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Gold für Gemeinde Rühn im Europäischen Dorfwettbewerb

Rühn – Die Gemeinde Rühn aus dem Landkreis Rostock vertrat als Siegerin des 12. Landeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ das Land Mecklenburg-Vorpommern im Europäischen Dorfwettbewerb „European Village Renewal Award 2026“ und hat in diesem eine Goldmedaille für eine ganzheitliche, nachhaltige, innovative und zeitgemäße Gemeinwesenentwicklung von herausragender Qualität errungen.

„Mit viel Freude habe ich heute von dem großen Erfolg der Gemeinde Rühn nun auch auf europäischer Ebene erfahren. Ich gratuliere der Gemeinde Rühn zu ihrem Erfolg und ihrer beispielhaften Leistung. Bereits als ich im September 2025 die Gemeinde Rühn zur Abschlussfeier im 12. Landeswettbewerb besuchen und ebenfalls mit einer Gold-Medaille auszeichnen durfte, glaubte ich fest daran, dass dies nicht der letzte Erfolg der Gemeinde Rühn sein würde.“ so der Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommerns Dr. Till Backhaus.

Die Europäische Arge Landentwicklung und Dorferneuerung hat in dem aktuellen Wettbewerb „European Village Renewal Award 2026“ der Gemeinde Valposchiavo, Graubünden aus der Schweiz den Award selbst als höchste Auszeichnung zuerkannt. Die weiteren vierundzwanzig teilnehmenden Gemeinden wurden mit Gold (7), Silber (13) und Bronze-Medaillen (4) ausgezeichnet.

Besonders hob die Europäische Arge Landentwicklung und Dorferneuerung hervor: „Die Gemeinde Rühn setzt mit gelebter Gemeinschaft und visionärer Baukultur ein starkes Zeichen für eine nachhaltige Entwicklung. Das Herzstück des Ortes bildet das geschichtsträchtige Kloster Rühn. Lange ungenutzt, wurde das Baudenkmal durch das herausragende Engagement des lokalen Klostervereins vor dem Verfall gerettet, denkmalgerecht saniert und einer neuen Nutzung zugeführt.

Heute erstrahlt die Anlage als lebendiges Kultur- und Wirtschaftszentrum. Mit 14 ansässigen Pächtern – von Handwerk und Künstlerschaft über eine eigene Brauerei und eine Ölmühle bis hin zur Gastronomie – verbindet der Ort Denkmalschutz auf vorbildliche Weise mit regionaler Wertschöpfung. Große, vereinsübergreifende Veranstaltungen und Märkte ziehen jährlich zahlreiche Gäste an und stärken das soziale Miteinander im Dorf. Die Gemeinde setzt vorbildlich auf Innenentwicklung und schützt gleichzeitig durch eine gezielte Bebauungsplanung wertvolle Freiflächen.

Großes Augenmerk wird dabei auch auf den Erhalt und die Pflege der den Siedlungsraum umgebenden, historisch gewachsenen Kulturlandschaft gelegt. Rühn beweist eindrucksvoll, wie die Herausforderung, historisches Erbe unter den Anforderungen des Denkmalschutzes zu bewahren, zur Chance werden kann. Ebenso zeigt die Gemeinde, wie durch dörflichen Zusammenhalt und großes ehrenamtliches Engagement ein attraktiver und zukunftsfähiger Lebensraum entsteht.“.

Der Minister ergänzt „Nun wünsche ich der Gemeinde Rühn auch alles Gute im 28. Bundeswettbewerb `Unser Dorf hat Zukunft`. In diesem hatte sich die Gemeinde Rühn der Bundesjury am 10.06.2026 vorgestellt. Die Sieger im Bundeswettbewerb sollen in den nächsten Tagen bekannt gegeben werden. Und ich bin guter Hoffnung, dass die beiden bisher erreichten Auszeichnungen Rühns nicht die Einzigen bleiben.“

Land fördert Modernisierung des BioTechnikums

Dr. Wolfgang Blank: „Mit der Modernisie­rung unterstützen wir bessere Rahmen­bedingungen für innovative Unternehmen und stärken den Technologie-Standort Greifswald“

Greifswald – Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank hat heute der Univer­sitäts- und Hansestadt Greifswald einen Zuwendungs­bescheid in Höhe von rund 2,48 Millionen Euro für die Moder­nisierung des BioTechnikums Greifswald übergeben. Die Mit­tel stammen aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). Die Gesamt­investition beträgt rund 2,75 Millionen Euro.

„Innovative Unternehmen brauchen moderne Labore, gut ausgestattete Arbeits- und Kommunikationsbereiche sowie eine leistungsfähige technische Infrastruktur, um Ideen in marktfähige Produkte und Dienstleistungen zu überführen. Mit der Modernisierung des BioTechnikums verbessern wir gezielt die Rahmenbedingungen für junge Unternehmen, Start-ups und technologieorientierte Betriebe. Damit stärken wir den Biotechnologie-Standort Greifswald und das regionale Innovationsökosystem in Vorpommern“, betonte Minister Blank.

Mit dem Vorhaben werden zentrale Bereiche des BioTechnikums modernisiert und an heutige Anforderungen innovativer Unternehmen angepasst. Vorgesehen sind unter anderem die Modernisierung des Eingangsbereichs und des Foyers, die Schaffung moderner Büro- und Kommunikations­flächen sowie die Erneuerung gemeinschaftlich genutzter technischer Geräte. Die neuen Geräte sollen den ansässigen Unternehmen gemeinsam zur Verfügung stehen und die Entwicklung sowie Erprobung neuer Technologien und Produkte unterstützen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Digitalisierung und Optimierung der technischen Infrastruktur. Durch digitale Vernetzung sollen Arbeitsprozesse verbessert und Dokumentations- sowie Nachweispflichten zunehmend digital abgebildet werden. Zugleich sollen energie- und ressourceneffiziente Technologien dazu beitragen, den Verbrauch von Energie und Wasser zu reduzieren. Die Modernisierung unterstützt damit auch die Transformation hin zu einer klimaneutralen, ressourcenschonenden und nach­haltigen Wirtschaft.

Das BioTechnikum Greifswald beherbergt überwiegend junge Unternehmen und Start-ups aus den Bereichen Gesundheit, Medizin und Bioökonomie. Die geplante Modernisierung stärkt damit innovationsorientierte Branchen, die zu wichtigen Zukunftsfeldern des Landes gehören. Dazu zählen insbe­sondere Medizintechnik und Biotechnologie sowie die Quer­schnittstechnologien Informations- und Kommunikations­technologien und Bioökonomie.

„Greifswald verbindet wissenschaftliche Kompetenz, unter­nehmerische Initiative und anwendungsnahe Forschung. Gerade diese Nähe von Wissenschaft und Wirtschaft ist ein wichtiger Standortvorteil. Mit der Förderung unterstützen wir, dass aus guten Ideen tragfähige Geschäftsmodelle werden und hochqualifizierte Arbeitsplätze in der Region entstehen“, sagte Minister Blank.

Das BioTechnikum bietet kleinen und mittleren Unternehmen sowie Gründerinnen und Gründern Räume und Infrastruktur für die Entwicklung und Erprobung neuer Technologien und Produkte. Die geförderte Infrastruktur steht Unternehmen für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung, um insbesondere jungen und innovativen Unternehmen den Aufbau und die Entwicklung ihrer Geschäftstätigkeit zu erleichtern.

„Die Biotechnologie ist eine wichtige Zukunftsbranche für Mecklenburg-Vorpommern. Mit Investitionen wie dieser fördern wir die Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft und stärken die Voraussetzungen dafür, dass Innovationen in unserem Land entstehen und Arbeitsplätze von morgen gesichert werden“, so Minister Blank.

Waldbrand bei Neustrelitz breitet sich weiter aus

Neustrelitz – Seit der ersten Meldung eines Waldbrandes auf dem Gebiet des Müritz Nationalparks bei Adamsdorf in der Nähe von Neustrelitz hat sicher das Feuer bis zum Nachmittag auf rund 100 Hektar ausgedehnt. Forstminister Dr. Till Backhaus beobachtet das Geschehen mit Sorge: „Die Einsatzkräfte geben ihr Bestes, um das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Dabei machen drehende Winde mit Böen über 30 km/h immer wieder Probleme.

Oberste Priorität hat die Sicherung der Infrastruktur, wie zum Beispiel eine Starkstromleitung. Seit der Nacht sind Kreisregner im Einsatz. Doch bei der aktuellen Trockenheit und den hohen Temperaturen verdunstet das Löschwasser schnell. Das Problem stellt nach wie vor der munitionsbelastete Boden dar. Ohne die Gefahr durch zum Beispiel panzerbrechende Munition auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz wäre das Feuer längst gelöscht.

Ich danke den Einsatzkräften für ihr Engagement und weiß, dass es für sie schwer ist, zuzusehen, wie das Feuer vorankommt. Aber ein Vorrücken auf der belasteten Fläche ist ausgeschlossen, weil lebensgefährlich. Ob eine Selbstentzündung der Munitionsreste ursächlich für den Brand war, können wir im Moment nicht sagen. Ausgeschlossen ist es wohl nicht. Natürlich macht es mich traurig zu sehen, dass hier wertvolle Sukzessionsflächen den Flammen zum Opfer fallen.

Aber die Natur wird sich wieder erholen. Wichtiger ist es derzeit, Schaden von Menschen und Infrastruktur abzuwenden. Wenn das Wetter sich jetzt nicht durch zum Beispiel starke, drehende Winde ungünstig entwickelt, wird das hoffentlich auch gelingen“, so der Minister abschließend.

Weltdrogentag 2026: Alkohol gefährlichste Droge in M-V

Schwerin – Anlässlich des Internationalen Weltdrogentages am 26. Juni hat Sozialministerin Stefanie Drese vor den weiterhin dramatischen Folgen von Alkoholmissbrauch und Alkoholsucht in Mecklenburg-Vorpommern gewarnt.

„Wenn wir über Drogen sprechen, denken viele zuerst an Cannabis oder synthetische Substanzen. Die Realität sieht jedoch anders aus: Alkohol ist mit großem Abstand die Droge Nummer eins in unserem Land – und die mit den schwerwiegendsten gesundheitlichen und sozialen Folgen“, erklärte Drese.

Nach aktuellen Schätzungen leben in Mecklenburg-Vorpommern rund 38.200 alkoholabhängige Menschen. Damit weist das Land mit einem Anteil von 2,35 Prozent der Bevölkerung bundesweit den höchsten Wert auf. Das Risiko, alkoholabhängig zu werden, ist in Mecklenburg-Vorpommern etwa 56 Prozent höher als im Bundesdurchschnitt.

Auch die Zahl der Menschen, die alkoholbedingt Hilfe benötigen, bleibt auf hohem Niveau. Nach Angaben der Krankenkasse BARMER befanden sich zuletzt mehr als 42.000 Menschen in Mecklenburg-Vorpommern aufgrund einer Alkoholsucht in medizinischer Behandlung – darunter fast 33.700 Männer und mehr als 8.800 Frauen. Besonders häufig betroffen sind Menschen in der zweiten Lebenshälfte.

„Diese Zahlen machen deutlich: Alkohol ist und bleibt eine der größten gesundheitlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen unseres Landes“, betonte Drese. Dies zeige auch die Entwicklung in den Sucht- und Drogenberatungsstellen. Nachdem die Zahl der betreuten Menschen mit Alkoholabhängigkeit über mehrere Jahre rückläufig gewesen war, steigt sie nun wieder an. Wurden 2023 noch 4.978 Betroffene beraten, waren es 2024 bereits 5.223 und im Jahr 2025 sogar 5.287 Menschen.

„Hinter jeder Zahl steht ein persönliches Schicksal – Familien, Partnerschaften und Arbeitsverhältnisse, die durch eine Suchterkrankung belastet oder zerstört werden. Deshalb dürfen wir die Alkoholproblematik nicht verharmlosen“, sagte die Ministerin. Vor allem Kinder in suchtbelasteten Familien seien betroffen und benötigen Hilfe und Unterstützung, wie etwa durch die neu aufgebauten KipsFam-Beratungsstellen, die es in allen Landkreisen und den beiden kreisfreien Städten des Landes gibt.

Dass Alkohol auch bei jungen Menschen weiterhin eine große Rolle spielt, zeigen aktuelle Ergebnisse einer Studie der Universität Greifswald. Demnach haben bereits 61,5 Prozent der Jugendlichen in Mecklenburg-Vorpommern Erfahrungen mit Alkohol gemacht. Das durchschnittliche Erstkonsumalter liegt bei lediglich 13,1 Jahren. Besonders alarmierend: Vier von zehn befragten Jugendlichen weisen Hinweise auf einen riskanten oder problematischen Alkoholkonsum auf.

„Wer mit 13 Jahren erstmals Alkohol trinkt, entwickelt früh problematische Konsummuster. Deshalb müssen Prävention und Aufklärung deutlich früher beginnen als bislang“, so Drese. Die Ministerin verwies darauf, dass Alkohol unter Jugendlichen wesentlich weiterverbreitet sei als illegale Drogen. Während knapp 30 Prozent der Jugendlichen in den vergangenen 30 Tagen Alkohol konsumierten, lag dieser Wert bei Cannabis bei lediglich 5,2 Prozent. Andere illegale Drogen spielen nach den Ergebnissen der Studie nur eine untergeordnete Rolle.

Drese spricht sich deshalb zum Weltdrogentag für eine konsequente Stärkung der Präventionsarbeit aus. „Kinder und Jugendliche brauchen klare Orientierung und Schutz. Dazu gehört auch, kritisch zu hinterfragen, welche Signale wir als Gesellschaft aussenden. Alkohol gehört vielerorts selbstverständlich zum Alltag, zu Familienfeiern, Vereinsfesten oder öffentlichen Veranstaltungen. Gleichzeitig wissen wir um die enormen gesundheitlichen Risiken. Diese Widersprüche müssen wir offen ansprechen, um Verhaltensmuster aufzubrechen.“

Absage der Landesjugendsportspiele

Drese lobt verantwortungsbewusste Entscheidung des LSB

Neubrandenburg – Aufgrund der vorhergesagten extremen Wetterverhältnisse mit Temperaturen von 36 Grad am Wochenende werden die Landesjugendsportspiele in Neubrandenburg abgesagt. Sportministerin Stefanie Drese hat das hohe Verantwortungsbewusstsein aller Beteiligten für diese Entscheidung gelobt.

„Natürlich weiß ich, wie schwer die Absage fällt und wie traurig unsere jungen Sportlerinnen und Sportler sind. Wir sind uns aber sicherlich alle einig, dass der Gesundheitsschutz vorgeht. Am Wochenende sind keine regulären und medizinisch vertretbaren Wettkämpfe möglich“, sagte Drese. „Ich bin dem Landessportbund mit Präsident Andreas Bluhm an der Spitze sehr dankbar für die nun getroffene Absage. Das ist im Sinne aller Beteiligten.“

Drese hob zudem die „frühzeitige, transparente und jederzeit nachvollziehbare Kommunikation des LSB“ hervor. „Das war vorbildlich und professionell. Der organisierte Sport in MV hat mit seinem verantwortungsvollen Handeln gewonnen, da er eindrucksvoll zeigt, dass er mehr ist als Punkte, Tore und Rekorde“, so Drese.

Sommer, Sonne, Spaß

Tipps für das Badevergnügen bei Hitze und besten Schutz vor Vibrionen-Infektionen in der Ostsee

Schwerin – Bei anhaltenden Temperaturen von über 30 Grad lockt am Wochenende wieder der Sprung in das kühle Nass. „Die Voraussetzungen dafür sind sehr gut: Unsere Badegewässer haben auch in diesem Jahr wieder eine hervorragende Qualität, denn 97 Prozent der knapp 500 regelmäßig überprüften Badegewässer im Land tragen in auch in diesem Jahr wieder das Prädikat „Ausgezeichnet“ oder „Gut““, erklärte Gesundheitsministerin Stefanie Drese heute.

Einem gelungenen Sommertag an unseren Seen oder am Meer stehe damit nichts im Wege. „Ein paar einfache Vorsichtsmaßnahmen sorgen dann auch dafür, dass das auch bei Hitze gelingt“, so die Ministerin. Dazu gehöre, sich an See, Fluss oder Küste möglichst schattige Orte zu suchen, sich und Kinder ausreichend mit Sonnencreme zu schützen und auf Kopfbedeckungen zu achten.

„Gerade am Wasser unterschätzen wir die tatsächliche Temperatur schnell. Wind und Wasser auf der Haut können über die Hitze hinwegtäuschen, es gilt also genug zu trinken und auf sich und andere zu achten“, bat Drese die Badelustigen. Beim Plantschen sollte der Körper außerdem langsam an kaltes Wasser gewöhnt werden.

Für die Ausflugsplanung empfiehlt sie außerdem die Badewasserkarte des Landes. „Dort finden Sie nicht nur die nächstgelegene Badestelle samt wesentlicher Daten zur Badewasserqualität, sondern auch Informationen zur Infrastruktur vor Ort. Damit wird ganz leicht sichtbar, an welchen Badestellen es auch einen Kiosk für ein Eis oder ein kaltes Wasser gibt, wo eine Badeaufsicht vor Ort ist und wo Bäume oder Sitzgelegenheiten Schatten spenden.“

Gerade bei besonders heißen Temperaturen steigt außerdem das Risiko für Vibrionen-Infektionen. Diese Bakterien kommen natürlicherweise in der Ostsee vor und können sich bei Wassertemperaturen über 20 Grad gerade in flacheren Gewässerabschnitten und im Brackwasser (Bodden) stärker vermehren.

Für gesunde Menschen besteht beim Baden in der Ostsee grundsätzlich kein Anlass zur Sorge. Zum eigenen Schutz wird jedoch empfohlen, dass Menschen mit geschwächtem Immunsystem und offenen Wunden den Kontakt mit Meerwasser meiden, um eine Vibrionen-Infektion zu vermeiden. „Es geht nicht darum, die Freude am Baden zu trüben. Sondern darum, gut informiert zu sein und Gefahren zu minimieren“, erklärte Drese.

Ernte beginnt – Hohe Temperaturen belasten die Menschen

Schwerin – In den kommenden Tagen werden die bisher höchsten Temperaturen des Jahres in MV erwartet. Des einen Freud bedeute aber des anderen Leid, so Agrar- und Forstminister Dr. Till Backhaus: „Anders als in den letzten Jahren, die mit jeweils ausgeprägter Frühsommertrockenheit für Frust bei den Landwirtinnen und Landwirten sorgten, hat es in diesem Frühjahr vielerorts im Land ausreichend Niederschläge gegeben, um das Pflanzenwachstum auf den Äckern anzuschieben. Für MV kann man festhalten, dass es im zweiten Quartal immer wieder punktuell, aber insgesamt landesweit deutlich mehr als in den Vorjahren geregnet hat. Der Regen ist insbesondere den Sommerungen zugutegekommen, hier kann man gute Ernten erwarten – wenn es nicht zu einer längeren Trockenheitsphase jetzt oder zu wetterbedingten Problemen kommt. Insgesamt zeigen die Bestände allerdings ein gemischtes Bild“, so der Minister, der konkretisiert:

„Beim Wintergetreide beschleunigen Temperaturen über 30 °C die Abreife und verkürzen die Phase der Kornfüllung. Die Wintergerste reift bereits ab, die Bestände sind überwiegend gesund und es ist bereits ab dem kommenden Wochenende mit ersten Ernteaktivitäten zu rechnen. Aus diesem Grund bitte ich Ausflügler und Touristen um erhöhte Aufmerksamkeit auf den Landstraßen. Die Erntemaschinen in Transportfahrzeuge können zu Verkehrsbehinderungen und Verschmutzungen führen. Fahren Sie daher bitte aufmerksam und haben Sie Geduld mit den Fahrzeugführerinnen und Fahrzeugführern. Die machen ihren Job, damit Sie auch weiter Ihre Frühstücksbrötchen genießen können.“

Für eine Ernteprognose sei es aktuell noch zu früh, erklärt Backhaus: „Erst kam reichlich Regen, jetzt außergewöhnlich hohe Temperaturen. Das hat zur Folge, dass die Ernte beginnt und alle Kulturen auch fast gleichzeitig reif sind. Für die Landwirtinnen und Landwirte bedeutet das vor allem Arbeit rund um die Uhr und viel Stress in der wichtigsten Zeit des Jahres. Ich hoffe sehr, dass wir dieses Jahr nach zwei eher enttäuschenden Jahren wieder eine bessere Ernte einfahren können. Die Preise sind schlecht, es bleibt zu wünschen, dass die Erntemengen die schlechten Preise ein wenig auffangen können.

Alles in allem können wir also von einer guten Ausgangslage sprechen – aber für Jubelkantaten ist es noch zu früh.“

Sorgen bereiten dem „Lebensminister“ die hohen Temperaturen, die für die Menschen im Land zu einer echten Belastung werden können: „Jedes Jahr sterben in Deutschland Menschen wegen hoher Temperaturen. Das trifft nicht nur ältere und vorerkrankte Menschen. Auch Gesunde können an einem Hitzschlag sterben. Deswegen bitte ich darum, die Warnungen vor großer Hitze, nicht in den Wind zu schlagen. Verlegen Sie sportliche Aktivitäten in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden. Wenn Sie sich im Freien aufhalten müssen, suchen Sie schattige Plätze auf. Auch viele unserer schonen Kirchen im Land bieten ein kühles Ambiente. Und vor allem: Trinken Sie ausreichend – nicht erst, wenn Sie Durst verspüren, denn dann ist der Körper bereits dehydriert. Wenn sie Schatten in unseren schönen Wäldern suchen, halten Sie sich bitte unbedingt an die Verhaltensregeln im Wald“, appelliert Minister Backhaus.

Wichtige Verhaltensregeln im Wald:

  • Kein offenes Feuer oder Grillen außerhalb ausgewiesener Plätze
  • Rauchverbot im Wald beachten und keine Zigarettenreste in die Natur werfen
  • Fahrzeuge nur auf ausgewiesenen Parkflächen abstellen
  • Zufahrtswege für Rettungsfahrzeuge freihalten
  • Bei Rauch oder Feuer sofort den Notruf 112 wählen

Besonders gefährdet sind wenig naturnahe, einschichtige Kiefernwälder sowie Flächen mit abgestorbener, abgetrockneter oder stark verbissener Bodenvegetation. Dort wo bereits eine Verjüngung mit Laubholz etabliert ist, wird mehr Feuchtigkeit im Boden gespeichert. So hilft der Waldumbau auch die Waldbrandgefahr zu reduzieren.

Wer einen Waldbrand frühzeitig meldet, kann entscheidend dazu beitragen, größere Schäden für Natur, Tier und Mensch zu verhindern.

Höhere Steuerfreibeträge für das kommunale Ehrenamt

Schwerin – Die steuerfreien Freibeträge für ehrenamtlich Tätige in den Kommunen Mecklenburg-Vorpommerns werden erhöht. Hintergrund ist das Steueränderungsgesetz 2025, mit dem der steuerfreie Übungsleiterfreibetrag nach § 3 Nummer 26 Einkommensteuergesetz von 3.000 Euro auf 3.300 Euro jährlich angehoben wurde. Im Gleichklang werden auch die steuerfreien Mindestbeträge für kommunale Ehrenamtsträger in den Lohnsteuer-Richtlinien angepasst.

Durch die Anhebung der steuerfreien Mindestbeträge können höhere Aufwandsentschädigungen künftig in größerem Umfang steuerfrei ausgezahlt werden. Das betrifft nicht nur ehrenamtliche Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, sondern auch Mitglieder kommunaler Vertretungen, Kreistagsmitglieder, Ortsvorsteherinnen und Ortsvorsteher sowie weitere kommunale Ehrenamtsträger.

Die Erhöhung erfolgt rückwirkend zum 1. Januar 2026. Damit werden aufwendige Korrekturen bereits durchgeführter Lohnabrechnungen vermieden. Die formelle Anpassung der Lohnsteuer-Richtlinien steht jedoch noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Bundesrates.

Die Landesregierung passt nun die Verwaltungsvorschrift zur steuerlichen Behandlung von Entschädigungen an, die ehrenamtlichen Mitgliedern kommunaler Vertretungen sowie ehrenamtlich in der kommunalen Verwaltung tätigen Bürgerinnen und Bürgern gewährt werden. Inhaltliche Änderungen sind damit nicht verbunden, angepasst werden ausschließlich die steuerfreien Beträge.

Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue erklärt: „Unsere Kommunen leben vom Engagement tausender Ehrenamtlicher. Wer Verantwortung in Gemeindevertretungen, Kreistagen oder als Ortsvorsteherin oder Ortsvorsteher übernimmt, verdient Anerkennung und gute Rahmenbedingungen. Deshalb ist es richtig, dass die steuerfreien Freibeträge erneut steigen. So kommt die höhere Aufwandsentschädigung auch tatsächlich bei den Ehrenamtlichen an und wird nicht durch zusätzliche Steuerbelastungen geschmälert.“