aufgaben und Technik der Polizei, Brand- und Katastrophenschutz, Schwerin. Er wird für die Aushandlung der „Dienstvereinbarung zur Vermeidung und zur Lösung von Konflikten am Arbeitsplatz“ geehrt. Die Dienstvereinbarung regelt Aufgabenkonflikte, Beziehungskonflikte  und Wertekonflikte. Durch ein Konfliktteam sollen so Konflikte gelöst werden.

„Vom Einsatz der Arbeitnehmervertretungen profitieren einzelne Beschäftigte ebenso wie die Betriebe oder Behörden und letztlich die ganze Arbeitswelt. Denn so geht es gerechter und gleichzeitig friedlicher zu“, erklärte die Ministerpräsidentin. „Ich sage allen Betriebsräten, Personalräten, Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern vielen Dank für Ihren Einsatz! Und allen Gewinnerinnern und Gewinnern der Betriebs- und Personalrätepreise 2026 herzlichen Glückwunsch!“

Große Temperaturunterschiede bremsen Pflanzenwachstum in MV

Schwerin – Die vorherrschenden Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sowie Nachtfröste haben das Pflanzenwachstum auf den Feldern in Mecklenburg-Vorpommern sichtbar gebremst. Mit nun steigenden Temperaturen, vor allem nachts, wird mit einem deutlichen Wachstumsschub gerechnet.

Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus schätzt die Lage wie folgt ein: „Dank der teilweise sehr ergiebigen Niederschläge am vorletzten Wochenende sind, dort, wo diese gefallen sind, die Böden noch ausreichend mit Wasser versorgt. Dagegen weisen jedoch die leichten, sandigen Standorte im Süden und vor allem im Nordosten des Landes aktuell bereits deutlich geringere Bodenfeuchtegehalte auf. Hier ist der Oberboden nahezu ausgetrocknet, teilweise bis in 30 cm Tiefe. Dennoch entspricht die derzeitige Vegetationsentwicklung dem langjährigen Mittel“.

Die Sorten im Überblick

  • Beim Wintergetreide befinden sich die Bestände derzeit in der Steckungsphase. Spätsaaten sind in der Entwicklung noch deutlich im Rückstand. Aufgrund der bisherigen Witterung sind die Bestände überwiegend gesund. Bei trockenem sowie sonnigem Wetter ist vor allem bei der organischen Düngung aktuell mit einem erhöhten Risiko für Ammoniakverluste zu rechnen.
  • Der Winterraps steht bereits in der Blüte. Die Bestände sind gesund, jedoch sind auf leichten Sandstandorten bereits Anzeichen von Trockenheit erkennbar. Bedingt durch die wärmere Wetterlage ist mit einem erhöhten Insektenzuflug zu rechnen. Die Gelbschalen müssen intensiver kontrolliert werden.
  • Sommergetreide und Leguminosen: Für die Sojaaussaat ist es weiterhin zu kühl. Das Sommergetreide befindet sich, je nach Saattermin, in der Blattentwicklung bis Bestockung. Erbsen und Ackerbohnen sind ebenfalls in der Blattentwicklung. Bisher gab es ein geringes Auftreten von Blattrandkäfern. Die Lupinen laufen auf.
  • Mais und Kartoffeln: Die Maisaussaat läuft auf Hochtouren. Bei den Kartoffeln läuft derzeit die Pflanzung.
  • Grünland: Die Pflege und Düngung sind nun auch im Niedermoor abgeschlossen. Ausnahme sind einige wenige tiefer liegende und stark vernässte Teilflächen. Aufgrund der niedrigen Temperaturen in der Nacht ist das Massewachstum sehr verhalten. Besonders auf den Niedermoorflächen ist kaum Zuwachs zu verzeichnen. Die Niederschläge der vergangenen Woche brachten in Teilen Mecklenburg-Vorpommerns Entlastung, im Osten und Nordosten jedoch nicht. Auf Weiden mit sehr zeitigem Austrieb im April gibt es keinen nennenswertem Massenwachstum.
  • Beim Feldfutter (Gräser und Luzerne) gab es in den vergangenen Tagen gute Massezuwächse. Es ist zeitnah mit einem durchschnittlichen ersten Schnitt zu rechnen. Erste Ackerfutterflächen mit Futterroggen und frühen Weidelgräsern wurden bereits geerntet. Die Erträge fielen dabei unterdurchschnittlich aus.

Sportministerin Drese wirbt für Besuch der Para Games

Vom 1. bis zum 3. Mai findet die PARA Games statt. Vorbeischauen lohnt sich!

Rostock – Am kommenden Wochenende finden in der Hanse- und Universitätsstadt Rostock zum fünften Mal die PARA GAMES statt.

Rund 300 Sportlerinnen und Sportler aus neun Nationen nehmen an der größten Sportveranstaltung für Menschen mit Behinderungen in Mecklenburg-Vorpommern teil.

„Besucherinnen und Besucher erwartet hochklassiger Sport, viele Highlights und große Emotionen“, wirbt Sportministerin Stefanie Drese um reges Zuschauerinteresse.

In insgesamt fünf Sportarten messen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Start ist am Freitag (1. Mai) um 17 Uhr beim Goalball in der neuen Sporthalle auf dem CJD-Campus.

Am Samstag und Sonntag finden darüber hinaus ab 9 Uhr Wettkämpfe in der Para Leichtathletik, im Rollstuhlfechten, Rollstuhlbasketball und Inklusions-Fußball im und am Leichtathletikstadion, auf dem CJD-Campus und in der Arena Tschaikowskistraße statt.

Organisiert werden die ParaGames vom Verband für Behinderten- und Rehasport Mecklenburg-Vorpommern (VBRS). Unterstützt wird das Organisationsteam von der Hansestadt Rostock, mehreren Vereinen, vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern und einer Reihe von Sponsoren. „Allen die zu diesem tollen Sportereignis beitragen, gilt mein ausdrücklicher Dank“, betonte Drese im Vorfeld der Para Games.

Ein Highlight ist das Familienfest am Samstag von 10 bis 13 Uhr mit vielen Mitmachaktionen für Klein und Groß und Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit und ohne Handicap an allen Wettkampfstätten. Ein Pferdekutschen-Shuttle verbindet dabei im Rahmen einer großen Erlebnis-Rallye das Leichtathletikstadion mit dem CJD-Campus und der Arena.

Drese: „Für mich gehören die Besuche von Veranstaltungen im Behindertensport zu den schönsten und eindrucksvollsten Erlebnissen. Was der Sport und unsere vielen Vereine für eine inklusive Gesellschaft leisten, ist vorbildlich.“

Die PARA GAMES werden mit einer Zuwendung durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport unterstützt. Alle Infos zu den PARA GAMES unter https://www.vbrs-mv.de/para-games.

Mehr als 1.000 Beratungen

Fachkräfte-Service-Zentrale M-V: „Ein Brückenbauer für die wirtschaftliche Entwicklung“

Schwerin – Rund ein Jahr nach ihrer Gründung ziehen die Partner der Fachkräfte-Service-Zentrale Mecklenburg-Vorpommern eine positive Bilanz. Seit ihrem Start im März 2025 wurden bereits 1.180 Beratungen durchgeführt. Die Fachkräfte-Service-Zentrale dient als zentrale Anlaufstelle und bringt Unternehmen, internationale Fachkräfte und Auszubildende, sowie zuständige Institutionen gezielt zusammen.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig:Gut ausgebildete Fachkräfte sind ein Schlüssel für die erfolgreiche wirtschaftliche Zukunft Mecklenburg-Vorpommerns. Mit der Fachkräfte-Service-Zentrale bieten wir unseren Unternehmen eine starke und praxisnahe Unterstützung aus einer Hand. Mehr als 1.000 Beratungen im ersten Jahr sind ein Erfolg, der zeigt, was geht, wenn wir die Kräfte aller Partner bündeln.“

Dr. Wolfgang Blank, Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit: „Die Fachkräfte-Service-Zentrale ist ein wichtiger Baustein unserer Fachkräftestrategie. Angesichts des steigenden Arbeits- und Fachkräftebedarfs benötigen viele Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern konkrete Unterstützung bei der Gewinnung internationaler Fachkräfte einschließlich Auszubildende. Die Fachkräfte-Service-Zentrale bündelt Kompetenzen, begleitet Anerkennungsverfahren und bringt Unternehmen und Fachkräfte zielgerichtet zusammen. Sie ist ein echter Brückenbauer für die wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes.“

Christian Pegel, Minister für Inneres und Bau, sagte dazu: „Die Fachkräfte-Service-Zentrale zeigt nach einem Jahr sehr deutlich, welchen Mehrwert gut koordinierte und vereinfachte Verwaltungsverfahren haben. Ein zentraler Gedanke bei der Einrichtung dieser zentralen Stelle war es, den bisherigen Zuständigkeitsdschungel zu lichten. Jetzt können wir sagen: Dieser Ansatz geht auf. Gerade im Aufenthalts- und Einwanderungsrecht, das für Unternehmen und Fachkräfte oft als besonders komplex wahrgenommen wird, sorgt sie für klare Zuständigkeiten, transparente Abläufe und eine bessere Abstimmung der beteiligten Behörden. So werden Verfahren effizienter, rechtssicherer und nachvollziehbarer gestaltet. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag, um Fachkräfteeinwanderung in Mecklenburg-Vorpommern praktikabel und verlässlich zu machen.“

Thomas Letixerant, Vize-Chef der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, betont die Bedeutung der engen Zusammenarbeit aller Partner und würdigt die positive Entwicklung der Fachkräfte-Service-Zentrale: „Mehr als 1.000 Beratungen innerhalb eines Jahres zeigen deutlich, dass die Fachkräfte-Service-Zentrale Mecklenburg-Vorpommern einen konkreten Bedarf trifft und von den Unternehmen sehr gut angenommen wird. Sie steht für eine praxisnahe, verlässliche Unterstützung bei der Gewinnung internationaler Fachkräfte. Indem wir unsere Kompetenzen bündeln und Verfahren enger verzahnen, erleichtern wir den Zugang zu qualifizierten Arbeitskräften und fördern deren nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt. Das ist ein wichtiger Beitrag zur Fachkräftesicherung und zur wirtschaftlichen Entwicklung in der Region.“

„Viele Unternehmerinnen und Unternehmer lieben ihre Arbeit. Um diese bewältigen zu können, brauchen sie Fachkräfte. Dank des Dienstleistungsangebots der Fachkräfte-Service-Zentrale Mecklenburg-Vorpommern ist es gelungen, qualifizierte und engagierte internationale Fachkräfte für die Region zu gewinnen. Damit hat sich die Fachkräfte-Service-Zentrale Mecklenburg-Vorpommern mit ihren regionalen Ansprechpartnern in den Industrie- und Handelskammern mit bisher 1.180 Beratungen als DIE unterstützende Beratungseinrichtung für Unternehmen etabliert, wenn es um die Beschäftigung von internationalen Fachkräften und Auszubildenden geht. Ein guter Service also, denn er ermöglicht Unternehmen, sich dem zu widmen, was sie am besten können: Ihrem Unternehmen“, sagt Klaus-Jürgen Strupp im Namen der Landesarbeitsgemeinschaft der IHKs in MV.

Geschäftsführer Jens-Uwe Hopf von der Arbeitsgemeinschaft der Handwerkskammern in MV bekräftigte: „Im Handwerk gilt: Es kommt nicht darauf an, woher du kommst, sondern was du im Leben erreichen willst. Dieses Selbstverständnis im Handwerk gilt auch für Fachkräfte aus dem Ausland. Sie leisten gerade im Handwerk einen wichtigen Beitrag zur praktischen Umsetzung zentraler Zukunftsaufgaben wie Energiewende, Mobilität, Wohnungsbau und Versorgung. Die Fachkräfteservicezentrale setzt mit ihren Beratern – vor allem auch in ländlichen Regionen – dabei wichtige Impulse für passgenaue Verbindungen zwischen Fachkräften und Betrieben.“

In Mecklenburg-Vorpommern besteht ein wachsender Fachkräftebedarf. Im Jahresdurchschnitt 2025 fehlten rund 13.000 qualifizierte Arbeitskräfte. Bis 2030 könnte sich diese Lücke laut aktueller Prognos-Studie auf etwa 51.000 erhöhen.

Über die Fachkräfte-Service-Zentrale

Die Kooperationsvereinbarung zur Einrichtung der Fachkräfte-Service-Zentrale M-V wurde am 16. Januar 2025 von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und weiteren zentralen Akteuren unterzeichnet. Dazu zählen das Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Mecklenburg-Vorpommern, das Landesamt für innere Verwaltung, die Bundesagentur für Arbeit sowie die Wirtschaftskammern. Nach einem Gründungsworkshop Ende Februar 2025 nahm die Zentrale im März 2025 ihre operative Arbeit auf. Die Fachkräfte-Service-Zentrale M-V ist mit ihrem Dienstleistungsangebot in eine breite landesweite Strategie zur Fachkräftesicherung eingebettet und basiert auf einem Beschluss des Zukunftsbündnisses M-V.

Die Fachkräfte-Service-Zentrale M-V fungiert als zentrale Anlaufstelle, die Unternehmen, internationale Fachkräfte aus Drittstaaten und relevante Institutionen verbindet. Zu den zentralen Aufgaben zählen die individuelle Unternehmensberatung zur Fachkräftegewinnung aus Drittstaaten, die Begleitung von Fachkräften im Zuwanderungsprozess sowie regelmäßige Einzelfallbesprechungen mit Kooperationspartnern.

Die Fachkräfte-Service-Zentrale M-V richtet sich an Unternehmen unterschiedlicher Branchen, die Fachkräfte einschließlich Auszubildende aus Drittstaaten gewinnen und integrieren wollen, sowie an internationale Fachkräfte aus Drittstaaten, die einen Einstieg in den Arbeitsmarkt Mecklenburg-Vorpommern anstreben. Am häufigsten werden aktuell Unternehmen im Bereich Hotel- und Gastgewerbe beraten. Zu den Top 3 der Themenschwerpunkte seitens Unternehmen gehören Fragen zum Fachkräfteeinwanderungsgesetz, zur Fachkräftegewinnung und zum Aufenthaltsrecht, während sich Fachkräfte für Möglichkeiten der Einwanderung, die Regelungen des Aufenthaltsgesetzes und für die Anerkennung ihrer Berufe interessieren.

14. Nationalen Maritimen Konferenz (NMK) in Emden

„Der Bund muss bei Konverterprojekten und Hafenfinanzierung endlich liefern.“

Emden – Im Rahmen der 14. Nationalen Maritimen Konferenz (NMK) in Emden hat Mecklenburg-Vorpommerns maritimer Koordinator und Wirtschaftsstaatssekretär Jochen Schulte die Bundesregierung für fehlende Fortschritte bei zentralen Zukunftsfragen der maritimen Industrie kritisiert.

„Die maritime Wirtschaft ist eine Schlüsselindustrie für Energieversorgung, Wertschöpfung und Sicherheit. Umso enttäuschender ist, dass der Aktionsplan der Bundesregierung bei der Umsetzung hinter den Erwartungen zurückbleibt“, so Schulte.

Besonders kritisch sieht Schulte die Situation beim Bau von Offshore-Konverterplattformen: „Hier entscheidet sich, ob industrielle Wertschöpfung in Deutschland stattfindet oder abwandert. Die Herausforderungen sind seit Längerem bekannt – was fehlt, sind verlässliche Projektpipelines und konkrete Fortschritte bei der Umsetzung.“

Bereits im Vorfeld der Konferenz hatten sich Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Bayern und Nordrhein-Westfalen in einem gemeinsamen Schreiben an das Bundeswirtschaftsministerium gewandt und auf die gesamtstaatliche Bedeutung des Konverterplattformbaus hingewiesen. „Die Wertschöpfungskette reicht von der Stahlproduktion über den Plattformbau bis zur Systemintegration – über mehrere Bundesländer hinweg. Das zeigt: Maritime Industrie ist keine regionale, sondern eine nationale Aufgabe.“

Vor diesem Hintergrund kritisierte Schulte auch die bestehende Finanzierung der Hafeninfrastruktur: „Der Bund verweist im Wesentlichen auf die Gemeinschaftsaufgabe ‚Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur‘. Damit werden die Küstenländer faktisch in die Verantwortung genommen, Infrastruktur von nationaler Bedeutung aus eigenen Mitteln zu finanzieren.“

Allein in Mecklenburg-Vorpommern wurden seit 2020 über die GRW und landeseigene Programme 30 Vorhaben mit einem Zuschuss von 244,13 Millionen Euro gefördert und damit Investitionen in Höhe von 334,86 Millionen Euro ermöglicht.

„Diese Mittel stehen nur einmal zur Verfügung. Wer sie in Häfen investiert, kann sie an anderer Stelle nicht einsetzen – etwa für Schulen, kommunale Infrastruktur oder die Entwicklung von Gewerbeflächen. Das zeigt, wie unausgewogen die aktuelle Finanzierungsstruktur ist.“

Schultes Fazit: „Die Bedeutung der maritimen Infrastruktur wird erkannt – bei Umsetzung und Finanzierung bleibt der Bund bislang hinter dem Notwendigen zurück.“

Steigende Temperaturen: Backhaus warnt vor erhöhter Waldbrandgefahr

Schwerin – Zum bevorstehenden langen Maiwochenende ruft Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus alle Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste des Landes zu besonderer Vorsicht in Wald- und Naturräumen auf. Mit steigenden Temperaturen, trockenen Böden und erhöhtem Besucheraufkommen wächst regional die Gefahr von Wald- und Vegetationsbränden. Für den Osten des Landes ist die zweithöchste Waldbrandgefahrenstufen ausgerufen worden.

„Unsere Wälder sind wertvolle Natur- und Erholungsräume. Bei frühlingshaften Temperaturen und aufkommenden Winden trocknet die über den Winter abgestorbene Gras- und Strauchschicht schnell aus. Oft reicht schon ein Funke, um einen Brand zu verursachen. Gerade an Feiertagen zieht es viele Menschen in die Natur.

Bereits kleine Unachtsamkeiten – etwa weggeworfene Zigaretten, offenes Feuer, Grillen an nicht zugelassenen Stellen oder parkende Fahrzeuge auf trockenem Gras – können Brände auslösen und erhebliche Schäden verursachen. Deshalb bitten wir alle Waldbesucherinnen und Waldbesucher um umsichtiges Verhalten und die konsequente Einhaltung der Schutzregeln.

Besonders gefährdet sind wenig naturnahe, einschichtige Kiefernwälder sowie Flächen mit abgestorbener, abgetrockneter oder stark verbissener Bodenvegetation. Dort, wo bereits eine Verjüngung mit Laubholz etabliert ist, wird mehr Feuchtigkeit im Boden gespeichert. So hilft der Waldumbau auch die Waldbrandgefahr zu reduzieren“, sagt Minister Dr. Backhaus.

Wichtige Verhaltensregeln im Wald

  • Kein offenes Feuer oder Grillen außerhalb ausgewiesener Plätze
  • Rauchverbot beachten und keine Zigarettenreste in die Natur werfen
  • Fahrzeuge nur auf ausgewiesenen Parkflächen abstellen
  • Zufahrtswege für Rettungsfahrzeuge freihalten
  • Bei Rauch oder Feuer sofort den Notruf 112 wählen

Tag des Wolfes: 26 Rudel in M-V

Land bündelt Wolfsmanagement im Ministerium

Schwerin – Anlässlich des internationalen „Tag des Wolfes“ zieht das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern eine aktuelle Bilanz zum Wolfsmanagement im Land und stellt zugleich wichtige Weichen für die Zukunft. Dazu gehört auch die organisatorische Weiterentwicklung des Wolfskompetenzzentrums, dessen Arbeit künftig im Ministerium gebündelt wird.

„Der Wolf ist Teil unserer heimischen Natur. Gleichzeitig stellt seine Rückkehr uns vor neue Herausforderungen, die wir verantwortungsvoll gestalten müssen“, erklärte Umweltminister Dr. Till Backhaus.

Nach aktuellen Monitoringdaten für 2025/26 werden im Land 26 Wolfsrudel und zwei Paare (2024/25: 28 Rudel, 5 Paare, ein Einzeltier) nachgewiesen. Das laufende Monitoring zeigt, dass sich die Population stabil bleibt.

Parallel dazu ist auch die Zahl der Nutztierschäden gestiegen. Seit 2007 wurden landesweit mehr als 3.000 Nutztiere bei Wolfsübergriffen getötet oder verletzt. Die Kompensationszahlungen summieren sich auf über 270.000 Euro.

„Diese Entwicklung zeigt, dass wir den Schutz des Wolfs und die berechtigten Interessen der Weidetierhalter gemeinsam denken müssen. Unser Ziel ist ein funktionierendes Wolfsmanagement, das beides in den Blick nimmt“, so Backhaus.

Das bisher in Jasnitz angesiedelte Wolfskompetenzzentrum wird künftig organisatorisch in das Ministerium integriert. Die Aufgaben des Kompetenzzentrums bleiben dabei unverändert erhalten. Dazu gehören insbesondere das Monitoring, die Beratung von Tierhalterinnen und Tierhaltern sowie die Bewertung von Vorfällen.

Die Bündelung erfolgt vor dem Hintergrund veränderter rechtlicher und fachlicher Rahmenbedingungen. Der Wolf wurde in das Bundesjagdrecht aufgenommen, zugleich arbeitet Mecklenburg-Vorpommern derzeit an einem eigenen Wolfsmanagementplan.

„Wir reagieren damit auf neue Anforderungen im Umgang mit dem Wolf. Mit der Bündelung im Ministerium stellen wir sicher, dass fachliche Expertise, rechtliche Bewertung und politische Steuerung noch enger verzahnt sind“, betonte Backhaus.

Ziel ist es, Entscheidungswege zu verkürzen, Abläufe zu verbessern und die Handlungsfähigkeit im Wolfsmanagement weiter zu stärken. Das Kompetenzzentrum bleibt dabei eine zentrale Schnittstelle zwischen Naturschutz, Landwirtschaft und Verwaltung.

Rechtlich bleibt der Wolf eine streng geschützte Art nach europäischem und nationalem Recht. Eingriffe sind nur unter engen Voraussetzungen möglich und müssen fachlich begründet sowie rechtssicher umgesetzt werden.

Neben Monitoring und Schadensausgleich setzt das Land weiterhin auf Prävention. Dazu zählen Förderprogramme für Herdenschutzmaßnahmen sowie die gezielte Beratung von Tierhalterinnen und Tierhaltern.

Abschließend warb der Minister für einen sachlichen Umgang mit dem Thema: „Der Wolf polarisiert. Umso wichtiger ist es, dass wir faktenbasiert diskutieren und praktikable Lösungen entwickeln. Unser Anspruch ist es, sowohl dem Artenschutz als auch den Interessen der Menschen im ländlichen Raum gerecht zu werden.“

Drese: Neues Filmprojekt zeigt Wege in den inklusiven Arbeitsmarkt

Schwerin – In Schwerin feierte heute ein besonderer Film im Beisein von Sozialministerin Stefanie Drese seine Vorpremiere. Unter dem Titel „Ein Tag im Leben – Alltag und doch nicht alltäglich“ erfuhren Gäste im Schweriner Capitol, wie sechs Menschen mit psychischen oder geistigen Beeinträchtigungen ihren Alltag erleben und auf individuelle Weise den Weg auf den Arbeitsmarkt geschafft haben.

Ministerin Drese lobte das Filmprojekt heute als wichtigen Beitrag zur Inklusion und betonte: „Aus der Perspektive der Protagonisten erleben wir eindrucksvoll, wie viel Potential aber auch Engagement in der beruflichen Inklusion stecken. Der Film macht zudem deutlich, dass gerade die Teilhabe am Arbeitsleben kein abstraktes, weitentferntes Ziel ist, sondern gut gelingen kann – sofern die Rahmenbedingungen stimmen“, so die Ministerin weiter. So begleitet der Kurzfilm Menschen etwa bei der Arbeit in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, zu Hause, an Außenarbeitsplätzen sowie beim Übergang auf den sogenannten ersten Arbeitsmarkt.

„Bezogen auf den Arbeitsmarkt gilt: Es gibt noch viele Menschen, die den Sprung auf einen Außenarbeitsplatz oder sogar auf dem ersten Arbeitsmarkt schaffen können. Wir benötigen dazu aber auch die Bereitschaft der Arbeitgeber und Unternehmen, Menschen mit Beeinträchtigungen eine echte Chance zu geben“, betonte Drese in der Podiumsdiskussion, die sich an die Filmpremiere anschloss.

„Noch immer bestehen unbegründete Vorbehalte und Barrieren, vor allem im Kopf. Dabei machen auch die Beispiele im Film deutlich, dass Inklusion für alle Seiten ein Gewinn sein kann“, erklärte sie. „Ganz wichtig ist es deshalb aus meiner Sicht, dass wir Unternehmen Sorgen und Ängste nehmen. Dass wir sie begleiten und fördern bei der oftmals gar nicht so schwierigen Ausstattung von inklusiven Arbeitsplätzen, sie beraten und nicht zuletzt in Zeiten des Fachkräftemangels auch zur Inklusion ermutigen“, so Drese weiter.

Die Ministerin nahm dabei Bezug auf das Landesprogramm „Inklusive Ausbildung und Arbeit“, das insgesamt Mittel in Höhe von 11 Millionen Euro aus der Ausgleichsabgabe umfasst und Unternehmen auch mit finanziellen Anreizen hierbei unterstützt. „Außerdem haben wir mit den vier Einheitlichen Ansprechstellen für Arbeitgeber, kurz EAAs, einen neuen Lotsendienst geschaffen. Bei allen Fragen rund um die Ausbildung, Einstellung und Beschäftigung von Menschen mit Schwerbehinderung stehen dort Ansprechpartner bereit, die nicht nur beraten, sondern auch bei der Antragstellung für die passenden Fördermittel unter die Arme greifen“, hob die Ministerin hervor.

Drese: „Trotzdem braucht es manchmal praxisnahe, bildliche Beispiele die uns vor Augen führen, was genau es eigentlich heißt, ein inklusives Arbeitsumfeld zu gestalten. Dem Team der Vielfalter gGmbH, die das Filmprojekt gemeinsam mit TV Schwerin umgesetzt haben, gilt dafür mein großer Dank. Danke, dass Sie auch andere motivieren indem Sie zeigen: Ein gemeinsames Miteinander kann so einfach sein, wenn Beeinträchtigungen als Stärke und nicht als Hindernis für eine Beschäftigung wahrgenommen werden“.